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Wednesday, December 09, 2015

Mein Gastbeitrag...

So, heute ist mein Gastbeitrag online, juhu! :) Und zwar erhielt ich die Möglichkeit, mit einem Thema meiner Wahl beim Blog-Adventskalender von Mary Mattiolo von Freie Bildung, mitzuschreiben. So etwas macht mir immer grossen Spass und ich habe, weil's bei uns halt super passt, das Thema "Langzeitstillen" gewählt, worüber ihr auch hier in meinem Blog immer mal wieder etwas lest.
Mary hat meine Ausführungen als Fachfrau dann noch ergänzt, ich denke so kann der persönliche Beitrag durchaus auch einige inspirieren oder motivieren.
Ich weiss, dass es nicht jederfrau oder -manns Thema ist, aber dann schaut doch einfach, was die anderen Autoren in den kommenden Tagen noch so beitragen. Zu gewinnen wird es auch das eine oder andere geben. Ihr könnt Euch einfach im Newsletter eintragen, dann erhält Ihr täglich den neusten Artikel. Es lohnt sich sicher und Mary hat wirklich ganze Arbeit geleistet mit diesem Projekt!
So, und jetzt aber die Links zu meinem Beitrag, sowie zum Adventskalender. Viel Spass beim Lesen! ;)
Und nochmals vielen Dank, Mary, dass ich beitragen durfte! :)

Wednesday, June 19, 2013

Interview mit Nicole Klingler - Mama, Ärztin, Triathletin

Wer sagt, dass sich Training und Kind nicht vereinbaren lässt? ;)
Ich kenne Nicole Klingler vom Sehen schon seit meiner Schulzeit. Da sie aufgrund ihrer sportlichen Erfolge öfter in den Medien vertreten ist, blieb sie präsent. Mein Interesse weckte sie aber erst so richtig als sie Mutter wurde und ihren Sport weiterhin betrieb. Ich dachte: Wie macht sie das nur? Und als ich erfuhr, dass sie Medizin studierte und als Assistenzärztin am Berner Inselspital (rund drei Stunden entfernt von ihrem Wohnort hier in Liechtenstein) arbeitet, war ich doch ziemlich perplex: Mama, Sportlerin und - wir wissen es alle seit Grey's Anatomy, Scrubs etc. - ein sicher irre anstrengendes Arbeitspensum plus zahlreiche Wegkilometer (Zuhause-Arbeitsort und Sportveranstaltungen im Ausland) - wie schafft sie das nur!?

 Ich muss zugeben: Ich war voller Vorurteile, wie man sie nun mal gerne ersinnt wenn man als (praktisch) Vollzeit-Mama nicht viel mehr tut als die Kinder zu bespassen, den Geschirrspüler einzuräumen und auf Spielplätzen festzusitzen. Ganz klar: Da ist auch sehr viel Neid dabei, denn ich wäre auch gerne sportlich und hatte nach dem Gymnasium nicht den Mut, mich als Medizinstudentin zu bewerben ;) 
Im April dieses Jahres, also vor rund zwei Monaten, bekam Nicole Klingler, ziemlich genau drei Jahre nach der Geburt ihres Sohnes Lian, noch eine Tochter, Yuna.
Inzwischen hatte ich nicht mehr viel an Nicole Klingler gedacht aber als ich dann letzte Woche wieder einen Artikel über ihre (sportlichen) Pläne las, wollte ich es genau wissen, schrieb ihr eine E-Mail und bat sie um ein Interview. Et voilà, sie fand Zeit und beantwortete meine vielen, neugierigen Fragen. Seid gespannt! :)
Und entschuldigt bitte das Schriften-Wirrwarr! Weiss nicht, wie ich das ändern kann :P
Nicole mit ihrem Sohn Lian im Oktober 2010.

Nicole, hast Du vor Deiner ersten Schwangerschaft erwogen, den Leistungssport oder Deinen Beruf aufzugeben? Was waren Deine Überlegungen als Du wusstest, dass Du ein Kind möchtest?
Geplant habe ich das nicht mit dem Profisport. ich werde mein Leben lang Sport machen und habe es einfach etwas reduziert nach der ersten Geburt. Dass ich aber trotzdem noch auf so hohem Level mithalten kann - mit relativ wenig Aufwand - hat mich überrascht und so bin ich einfach dabei geblieben. Arbeiten muss ich aus finanziellen Gründen aber dank meiner netten Chefin kann ich flexibel arbeiten. Aber ich könnte gut ein paar Jahre aufs Arbeiten verzichten...



Wirst Du nur die üblichen 16 Wochen Karenz nehmen oder länger?
Ich werde mindestens 6 Monate Mutterschaftsurlaub nehmen, den ich auch ohne Probleme noch 2-3 Monate verlängern kann.


Wie viele Prozente arbeitest Du und wie sieht das dann genau aus? Ärzte müssen ja auch Schichtdienst leisten. Hast Du in dieser Zeit in Bern eine Wohnung oder pendelst Du?
Ich arbeite 50%, wovon ich die Hälfte im Homeoffice machen kann. Zudem kann ich dann auch mit 30 oder 40% einsteigen, da bin ich flexibel. Es ist eine sehr kinderfreundliche Stelle, ich bin sozusagen "Bürodoktor" und arbeite nur am PC. Dadurch bin ich flexibel, kann morgens um 6 Uhr oder bis abends um 20 Uhr arbeiten. Nacht-und Wochenenddienste fallen auch weg und so passt das sehr gut für den Moment. Ich pendle mit dem Zug nach Bern, bisher an 2 Tagen die Woche, morgens um 5 Uhr aus dem Haus, kurz vor 8 Uhr im Büro, dann 10 Stunden arbeiten und gegen 22 Uhr bin ich dann wieder daheim. 

Wer betreut dann Deine Kinder?
An diesen beiden Tagen brachte mein Partner unseren Sohn jeweils zu meinen Eltern, welche dann halbtags auf ihn aufpassten. Nachmittags besuchte er die Kita, wo ihn mein Partner wieder abgeholt hat. So konnte ich 3 volle Tage zuhause sein.
 

Am Strand mit Lian: Es dürfte wohl klar sein, dass sich Nicole Klingler nicht mit überflüssigen Schwangerschafts-Kilos herumschlagen muss! ;)

Trainiert hast Du schnell wieder, auch jetzt, nach der Geburt Deiner Tochter. Wer betreut währenddessen Deine Kinder?

Ja, mit Training hab ich nach einigen Tagen wieder angefangen. Anfangs nur auf dem Hometrainer, da hat der Grosse Mittagsschlaf gemacht und das Baby hat sowieso viel geschlafen. Am Wochenende war mein Partner da und ich konnte auch mal joggen oder schwimmen gehen. Sonst passen meist meine Eltern auf, es sind ja meistens nur 2-3 Stunden.

Wie viel Zeit bleibt Dir mit den Kindern und wie gestaltest Du diese?
Mir bleibt noch sehr viel Zeit mit den Kindern. Jetzt wo ich ein halbes Jahr nicht arbeite, sowieso. Wir haben keinen Fernseher zuhause und so spielen wir viel oder lesen Bücher. Zudem ist mir wichtig, dass wir jeden Tag draussen sind. Meistens machen wir am Morgen einen Spaziergang, entweder zum Einkaufen oder im Wald oder auf den Spielplatz und am Nachmittag sind wir im Garten, treffen Freunde oder machen einen Ausflug.

Wann, wenn überhaupt, hast Du Zeit für Dich alleine und mit Deinem Partner?
Da bleibt momentan tatsächlich wenig Zeit übrig. Mein Partner trainiert selber auch 4-5x in der Woche und so sind wir ziemlich straff organisiert. Aber für uns passt das und wir schauen, dass wir am Wochenende immer alle gemeinsam etwas unternehmen. Zudem haben wir Wettkämpfe in vielen Ländern und verbinden diese oft auch mit einem Urlaub. So war unser Sohn in seinem ersten Lebensjahr bereits in Thailand, Teneriffa, Italien und Zypern mit dabei. Bei unserer Tochter wird es nicht anders sein, wir nehmen die Kinder überall hin mit.

Mamas grösster Fan.


Du stillst Deine Tochter und passt Deine Trainingszeiten entsprechend an. Hast Du das schon bei Deinem Sohn gemacht?
Ja, ich stille und da die Kleine relativ oft durstig ist, dauern meine Trainings momentan höchstens 90 Minuten. Bei meinem Sohn war das viel einfacher, ich habe auch gestillt, aber 5 Monate lang abgepumpt. Er hat problemlos aus der Flasche getrunken. So war ich viel flexibler und da ich damals gerade das Staatsexamen an der Uni Bern machen musste, war ich gezwungenermassen auch mal einen ganzen Tag in Bern und meine Eltern habe ihm dann die abgepumpte Milch gegeben. Leider will unsere Tochter nichts aus dem Schoppen trinken, so dass Abpumpen bisher nicht so optimal war. Aber ich versuchs immer wieder :-)Wann hast Du bei Lian abgestillt?
Nach einem halben Jahr. Ich habe aber schon vorher Wettkämpfe gemacht und ihn immer mitgenommen. Statt mich vor dem Rennen aufzuwärmen, hab ich Milch abgepumpt und meine "Konkurrentinnen" haben dann geschmunzelt. Da Lian aber nur aus der Flasche trank, wurde das Abpumpen mit der Zeit zu aufwendig. Bei Yuna lasse ich es auf mich zukommen. Bis ich wieder zu arbeiten beginne, werde ich sicher weiterstillen.


Musstest Du Deine sicherlich eh schon spezielle Ernährung während der Schwangerschaften und der Stillzeit anpassen? Wenn ja, wie?
Nein nicht direkt. Ich kann einfach etwas mehr von allem essen, da ich ja oft trainiere. V.a. beim Stillen habe ich aber gemerkt, dass ich doch regelmässig (auch in der Nacht) essen muss, damit ich nicht zuviel Gewicht verliere, Da ich ja auch 1-2 Stunden am Tag trainiere. Vor dem Wettkämpfen muss man natürlich auf gewisse Dinge achten, aber ansonsten nicht allzu strikt.


Wie hast Du Dein Training an die drei Trimester der Schwangerschaft angepasst?
Bei der ersten Schwangerschaft habe ich noch mehr trainiert aber während der zweiten fühlte ich mich nicht allzu wohl. Zudem habe ich oft gearbeitet und wollte dann die übrige Zeit lieber noch mit meinem Sohn geniessen.
Ich habe nie nach Plan trainiert, sondern nach Lust und Laune und Zeit, so konnte ich das Training immer spontan anpassen. Im zweiten Trimester ging es eigentlich noch am besten, am Anfang war mir viel zu übel und am Schluss war ich dick und müde :-)
Kannst Du bestätigen, dass Deine Geburten aufgrund Deines trainierten Körpers leichter waren?
Nein. Die Geburten selber waren nicht einfacher, aber die Erholung danach. Ich war gleich danach wieder fit und konnte nach ein paar Tagen mein Pensum wieder aufnehmen. Aber eine Ausdauersportlerin ist nicht unbedingt gut geeignet für eine Schwangerschaft.

Warum nicht? Ausdauersportlerinnen haben oft einen tiefen Fettanteil und somit auch einen niedrigen Anteil an weiblichen Hormonen, was erschwert, überhaupt schwanger zu werden. Wenn es dann aber geklappt hat, sind sie meist fitter, da ja viele auch weiterhin trainieren und auch von der Geburt können sie sich oft besser erholen.

Wie oft nimmst Du Deine Kinder mit zum Training (im Sportwagen/Velo-Anhänger)? Ist dieses Training dann genau so effektiv?
Nein, effizient ist das Training damit nicht. Momentan trainiere ich höchstens 1-2/Woche so, je nach Wetter. Mit dem Veloanhänger kann ich nicht gut trainieren, denn mit dem Rennvelo ist man doch etwas zu schnell, aber es ist eine gute Möglichkeit, z.B. ins Schwimmbad zu fahren. Lieber gehe ich laufen oder inlinen mit dem Babyjogger. Das geht um einiges besser.
Woher nimmst Du die Energie für Deinen Spagat zwischen Mutter- und Partnerschaft, Arztberuf und Leistungssport?
Ich habe mir immer Kinder gewünscht und geniesse es sehr. Klar ist es manchmal sehr anstrengend, aber das kennen ja alle. Ich treibe wahnsinnig gerne Sport und es gibt mir viel Energie. Das ist meine Leidenschaft und ich werde wohl mein ganzes Leben diesen Sport machen. im Beruf bin ich nicht allzu ehrgeizig und strebe auch keine Karriere an. Aber Zeit nimmt er natürlich schon in Anspruch.

Liebe Nicole, ich bedanke mich ganz herzlich für Deine Zeit und das tolle Interview und wünsche Dir weiterhin viel Erfolg auf Deinem Lebensweg! :)

Wer mehr über Nicole Klingler erfahren will, kann sich auf Ihrer Homepage umsehen. Übrigens ist auch Nicole eine Tragemama, zwar nicht im Tuch aber sie trägt fast täglich... :)


Die Verwendung dieses Textes ohne Quellenangabe (Link auf diesen Blog) ist untersagt!

Thursday, September 09, 2010

Startschwierigkeiten

Der Aufenthalt im Spital war für mich alles andere als angenehm. Das Stillen, von dem ich ausging, dass sich das vom ersten Saugen an wunderbar ergibt, entpuppte sich als wahre Selbstkasteiung, die Tränen flossen Tag für Tag (Baby-Blues lässt grüssen) und niemand von den täglich wechselnden Hebammen/Schwestern hatte wirklich Zeit für mich und meine geschundene Seele. Zuhause kämpfte ich dann gegen den Schlafmangel (ich war der Ansicht, mich selbst exakt dann zum Schlafen zu zwingen, wenn auch der Kleine schlief - schwieriges Unterfangen, wie man sich denken kann) und realisierte dabei so langsam, dass ich mein altes Leben in den nächsten zehn Jahren nicht mehr führen werde (und es in zehn Jahren wohl so auch nicht mehr führen werden will, geschweige denn kann). Also: Keine exzessiven Shoppingtouren, keine mind.-3x-die-Woche-Sport-Pensen, kein Trödeln vor Kleiderschrank und im Bad, keine ungestörten Telefonate, Mailerein oder Chats mit der besten Freundin, kein Schalstricken, keine aufwendigen Backrezepte, keine effektiven Putzorgien, keine Kinobesuche und erst recht keine TV-Serien, kein Make-Up und keine Frisurexperimente, keine Wellnessferien, kein Geld, keine Musse, keine Zeit. Weder für mich noch für meinen Mann und für unsere Beziehung sowieso nicht. Fazit: Ich werde mich und meine Hobbies und Bedürfnisse komplett aufgeben müssen und mein Mann und ich werden hart daran arbeiten müssen um ein Paar zu bleiben und nicht bloss Eltern zu sein. Sich selbst so zu entsagen ist bereits ein grosser Kraftakt für ein verwöhntes Kind, das ich bin, dabei die Liebe zu bewahren, das ist nun wirklich eine Herausforderung fürs Leben! Man sieht, die Gedanken, die ich nach der Geburt des kleinen Menschleins hatte, das mein ganzes Leben auf den Kopf stellte, klingen nicht gerade positiv. Nein, ich bin keine dieser Voll-in-ihrer-Mutterrolle-aufgehenden-Supermamas. Ich habe arg mit meinem neuen Leben gehadert und tues es noch. Ein Prozess, der wohl noch ein Weilchen andauern wird. Nichtsdestotrotz hätte ich es früher oder später bereut, nicht Mutter geworden zu sein. Das ist einfach Bedürfnis, das ich schon als kleines Mädchen spürte und das ich nie in Frage gestellt habe. Hätte ich, wenn ich gewusst hätte, was auf mich zukommt? Fragt mich in zehn Jahren wieder! ;)