Wednesday, September 29, 2010

Der erlauchte Kreis

Heute Nachmittag war Babytreff. Sechs Frauen, sechs Babys. Ist immer lustig, immer spannend. Zu sehen wie sich die Babys, die alle etwa gleich alt sind entwickeln, zu hören, was die anderen Mütter, die auch alle etwa gleich alt sind, so erleben, was sie für Sorgen haben, was für einen Rhythmus, wie die Kinder schlafen, ob sie schon Brei essen etc. Man spricht aber auch über Hausbau, beklagt sich über hilflose Ehemänner und tauscht Kuchenrezepte aus. Wow! Nun gehöre ich also auch in den erlauchten Kreis der hoffentlich noch nicht verzweifelten Hausfrauen. Fühlt sich irgendwie gut an. Nur das Haus fehlt noch ;) Trotzdem: Gefühlt vor nicht allzu langer Zeit habe ich noch meinem Bruder ins Auto - sorry - gereihert, weil ich im Hubraum (angesagtes Partylokal hierzulande) einen Long Island Ice Tea zu viel getrunken habe. Nein, ich war nicht 16, ich war 28 und ja, das kann man noch machen mit 28 wenn man unverheiratet und ohne Kinder ist. Zu lauter  Rockmusik herumtoben, Leute anrempeln und Fremden zuprosten und erst um 5 Uhr nach hause fahren. Das mache ich dann vielleicht wieder wenn ich 48 bin und mein Mann und ich uns mal die Kante geben wollen nachdem wir richtig gut gegessen, viel Wein getrunken und uns über die Schulnoten, Marotten und Launen unserer drei halbwüchsigen Kids den Mund fusslig geredet haben. Ja, das wär' lustig, das wär' schön. Ich freu' mich schon drauf!

Sunday, September 26, 2010

Geliehenes Glück

"Die Kinder sind uns nur geliehen" schrieb mir kürzlich meine Tante Renate. Selbst Mutter zweier Kinder weiss sie, wovon sie spricht. Und obwohl mein Kleiner (kann er denn nicht immer so klein und niedlich bleiben?) noch total von mir abhängig ist, habe auch ich schon die Gedanken weitergesponnen. Je älter er wird, desto öfter werde ich den Trennungsschmerz spüren. Das erste mal musste ich bereits verkraften: Die Geburt. Wie schön war es doch, den kleinen Menschen in meinem Bauch heranreifen zu erleben. Seine Bewegungen zu spüren, seinen Schluckauf, ihn zu streicheln, stolz herumzutragen. Irgendwann werde ich ihn nicht mehr stillen. Ein grosses Stück Nähe geht verloren. Bald wird er krabbeln und sich selbständig aus meinem Schoss winden um spannende Dinge zu entdecken. Dann steht er auf und wagt erste, tapsige Schritte, die immer sicherer und schneller werden. Und so läuft er davon um die Welt zu erkunden. Wenn er älter wird, kommt er in den Kindergarten und schliesslich in die Schule und die Zeit, in der er nicht bei mir sein wird, wird immer länger. Nach der Schule möchte er sich dann vielleicht lieber mit seinen Freunden verabreden als mit Mama zu kuscheln. Später will er nicht mehr mit den Eltern Urlaub machen, studieren, einen Auslandaufenthalt machen, eine eigene Familie gründen. Gut, passiert das alles nicht von heute auf morgen! Und wenn es soweit ist, wird mich hoffentlich mein Schatz in den Arm nehmen und sagen: "Wir haben ja noch uns!" 

Nota bene: 

Eine Mutter machte mich darauf aufmerksam. Festgesessen in eben genau dem Rollenbild, das frau seit geraumer Zeit versucht, umzustossen, habe ich in meinem vorangegangenen Beitrag die Männer unter den Tisch fallen lassen. Wo immer "Mütter" steht, kann man natürlich genau so gut "Väter" einsetzen. Das ändert aber nichts daran, dass die Kinderbetreuung nicht mehrheitlich in fremde Hände gehört. Die Eltern, egal ob schwergewichtig Mutter oder Vater - idealerweise beide, sollten die zentrale Bezugsperson des Kindes bleiben. Im Geburtsvorbereitungskurs wurde uns werdenden Eltern die Aufgabe gestellt, anzugeben, zu wie vielen Prozent wir nach Ende des Mutterschaftsurlaubs arbeiten werden und zu wie vielen wir gerne arbeiten würden. Dabei ging es lediglich um die Aufteilung Mutter-Vater. Die meisten gaben ein "Ist" an, bei dem der Vater zwischen 80 und 100%, die Mutter etwas weniger, beschäftigt sein wird. Das "wäre schön wenn" ergab meist ein 50-50.

Als meine Eltern sich diese Gedanken machen mussten, entschieden sie sich für das klassische Modell. Meine Mutter verdiente zwar mehr als mein Vater, wollte aber ihre Mutterrolle wahrnehmen und ihre Stelle aufgeben. Mein Vater wäre bereit gewesen, mich zu betreuen und Hausmann zu werden - was er immer wieder betonte, wenn meine Mutter sich über ihre Situation beklagte. Damit wäre er wohl, Anfang der 90er Jahre, eine exotische Erscheinung gewesen. Doch trotz Bänz Friedli sieht es heute, 30 Jahre später, nicht viel besser aus. 

Die Gesellschaft hat sich zwar in wenigen Jahrzehnten stark verändert, doch noch immer sind es die Mütter, welche ihre Beschäftigung einschränken oder aufgeben. Um dem entgegenzuwirken fördern die Regierungen Krippen, damit beides geht, anstatt, dass sie den Familien, die sich für eine (Beinahe-)Vollzeit-Betreuung ihrer Kinder durch Vater oder Mutter entschliessen, mehr Kindergeld in Aussicht stellen. So wäre wenigstens das finanzielle Problem keines mehr. 

Und noch einmal: Eltern müssen und sollen zur Arbeit gehen. Wer wann zuhause bleibt, ist egal. Wenn beide arbeiten, darf ein Engpass auch mal durch Fremdbetreuung (also Kita, Nanny oder Tagesmutter) ausgeglichen werden. Dem Kind wird's nicht schaden. Aber die fremde Obhut darf nicht die Überhand nehmen. 

Besser und ganz ohne Kitas hat man's früher gemacht und macht man es in anderen Kulturen noch immer: Das Zusammenleben in grossen Clans und Sippen sorgte dafür, dass die Kinder automatisch von mehreren Betreuungspersonen aufgezogen wurden. Eltern, Grosseltern, Onkel, Tanten, Geschwister, Nachbarn...

Thursday, September 23, 2010

Über die Arbeit

Während meiner Arbeits-Zeit habe ich mich an diesen Tagen am lebendigsten gefühlt, wenn ich bis 2 Uhr nachts im Büro sass weil nach einem Tag, an dem ich mehr oder weniger ausser Haus war auf den nächsten Tag drei Zeitungsseiten gestaltet, 20 Magazinseiten zum Layout freigegeben und zwei Texte zum Gut zum Druck verschickt werden mussten. Man ist wer, man ist wichtig, wenn sogar der Chefredaktor vor einem nach hause fährt. Natürlich geht sowas nur kurzfristig und das krasse Gegenteil, nämlich Däumchen drehen und warten, war viel häufiger der Fall. Solche Tage raubten mir völlig die Energie im Vergleich zu den erstgenannten, adrenalingeladenen Einsätzen. Und heute? Ich arbeite nicht bis 2 Uhr, nein, um 2 Uhr stehe ich bereits zum zweiten Mal auf und danach nochmals zwei mal. Als Mutter erledige ich einen 24/7-Job ohne Zvieripause und Wochenende. Ausschlafen? Was ist das? Wer bis 10 Uhr morgens im Bett liegt ist ein Schmarotzer und Tunichtgut! Oder so... Auf jeden Fall eine Belastung für die Gesellschaft, ja ja. Und jetzt das leidige Thema, ob Mütter zurück in die Mühlen sollen: Wenn sie nach der Kita-Rechnung noch Geld übrig haben, das sie brauchen um Reis und Mehl zu kaufen, dann von mir aus. Ist nicht mein Bier. Ist deren Problem, wenn sie das Wunschkind nur 2h täglich sehen und es sie erst nach drei Jahren Mama ruft, weil man ihm das so sagt. Wenn eine Mutter es für sich so zwei halbe Tage die Woche tut, sieht es anders aus. Was ich hingegen nicht verstehe, sind Mütter, die wieder 100% in den Job zurückkehren und behaupten es wäre für sie und das Kind gut. Es ist für beide nicht gut. Auch wenn die Mutter behauptet, sich am Wochenende ganz besonders viel Zeit zu nehmen für das Kind und zufriedener sei als die ungepflegte Vollzeitmutti. Es ist purer Egoismus, mehr als nötig zu arbeiten. Mutterschaft aber ist zu 99% Altruismus. Man muss so gut wie allem entsagen, was man vorher hatte. Man lebt plötzlich in Ego-Askese. So muss es eine Weile lang eben sein. Das Leben kommt dann schrittweise wieder zurück. Ich war und bin noch nicht wirklich bereit, mich so aufzugeben. Niemand hat mich davor vorbereitet. Und deshalb ist es so schwer, wenn man zum ersten Mal Mutter wird. Deshalb ist dieser Job der härteste von allen. Weil es an die Substanz geht, wenn dein Kind weint und weint und du es nicht beruhigen kannst. Es trifft dich ganz tief in deiner Seele. Und du existierst nur noch, um dieses kleine Wesen zu versorgen. Aber es hätte auch nichts genutzt, wenn mir das jemand gesagt hätte, denn wer glaubt das schon? Wie auch immer: Mütter die arbeiten gehen, flüchten ins kleinere Übel. Respekt vor denen, die sich der Vollzeit-Beschäftigung als Mami stellen. Sie werden zu richtig starken, belastbaren Frauen, die nachher keiner mehr anstellt. Seltsame Welt...

Wednesday, September 22, 2010

"Niemand lügt mehr als eine Mutter"

Das sagte unlängst mein Kinderarzt zu mir als ich mal wieder verzweifelte Vergleiche zu anderen Mutter-Kind-Gespannen zog. Eigentlich gehe ich ja davon aus, dass jeder Mensch grundehrlich ist. Das liegt an meiner überdurchschnittlichen Blauäugigkeit. Unterdessen habe ich festgestellt, dass mein Kinderarzt nicht übertrieben hat. Ständig spreche ich mit anderen Müttern über ihre Kinder und ihr Leben als Mutter und fast in jedem Satz läuten bei mir die Alarmglocken wenn Mütter von knapp halbjährigen Babies sich damit brüsten, dass ihr Kind schon bestimmte Wörter sagt, schon fast laufen kann und NIEMALS schreit. Aha... Auch das Erinnerungsvermögen der Mütter scheint auf Sparflamme zu laufen wenn sie über ihre bereits älteren Kinder sagen, dass diese als Baby "total brav" waren und kaum aus dem Spital draussen schon durchgeschlafen haben. 14 Stunden am Stück. Nein, 16. Und dann tagsüber nochmals 4. Aha... Andere behaupten, dass ihre Babys "stundenlang alleine gespielt" haben. Je grotesker desto besser. Und wenn die Nachbarin über die andere Nachbarin sagt, dass diese mit ihrem Säugling nicht mal Zeit zum essen finde, jene dann aber abends jeweils top gestylt, nach-2h-im-Bad-stehend-ausschauend um den Block spaziert, ja, dann... ...wische ich mir heimlich eine Träne ab. Gelernt habe ich folgendes: Höre nicht auf andere Mütter, glaube ihnen kein Wort wenn sie von ihren Kids erzählen und, daraus folgend: vergleiche auf keinen Fall dein Kind mit irgendeinem anderen! Mit dieser Einsicht lässt es sich eigentlich ganz gut leben. Übrigens: Ich selber bin entwaffnend ehrlich wenn es um mein Kind geht. Sonst gäbe es diesen Blog nicht. Deshalb an dieser Stelle ein kleines Geständnis: Mein Baby ist mir noch nicht vom Wickeltisch gefallen, wie laut Statistik jedes zweite. Dafür habe ich schon für einige andere, gefährliche Situationen gesorgt. Dazu sage ich nur: Man sollte niemals heisses Essen auf die Gabel spiessen wenn man das Baby im Arm hat. Aus Fehlern lernt man... Mütter, gebt doch zu, dass Ihr und Eure Kids auch nur Menschen sind. Es gibt keinen Preis für das Muttersein. Und Lohn schon gar nicht. 

Friday, September 17, 2010

Kaufrausch
Mein Name ist XXX und ich bin ein Shopaholic. Besässe ich eine nie versiegende Geldquelle, wäre ich täglich irgendwo am "lädala". Es ist mein liebstes Hobby und dank Internet eines, das man 24h am Tag ausüben kann. Soweit, so gut. Seit mein Sohnemann auf der Welt ist, hat sich der gedankliche Einkaufszettel allerdings stark verändert. Statt Louis Vuitton, Mango und Globus heissen die Destinationen jetzt HW Babycenter, Purzelbär und dergleichen. Statt Designerhandtaschen und H&M-Kollektionen gibt es jetzt Laufgatter und Strampelanzüge. Wer hätte das gedacht? Schuld ist wie an so vielem meine Figur. Seit mir die alten Kleider nicht mehr passen, habe ich keine Lust auf neue, denn ich bin kein Fan von sackartigen Pullovern und wallenden T-Shirts. Meinen Blick lasse ich zwar nach wie vor gerne durch einschlägige Modegeschäfte schweifen, zugreifen und zahlen tue ich aber nur noch bei Size 68 steigend. Ihr glaubt ja nicht, wie viele tolle, superhübsche, megaherzige Babyklamotten es gibt! Und Spielsachen! Und Tragetücher und und und! Was fehlt: Die Geldquelle. Dieser Umstand allein hindert mich daran, meinem Sohn Wagenladungen an Kleidchen zu kaufen, aus denen er innert Wochenfrist herauswächst und bei denen er sowieso lauthals schreit wenn man sie ihm versucht, über das Köpfchen zu ziehen. Naja und zuhause nützt die schönste Baby-sieht-aus-wie-ein-richtig-Grosser-Kombi nix, weil der kleine Mann ja nicht gross rumkommt in der Welt. Tant pis! Der letzte Funken Möchtegern-Fashionista in mir erlischt bei der Kosten-Nutzenrechnung, die ich zurzeit immer erstellen muss, wenn es um Kaufentscheide geht: Ja, ein zweites, buntes Tragetuch wäre ein kleiner Mode-Zuspruch, aber NEIN, das muss definitiv nicht sein. Dafür habe ich mir gerade eine hübsche Wollmütze gekauft, die ganz gut zu dem passt, das ich bereits habe. Wenigstens einen Klecks der aktuellen Herbstmode.

Friday, September 10, 2010

Ferien!

Ich bin wieder ich! Warum? Mein Mann hatte gerade zwei Wochen Ferien und ich habe fast vergessen wie es ist, alleine mit Baby zu sein. Absolut erholsam! Und das trotz teils recht kurzer Nächte ;) Die Verantwortung zu teilen, nicht alleine zu sein und gemeinsam Tolles zu unternehmen war Balsam für meine geschundene Mama-Seele :) Leider ruft am Montag der Arbeitsplatz wieder und ich werde mich wieder als Alleinerziehende fühlen. Natürlich kommt der Papa abends nach Hause aber die vielen Stunden davor sind eben viele, einsame Stunden. Schliesslich spricht der Kleine noch nicht, für die Unterhaltung bin also ich zuständig und das kann ganz schön anstrengend sein. Und von den harten Wein-Phasen spreche ich lieber gar nicht erst ;) Übrigens waren wir letzte Woche im Babyhotel (Bellevue in Lermoos) und ich kann das nur empfehlen! Wir haben zwar die Sauna nie von innen gesehen, waren mehr oder weniger dauernd am Spazieren und assen uns abends in Rekordzeit durch 5 Gänge. Ich glaube im McDonalds wären wir nicht so schnell bedient worden! :D Dafür weder kochen, noch putzen oder aufräumen - Konzentration auf uns, das war schön! :) Danke, danke, danke für zwei Wochen Sorglosigkeit, Genuss und trautes Familienleben! 

Thursday, September 09, 2010

Die Sache mit dem Äusseren

Während meiner ganzen Schwangerschaft habe ich damit geprahlt, keine dieser schlampigen Mütter sein zu wollen, die mit strähnigen Haaren, null Make-up, Sneakers, Cargopants und Strickjacken auf dem Spielplatz stehen. Ich sah mich in einer von meinem Geschäftslook in nichts abweichender Erscheinung: Eine junge, sexy Mutter mit perfekten Augenbrauen, schicken Klamotten, hohen Hacken und toller Frisur, die elegant das Fläschchen aus ihrer Designerhandtasche zieht. Ja, damals hat mir niemand gesagt, dass Babys NICHT den ganzen Tag schlafen und NICHT die Wachzeit über selbstzufrieden auf ihrer Spieldecke liegen. Das Resultat: Ich bin froh, wenn ich jeden dritten Tag unter die Dusche komme, habe mir die Haare radikal abgeschnitten, damit sie weniger Arbeit geben, benutze noch ungefähr einen 20igstel meines Kleiderschrankes (den Rest werde ich nie wieder an mir sehen, den könnte ich grad verbrennen) und das Beste: ich habe keine Skrupel, so unter die Leute zu gehen. Ach ja und von der Figur fange ich gar nicht erst an zu reden, die werde ich nämlich überhaupt nicht mehr sehen (man will ja noch weitere Kinder - aber das ist ein anderes Thema!) und weil ich darüber so verdriesse - und überhaupt über die ganze Situation - esse ich, was mir in die Finger kommt (keine Tabus! Je mehr Süsses, desto besser) und denke gar nicht dran, mir je wieder Kleider zu kaufen. Wenn ich mal zum Lesen von Glamour und Co. komme, bleibt es beim Schmachten und Träumen. Träumen ist wichtig, drum habe ich mich auch noch nicht vom Zeitschriften-Abo getrennt. Das wäre dann der nächste Schritt zur Akzeptanz meines neuen Mama-Daseins...

Startschwierigkeiten

Der Aufenthalt im Spital war für mich alles andere als angenehm. Das Stillen, von dem ich ausging, dass sich das vom ersten Saugen an wunderbar ergibt, entpuppte sich als wahre Selbstkasteiung, die Tränen flossen Tag für Tag (Baby-Blues lässt grüssen) und niemand von den täglich wechselnden Hebammen/Schwestern hatte wirklich Zeit für mich und meine geschundene Seele. Zuhause kämpfte ich dann gegen den Schlafmangel (ich war der Ansicht, mich selbst exakt dann zum Schlafen zu zwingen, wenn auch der Kleine schlief - schwieriges Unterfangen, wie man sich denken kann) und realisierte dabei so langsam, dass ich mein altes Leben in den nächsten zehn Jahren nicht mehr führen werde (und es in zehn Jahren wohl so auch nicht mehr führen werden will, geschweige denn kann). Also: Keine exzessiven Shoppingtouren, keine mind.-3x-die-Woche-Sport-Pensen, kein Trödeln vor Kleiderschrank und im Bad, keine ungestörten Telefonate, Mailerein oder Chats mit der besten Freundin, kein Schalstricken, keine aufwendigen Backrezepte, keine effektiven Putzorgien, keine Kinobesuche und erst recht keine TV-Serien, kein Make-Up und keine Frisurexperimente, keine Wellnessferien, kein Geld, keine Musse, keine Zeit. Weder für mich noch für meinen Mann und für unsere Beziehung sowieso nicht. Fazit: Ich werde mich und meine Hobbies und Bedürfnisse komplett aufgeben müssen und mein Mann und ich werden hart daran arbeiten müssen um ein Paar zu bleiben und nicht bloss Eltern zu sein. Sich selbst so zu entsagen ist bereits ein grosser Kraftakt für ein verwöhntes Kind, das ich bin, dabei die Liebe zu bewahren, das ist nun wirklich eine Herausforderung fürs Leben! Man sieht, die Gedanken, die ich nach der Geburt des kleinen Menschleins hatte, das mein ganzes Leben auf den Kopf stellte, klingen nicht gerade positiv. Nein, ich bin keine dieser Voll-in-ihrer-Mutterrolle-aufgehenden-Supermamas. Ich habe arg mit meinem neuen Leben gehadert und tues es noch. Ein Prozess, der wohl noch ein Weilchen andauern wird. Nichtsdestotrotz hätte ich es früher oder später bereut, nicht Mutter geworden zu sein. Das ist einfach Bedürfnis, das ich schon als kleines Mädchen spürte und das ich nie in Frage gestellt habe. Hätte ich, wenn ich gewusst hätte, was auf mich zukommt? Fragt mich in zehn Jahren wieder! ;)

Baby-Schock

Nathaniel ist schon bald ein halbes Jahr auf dieser Welt, doch bevor ich mich an die aktuellen Themen wage, muss ich schon ein bisschen zurück schauen, denn bekanntlich ist ja aller Anfang schwer. Schwanger zu werden war das Einfachste auf der Welt und die Schwangerschaft selber so ungefähr die beste Zeit meines Lebens! Und plötzlich ist dann, nach monatelangem sehr ungeduldigem Warten und liebevollster Zweisamkeit, dieses kleine Wesen da und nichts mehr ist, wie es einmal war. Ein Kulturschock ist nichts dagegen! Ich habe sicher zehn Bücher über jeden Tag, jede Woche und jeden Monat der Schwangerschaft gelesen, doch über die Zeit danach habe ich mich nicht im Geringsten vorbereitet. "Das geht dann schon irgendwie", dachte sich mein Unterbewusstsein. Ich hatte ja keine Ahnung! 

Baby-Blog!

Mein lieber Mann kam heute mit der Idee auf mich zu, ob ich nicht Lust hätte, einen Baby-Blog zu schreiben. Klar habe ich! Und wenig später fiel mir auch ein, dass ich längst ein Konto bei Blogger habe. Also los! Oder? Ich schreibe zu gerne, um nicht über mein neues Leben zu bloggen und Themen gäbe es derer auch genug. Doch bleibt mir genügend Zeit und Musse? Gut Blog will schliesslich Weile haben und mein kleiner Sohnemann ist Keiner der Sorte, die sich stundenlang mit Stofftieren verweilen können oder den halben Tag verschnarchen. Wir werden sehen... In diesem Sinne: Der Blog ist eröffnet! :)