Wednesday, October 26, 2011

Unerwünscht
Eine andere Mama-Bloggerin brachte mich heute auf den Gedanken. Sie fragte, wo wir Mütter uns mit unseren Kindern unerwünscht fühlen. Das mit dem Amt muss ich regelmässigen Lesern hier wohl nicht mehr erwähnen. Und auch, dass gewisse Restaurants nicht gerade kinderfreundlich sind, ist ein alter Hut. Fakt ist, dass, wenn ich genau darüber nachdenke, ich mich eigentlich überall unerwünscht fühle, wohin man mich nicht eingeladen hat. Sogar unter Müttern! Warum? Na, weil es Situationen gibt, in denen mein Sohn sich nicht so verhält, wie ich denke, dass es andere vlt von mir erwarten. Sprich, er nimmt anderen ein Spielzeug weg, wirft Dinge herum, schlägt um sich und zornt, haut andere oder macht Lärm. Ich bin dann peinlich berührt und denke, dass andere denken, ich hätte die Erziehung verfehlt. Vielleicht habe ich das ja auch aber ganz allgemein, habe ich das Gefühl, fällt meiner meist schon etwas auf? Ist das einfach Charakter und Temperament? Es ist ja nicht so, dass ich ihn nicht zurechtweise wenn er was anstellt aber ich stelle ihn auch nicht auf den Kopf oder versohle ihm den Hosenboden. Manch einer mag mir vorwerfen, ich wäre zu wenig streng aber mein xunder Menschenverstand sagt mir oft, dass mein Sohn halt erst 1,5 Jahre alt ist! Ist es dann nicht etwas zu viel verlangt, dass er stante pede gehorcht, einsichtig ist oder begreift, wenn man an seine Vernunft appeliert (xy hatte vorher gerade das Wägelchen, gib es ihm doch wieder). Unsere Kinder leben in der Gegenwart und wenn da ein Wägelchen steht und sie es wollen, nehmen sie es halt. Ihre Handlungen reflektieren können sie vlt ab 3, sagt zumindest Largo wenn ich es richtig in Erinnerung habe. Ihr wisst schon, mein Guru ;) Also was ich eigentlich sagen wollte, ist, dass ich halt nicht bei jeder Aktion eingreife, die kinderpolitisch inkorrekt ist. Und das habe ich hier auch schon mehrfach erwähnt. Droht akute Verletzungsgefahr, muss man schon was unternehmen aber dauernd dazwischengehen und auf meinen Sohn einreden, das mag ich gar nicht, und damit meine ich jetzt mal die anderen: Lässt mein Kind in Ruhe! Ich schau schon, dass Eures unversehrt bleibt. Und wenn es mal weinen muss weil es was nicht bekommen hat, so lernt es vlt, darum zu kämpfen oder es lernt, dass das Leben kein Zuckerschlecken ist und man sich durchsetzen muss, etc. Ist doch psychologisch wertvoll, nicht? Ich glaube die anderen Mütter hassen mich für diese Einstellung und vlt fühle ich mich deshalb in deren Gegenwart unerwünscht. Hmm... Aber wahrscheinlich bin es einfach ich. Es ist ja nur ein Gefühl. Es sagt ja nie jemand "hau ab mit deinem "Ruach"!" Ich habe eben schon immer sehr sensibel auf Blicke und Gesten anderer reagiert und wahrscheinlich oft genug etwas Negatives hineininterpretiert, was gar nicht da war. In dubio pro reo...
Ansonsten: Es gibt auch Orte, an denen man mich von diesem Gefühl befreit. Z.B. war ich heute in der Bank und der Herr, der mich empfing schaute nicht böse drein sondern beachtete meinen Sohn als vollwertige Person und smalltalkte über Kinder. So geht das, liebe Ämter und Konsorten!

Tuesday, October 25, 2011

Ich spinne!
Mal kein grosser Zusammenhang hier, aber ich muss es einfach loswerden, so als Tipp für andere Schwangere. Also ich glaube es liegt nicht an der Sportart an sich, es ist egal, was man tut, aber es lohnt sich enorm, zumindest für mich: Ausdauertraining. War heute zum zweiten Mal im Spinning und es war wie schon beim ersten Mal bombastisch. Wer mich näher kennt, weiss, dass ich zu 80% während meiner Schwangerschaft ein lethargischer Walfisch bin, der dauernd einzunicken droht und seinen fetten A... nicht von der Couch zu bewegen bringt. Betrete ich aber das Fitnesshaus, geht's mir plötzlich blendend. Bisher habe ich nur an den Geräten trainiert und bin ein bisschen auf dem Velo rumgefahren (eins aber, bei dem die Pedale auf Hüfthöhe sind, das ist bequem wie Sofa und man kann dabei lesen). Als ich aber ins Spinning kam und die laute, fetzige Musik lief, setzte ich ungeahnte Kräfte frei und strampelte herum wie ein junger Frosch. Naja... für alle, die jetzt Mitleid mit dem Baby haben: Dem geht's bestens und ich erreiche bei Weitem nicht den Level der anderen Spinner ;) Aber ich muss sagen, es ist mein Highlight der Woche, mich eine Stunde lang so fit zu fühlen und ich geniesse das jetzt noch solange der Instruktor oder meine körperliche Verfassung es erlaubt. Der Bauch wird ja nicht kleiner und bald wird er im Weg sein...

Thursday, October 20, 2011

Die Nabelschnur
Es ist nicht ganz korrekt, dass die Nabelschnur bei der Geburt durchtrennt wird. Physisch ja, psychisch mitnichten. Heute habe ich es wieder gemerkt, als ich meinen Sohn bei der Schwiegermutter liess. Sicher war er nun schon viele Tage und Nächte dort und meistens gehe ich mit gemischten Gefühlen weg, das war's dann aber auch schon. Grundsätzlich überlasse ich mein Kind ja gerne mal in Obhut jemand anderes, wer nicht? So kommt man zum arbeiten oder auch mal zu sonst was, das man früher so gemacht hat (Training, Shopping...). Heute jedoch fiel es mir wieder extrem schwer, ich stieg sorgenvoll ins Auto, machte mir viele Gedanken (mal sehen ob ich sie zusammenbringe) und kurz bevor ich zuhause ankam, heulte ich und schaute dann daheim ganz sehnsüchtig auf sein Foto. Vielleicht lag es daran, dass meine Schwiegermutter heute keinen guten Tag hatte (Nicht nur Lachen steckt an, auch Schwermut!) oder dass mich meine bald 9-Monats-SS-Hormone so empfindlich machen, aber ich habe heute und nicht nur heute, sondern eigentlich schon länger, eine Heidenangst um mein Kind. Eins ist klar: Nachrichtenmeldungen über verunfallte Kinder sollte ich niemals lesen. Da dreht man ja als Mutter durch. Und nun reicht die Nabelschnur bis nach Triesen, aber die übermittelt mir leider keine Webcambilder, deshalb macht der Kopf, was er will und denkt sich schlimme Sachen aus, ohne, dass ich es will. Plötzlich wird einem wieder bewusst, wie nah man seinem Kind steht auch wenn man mehr als oft genervt ist und es anschnauzt. Dennoch kann man nicht mehr ohne es leben. Die Trennung von ihm schmerzt, wenn man sich nicht ablenken kann (aber in der Regel kann man das ja). Ich habe es in diesem Blog vlt schon mal irgendwo erwähnt, aber erst jetzt, verstehe ich meine eigene Mutter. Mein Vater bezeichnete ihr Verhalten stets als gluckenhaft und ich war meistens auch total genervt davon, wie's halt ist als junge Tochter. Aber ich habe nie verstanden, wie sie, selbst als ich aus dem Teeniealter rausgewachsen war, noch jede Nacht, in der ich im Ausgang war, aufzubleiben bis ich nach Hause komme. Wahrscheinlich schlief sie schon irgendwann nach langem Hin- und Herwälzen ein, wenn es spät wurde aber ich musste ihr immer versprechen, dass ich noch zu ihr ans Bett komme damit sie wusste, dass ich am Leben und zu Hause war und meist flüsterten wir dann noch ein bisschen damit ich ihr erzählen konnte, wo ich war und wie der Abend war bis Papa allenfalls erwachte und "pssscht" sagte, dann kam sie vielleicht mit ins Bad oder schlief beruhigt ein. Irgendwie ein schönes Ritual aber abgesehen davon, haben mich die vielen "ruf an, wenn Du da bist", "fahr vorsichtig", "geht's dir wirklich gut?", diese klassischen Bemutterungssätze, von denen man hoffte, dass sie nach 18 mal aufhören, natürlich genervt. Aber jetzt, ja jetzt, verstehe ich alles und finde, meine Mutter war kaum mehr Glucke als andere, sie war einfach Mutter. Jetzt bin ich in dieser Position und ich hätte ihr gerne gesagt, dass ich sie verstehe weil sie wahrscheinlich immer noch so wäre. Falls Ihr ähnlich denkt in Vielem (sicher ist es so), sagt es Eurer Mutter solange Ihr könnt! Angesichts dessen graut mir vor dem Heranwachsen meiner Kinder. Immer länger muss die Nabelschnur werden, vielleicht reicht sie mal um den halben Erdball und ich stehe täglich grauenhafte Angstanfälle durch. Aber muss es nicht so sein? Natürlich hat man ein Grundvertrauen in sein Kind und die Personen, die es hüten solange es noch klein ist. Aber es gibt immer den Faktor X, den man nicht beeinflussen kann. So überlegt, merke ich, dass ich bisher überhaupt keine Helikopter-Mama war (so nennt man Eltern, die dauernd über ihrem Kind kreisen um es vor allem und jedem zu schützen, dabei aber dem Kind kaum mehr Spielraum lassen, sich zu entwickeln). Ich hatte eigentlich schon immer grosses Vertrauen, das nichts passiert und lasse meinen Sohn klettern, rutschen, herumrennen, wie es ihm gefällt und manchmal gab's wirklich Situationen, in denen ich vlt ein bisschen eingreifen hätte müssen. Aber es kam immer gut, denn ich war ja da, ich sah ihn, ich hätte eingreifen können. Ich war da. Ich war da. Niemand anders. Das ist der grosse Unterschied.

Monday, October 17, 2011

Maschinen und Motoren
Am Samstag haben wir zwei Ausflüge der besonderen Art gemacht. Ein Inserat in der Zeitung wies auf eine Traktorenpräsentation hin. Beim Zmorga zeigte ich dieses meinem Mann und er fand kurz darauf ein weiteres Inserat über den TdoT bei Kaiser bei uns im Ort. Super! Unser Junge war beide male begeistert, bekam Prospekte mit nach Hause, ein Käppi und durfte den Traktor eines Bekannten besteigen. Bei Kaiser war's richtig professionell: Es gab eine tolle Baggershow, ein Sandkasten mit Baggern (da könnte sich unser Kleiner stundenlang verweilen), eine Stuntman-auf-Töff-Show (ich glaube ich war mindestens so begeistert wie mein Sohn) und Marroni für den Nachhauseweg. Wir haben beschlossen, demnächst die Zeitung immer genau nach solch kinderfreundlichen Events zu durchsuchen :)
PS: Wenn jmd einen S(O)S-Tipp für schlecht schlafende Mütter hat, bitte her mit den Hausmittelchen, homöopathischen Mittelchen und Teemischungen! Ich erwache schon öfter als mein Kleiner, oft jede Stunde. Ich suche dann das Klo auf (meistens) oder drehe mich wie ein gestrandeter Wal ächzend auf die andere Seite. Das trägt grad nicht zur Lösung meines Müdigkeitsproblems bei. Und jetzt hab' ich mich schon wieder nicht hingelegt. Mist!

Friday, October 14, 2011

Lang ist's nicht mehr! 
Woche 31, also noch irgendwie 9 weeks, das ist nicht mehr viel. Dennoch sind weder Klinikkoffer noch sonstwas gepackt. Auch der grosse Putzfimmel ist noch nicht ausgebrochen was daran liegt, dass ich noch arbeite und wenig Zeit habe. Und wohl auch daran, dass ich körperlich grad schlapp mache, wieso auch immer. Bei meinem Sohn war ich fit ad ultimo! :/ Letzte Woche begann es mit Schwindel, Übelkeit und bleischwerer Müdigkeit. Ich habe immer mehr Mühe, mich hinzulegen, zu drehen, auzustehen. Der Schwindel ist zwar vorbei, der Blutdruck aber wohl immer noch im Keller und ich werde immer wieder müde, so müde, dass ich innert Sekunden schlafe wenn ich mich hinlege. Mittags wie abends! Das ist lästig. Auch den Kleinen kann ich kaum noch ins Auto, ins Bett oder sonstwohin hieven. Es wird Zeit, dass ich mich umstelle. Ich trug ihn bisher immer vom Auto zum Ziel und retour, so musste ich ihm nicht a) für wenige 20 Meter die Schuhe anziehen und b) 20 Minuten für diese 20 Meter brauchen weil er so trödelt. Andere Mütter berichten derweil, ihr Kind selber einen kleinen Einkaufswagen zu schieben, so dass sie "helfen" können und Lebensmittel in das Kärrile legen. Da sehe ich ehrlich gesagt rot: Mein Kind würde ganze Regale ausräumen und Joghurtbecher durch die Gegend schmeissen. Wir würden totales Chaos und grossen Schaden hinterlassen, bekämen Hausverbot und eine teure Rechnung von der Versicherung. Wie machen das die anderen bloss!?!? Naja, mir wurde geraten, es auch zu probieren und so oft wie möglich laufen zu lassen damit er sich nicht mit 8 noch tragen lässt. Viele Veränderungen. Irgendwie reichts mir auch schon wenn ich zuhause 15min brauche bis wir parat sind zu gehen. Windeln wechseln, (Schuhe und) Jacke anziehen, Fläschchen nicht vergessen, alles einpacken, Handy nicht vergessen, selber Jacke und Schuhe anziehen (unterdessen nur noch sitzend :P, Flasche für mich nicht vergessen etc. Also ich gehe x-mal von der Tasche an irgendeinen Ort in der Wohnung, wo ich noch was brauche/fast vergass und dann dennoch in der Garage erkenne, dass ich dies und das vergessen habe. Nach der Still- kommt die Schwangerschaftsdemenz oder vielleicht eher: Ich bin immer zu spät dran und in der Eile geht alles vergessen :( Ja, und zurzeit erwache ich nachts praktisch jede Stunde :P Und da ist nicht mal immer mein Sohn schuld! Meist schon aber dazwischen ist es auch die Blase oder Sodbrennen. Lästig... Und seit drei Tagen will mein Sohn auch wieder um Mitternacht zu uns ins Bett. Und man kann nicht wirklich gut schlafen, wenn das Kind einen mit Tritten traktiert, den Kopf auf Dich legen will und Dir überhaupt keinen Platz lässt. Ich hoffe, das sind alles nur Phasen ;) Denn Schonen kann ich mich kaum...

P.S.: Ich kann Tanjas aktueller Blogeintrag nur unterschreiben: Das Zweite bekommt jetzt schon zu wenig Aufmerksamkeit. Man spricht kaum mit ihm, denkt kaum daran und auch mein Mann widmet sich dem Bauch weit weniger als beim 1. Mal. Armes Mädchen!

Tuesday, October 04, 2011

Retourkutsche
Da schreibt man mal einen positiven Eintrag und freut sich, wie gut alles plötzlich läuft, da zeigt einem der Nachwuchs, dass er auch anders kann. Ganz anders. Auf einige gute Nächte folgte also gestern eine turbulente Nacht. Ab 3 Uhr passte irgendwas nicht und der Kleine weinte zum Leidwesen der Eltern eine gute Stunde lang ohne ersichtlichen Grund. Dazwischen, so im Minutentakt, beruhigte er sich wieder um bald wieder zu weinen. Am Tage darauf war der kleine Mann widerspenstiger als üblich, wollte sich nicht wickeln lassen und zerstörte etwa 1,5 m2 Puzzlematte und ein Schiebebuch. Des weiteren wollte er wie üblich beim Kochen zuschauen und räumte dabei die halbe Arbeitsläche leer. All dies fand seine Mutter gar nicht komisch und wurde immer wieder ziemlich laut und auch etwas grob. Dies schien den jungen Mann nur noch mehr anzuspornen. Immerhin fand er nun schnell seinen Schlaf und versetzt die Mutter ins Grübeln: Kann man sein Kind abgöttisch lieben und trotzdem ab und zu die Lust zu verspüren, es durchzuschütteln? Nein, gut ist das nicht aber was tun, wenn auch der letzte Nerv bis aufs äusserste strapaziert wird? Gut dass unsere Vernunft solche Impulse immer sofort im Keim erstickt.

Monday, October 03, 2011

Schlaf, Kindlein, schlaf
Viele werden es mir nicht glauben aber seit ein paar Tagen hat sich der Schlaf meines Sohnes insgesamt verbessert. Damit meine ich, dass die bekannten Problemchen (Schoppen nachts und Übernachten im Elternbett) sich plötzlich in Luft aufzulösen scheinen. Mit Erstaunen beobachten wir, dass unser Sohn nun erst am frühen Morgen zu uns will. Einerseits geniesse ich so den gewonnenen Platz, den mein dicker Bauch jetzt braucht, andererseits bin ich etwas in Sorge, weshalb mein Sohn unsere Nähe nicht mehr so sucht. Liegt es an den Kuscheltieren, die er immer im Bett hatte, die er aber erst seit rund einer Woche plötzlich nicht mehr missen will? Liegt es am Entwicklungsschritt, den mein Mann zu beobachten scheint (Kuscheltiere haben, Dinge stapeln)? Auch konnten wir uns nun ein paar mal den nächtlichen Küchengang sparen, da unser Sohn einfach ein paar Schlucke aus dem übriggebliebenen Abendschoppen trank (den macht er beim Einschlafen eigentlich nie leer). Er meldet sich nach wie vor so oft wie zuvor, schläft aber mit ein paar Schlucken Wasser und eben Milch meist gleich wieder ein - im eigenen Bett. Auch beim Mittagsschlaf tut sich was: Er schläft zwar im Kinderwagen nicht mehr blitzschnell ein, tut es dann aber auf dem Balkon wenn man ihn wach im Wagen herausschiebt! Ich werde diese Entwicklung nun gut beobachten. Bleibt es 14 Tage lang dabei, können wir vielleicht jubeln und die neue Angewohnheit bleibt bestehen. Vielleicht schaffe ich es so nun auch, dass ich nicht mehr spazieren gehen muss damit der Kleine nach dem Mittagessen schläft. Ideal wäre ja das Bett aber das ist ein Fernziel. Zurzeit pflegt er auch den Rhythmus, nach dem Mittagessen zu schlafen, was für mich eine Erleichterung ist, da ich um spätestens 12 Uhr mit ihm essen kann und nicht bis 13, 14 Uhr damit warten muss. Schauen wir mal! Ich möchte hiermit festhalten, dass mein Sohn, allen Unkenrufen zum Trotz, diese Schritte selbst gemacht hat. Von wegen Radikalkur und so. Wir haben ihn immer sofort zu uns geholt nachts, wenn er das wollte. Aus eigenen Stücken hat er offenbar beschlossen, länger im eigenen Bett zu verweilen. Von dem was ich bisher erfahren und gelesen habe, ist so etwas ja fast unmöglich. Umso mehr freut es mich - wenn es denn so bleibt! :)

Jahrmarkt
Am Samstag waren wir kurz am Vaduzer Jahrmarkt, was ganz gut ging, denn wir blieben ja nicht lange. Mein Mann blieb trotz der immensen Auswahl an Bruder-Fahrzeugen stur, wir nahmen weder eine Schaufel für den Traktor noch einen Betonmischer oder Heuballenwickler mit nach Hause. Tja, auch unser Kind muss wohl bis Weihnachten warten. Dabei hätte dieses neue Spielzeug wohl vor allem der Mama Freude gemacht (und zwar nicht um des Spielzeugs Willen! Ehrlich: Ich hätte früher nie gedacht, dass man mal gerne Geld für sein Kind ausgibt aber es ist so!) Jetzt aber zu einem der wohl einschneidendsten Erlebnisse seit der Geburt unseres Sohnes: Er ist Karussell gefahren. Zum ersten Mal. Alleine!!! Was habe ich gezittert! Was wenn er rausfällt? Was wenn er rauswill? Schreit? Und wir können ihn nicht rausholen? Ich war ja so nervös! Dann ging es los und der kleine Mann dreht fröhlich Runde um Runde in diesem Auto. Ohne Gurte! Sah er uns, winkte er uns fröhlich zu. Was hat mein Herz gehüpft! Es war als wäre es erst gestern gewesen als ich vom Karussell aus meinen Eltern zugewinkt habe wann immer ich an ihnen vorbeifuhr. Und ich bin oft und gerne Karussell gefahren. Und ich sehe meine lächelnden Eltern vor mir als würden sie noch immer da stehen, am Rande des Karussells. Mein Vater in seiner Camel-Jacke, meine Mutter im Strickpullover. Ein seltsames Gefühl, wenn man plötzlich selbst am Rand steht und seinem Kind zuwinkt mit dieser Mischung aus irrsinnigem Stolz und leiser Vorahnung, was es bedeutet, loszulassen. Ich beginne erst langsam zu erfahren, was für Emotionen die Elternschaft noch mit sich bringen wird...