Wednesday, November 24, 2010

Voll was los...

Mein letzter Eintrag liegt nun schon eine Weile zurück. Ich habe anstrengende Tage und Nächte hinter mir. Das "Highlight" war wohl der sonntagabendliche Kinderarztbesuch mitten im Raclette-Essen für unsere Trauzeugen. Mein Sohn hat derart gehustet, dass mir Angst und Bange wurde. Kaum im Auto war der Anfall weg und ein Zäpfchen und ein paar Tropfen später fand er einen langen, erholsamen, tiefen Schlaf. Die Nächte darauf waren wieder unruhig, der Husten ist noch da aber es geht sosolala. Irgendwie bin ich immer unterwegs, hab' ein bisschen für meinen Mann gearbeitet, versucht, die Wohnung in Schuss zu halten, ein spartanisches Abendessen zu machen und mich durch die Zeitschriftenflut zu ackern. Zwischendurch bin ich am mailen. 

An dieser Stelle möchte ich auch den Blog meiner PeKiP-Kollegin Tanja erwähnen. Ich dachte mir ja schon, dass da draussen noch Millionen anderer Mütter ihre Erlebnisse ins Netz stellen, aber alle zu lesen, wer würde das schaffen? Nun aber, da ich Tanja persönlich kenne, muss ich mich up-to-date halten und klicke täglich rein um zu sehen was es bei Tristan, ihrem Sohn, neues gibt. Oft macht man, zumal die beiden Jungs fast gleich alt sind, ja auch genau die selben Erfahrungen und profitiert voneinander oder fühlt sich wenigstens nicht mehr ganz so allein mit dem aufgestauten Mama-Frust :)

Wo war ich? Ah ja, der Stress und was weiss ich, haben irgendwie dazu geführt, dass ich fürchte, zuwenig Milch zu produzieren. Besonders links scheint Ebbe zu herrschen. Schon länger habe ich festgestellt, dass mein kleiner, durstiger Spatz die Seite nicht mehr sonderlich mag, oft verweigert er sie nun völlig. Das ist echt ätzend! Werde ich nun zur einseitigen Stillerin? :( Offenbar scheint das zu funktionieren, wie ich im WWW so lese. Mal sehen... Toll ist's nicht aber aufhören will ich deswegen nicht wenns rechts auch geht. Beobachten und abwarten.

Gestern hat eine Freundin der Familie ihr zweites Kind bekommen. Irgendwie bin ich neidisch. Dabei sollte ich doch meinen Sohn geniessen und nicht noch mehr wollen bevor ich überhaupt das Eine im Griff habe. Komische Mama-Welt. Ach ja, dazu fällt mir schon das nächste ein:

Gestern war mein Kleiner bei der Tagesmutter. Und letzte Woche auch. Und einmal bei seiner Grossmutter. Ich geh' meist relativ locker weg und mache mein Ding. Aber mittendrin trifft es mich jedes Mal wie ein Blitzschlag: Dein Baby ist weg. Nicht bei Dir. Alarm! Ich bekomme Panik und einen ausgeprägten Fluchtreflex, der mir sagt, ich sollte jetzt sofort ins Auto steigen und zu ihm fahren. Der Verstand meint dann schon, dass mein Kleiner bestens aufgehoben sei, aber sag das mal einem instinktgetriebenen Muttertier, das ansonsten 24h um das Baby herum ist. Es ist ja wider die Natur, dass das hilflose Bündel nicht ständig bei/auf mir ist. Ich schätze also meine (ur-biologische) Reaktion ist als völlig normal einzustufen. Aber man muss sich echt beherrschen, dass man dann nicht gleich losbrettert wie die Feuerwehr und sein Kind aus den Händen der Betreuungsperson reisst. Seltsam... V.a. ist man ja sonst froh, hat man mal Zeit für sich. Und dann sowas... Tss... Muttertier halt. 

Und heute Nachmittag ist wieder Babytreff. Hoffe mein Kleiner ist brav, so dass die Mama auch mal zum Tratschen und Tee trinken kommt. Das lag bisher nicht wirklich drin...

Friday, November 19, 2010

88 Jahre und 8 Monate

Heute waren wir bei (Ur)oma. Die wurde 88. Was ein Alter! Und dafür ist sie noch richtig fit, zumindest geistig. Gut, sie vergisst immer unsere Namen und fragt jedes mal, ob wir denn noch da wohnen und ob wir nicht weg wollen, aber ich erkläre es ihr jedes mal gerne aufs Neue ;) Leider konnten wir aufgrund Nathaniels Müdigkeit und dem drohenden Kuchenbuffet (Ja, die Sucht) nicht allzu lange verweilen. Hätten wir doch gerne noch den ein oder anderen Verwandten gesprochen. Nun ja. Auf jeden Fall wurde mein Sohnemann heute schon unglaubliche 8 Monate alt, d.h. er kommt jetzt in den 9. Monat. Und das klingt doch schon fast erwachsen. Das klingt nach "gross". Ich habe das Gefühl, je älter er wird, desto schneller vergeht die Zeit. Hey, schwupps und er ist in der Schule! Wumms und er bringt seine erste Freundin heim. Oder einen Totalschaden! Herrje! Na, hoffentlich nicht. Aber es ist schon verrückt, wie schnell sie plötzlich wachsen und Fortschritte machen. Die ersten 5, 6 Monate ging ja gaaar nichts. Subjektiv gesehen. Da lagen sie noch den ganzen Tag rum und quengelten. Als ich das Neugeborene einer "alten" Schulkameradin vor ein paar Wochen gesehen und gehalten habe, konnte ich gar nicht glauben, dass Nathaniel auch erst noch so klein gewesen sein soll. Was? Nee... der war schon bei der Geburt so gross. Oder etwa nicht? So klein? Nein, niemals... Ich kann mich überhaupt nicht daran erinnern! Aber jetzt, wenn ich ihn so ansehe, dann merke ich: Doch, da ist was gegangen! Vorher hat man's nur an den Kleidern gemerkt, die er noch nie an hatte und die ganz plötzlich zu klein waren (übrigens ein Riesengrund für ein zweites Kind: Die schönen Kleider müssen doch getragen werden!)
So langsam kommt jetzt also Leben in den Alltag. Man kann jetzt was anfangen mit den Babys. Sie fangen an, sich zu bewegen, ihren Charakter zu zeigen, zu kommunizieren. Es wird spannend. So richtig spannend. Und das ist schön. Jetzt kommt langsam was zurück für all die Entbehrungen etc. Das ist toll. Ich freue mich riesig auf die Zeit, die noch kommt. Ich freue mich darauf, meinen kleinen Schatz immer besser kennenzulernen. Ihm zuzuschauen bei seinen ersten Krabbelversuchen, zuhören bei neuen Lauten, die er von sich gibt, ihn an der Hand nehmen wenn er die ersten Schritte tut. Schön! 

Thursday, November 18, 2010

So ist es!

Das ist übrigens das Verrückte am Muttersein und an den Kindern: Sie treiben einen in die Wahnsinn (und in die Schokoladensucht) - siehe vorheriger Eintrag - und trotzdem liebt man sie abgöttisch. Und war man mal eben ungeduldig, böse oder grob, dann bereut man es sofort und verfällt sofort in grosse Selbstzweifel. Aber das ist scheinbar normal, dass man sich für eine schlechte Mutter hält. Das Problem dabei ist: Es gibt wirklich schlechte Mütter. Das erfährt man täglich irgendwie in den Medien. Und woher weiss ist, dass ich nicht dazu gehöre? Und sind nur die Mütter gut, welche ihre (ur)eigenen Bedürfnisse völlig ausblenden? Und bin dann ich eine schlechte Mutter wenn ich mein Kind weinen, quengeln, warten lasse, weil ich grad noch 'ne Mail fertig schreiben will? Wenn ich nicht mit meinem Kind spiele weil ich grad damit beschäftigt bin, mir was zum Anziehen rauszusuchen. Wenn ich mein Kind in den Kinderwagen packe und bei H&M Kleider ansehe? Bin ich deswegen eine schlechte Mutter? Ganz ehrlich: Ich bin da nicht über jeden Zweifel erhaben...

Nerven aus Drahtseil, bitte - aber pronto!

Heute ist einer dieser Abende, an denen ich die Wände hochgehen könnte. Wirklich! Habe meinen Sohn um 20 Uhr ins Bett gelegt und er ist ohne auch nur einen Mucks eingeschlafen. Ganze 30min lang. Danach Geschrei. Das war vor einer Stunde! Nein, ich nehme ihn nicht raus. Ja, er ist erkältet, aber er hat seinen Medikamentencocktail intus (etwa 5 verschiedene Substanzen, von denen ich nicht wissen will, wie sie wirken und was sie beinhalten. Es ist mir zuwider, aber was soll man tun, ich glaube nun mal an die Schulmedizin und setze Homöopathie nur bei Zieperchen ein). Ja, er ist müde. Nein, er ist nicht hungrig. Also: Ich lasse ihn weinen, zornen, schreien à la Ferber. Was soll ich denn bitte sonst tun? Es nervt mich. Ich will Feierabend. Ich bin verdammt noch mal allein (mein Mann auf Geschäftsreise). Ich habe KEINE Nerven. Ich bin KEINE Supermutti, die liebend gerne eine Stunde lang am Bettchen wacht. Es MUSS reichen, dass ich alle paar Minuten zu ihm gehe, ihm den Nuggi wieder reinstopfe, ihn berühre (streicheln, Hand auflegen, Händchen halten). Es MUSS. Meine Nerven liegen bereits nach 5min ununterbrochenem Weinen blanker als blank. Noch mehr Strapaze geht nicht. Jede Faser in meinem Körper schreit nach Schokolade. So kompensiere ich die aufgestauten Aggressionen. Ich schätze, irgendwann wird mein Sohn von einer total frustrierten Mutter zu hören bekommen, dass er schuld daran ist, wie fett ich bin. Erstens eben das nun und zweitens weil ich keinen Sport mehr machen kann. Wie macht das eigentlich Nicole Klingler??? Studiert gerade Medizin, gebärt ein Kind und läuft, mit einem Fuss noch im Wochenbett schon wieder Marathon!? Geht gar nicht. Oder? Naja, vielleicht wächst das Kind ja bei ihren Eltern auf oder so, was weiss ich. Schön für sie. Aber bevor ich jetzt abschweife: Nach 50min habe ich es offenbar geschafft. Kein Mucks mehr aus dem Kinderzimmer. Puh! Irgendwie ist mir jetzt die Lust auf Schokolade auch vergangen. Aber irgendwas gönne ich mir jetzt dann doch noch... als Belohnung fürs Durchhalten. Und als Wegzehrung für eine vielleicht nicht ganz einfache Nacht. Falls DAS erst der Anfang war. Bitte nicht! So. Jetzt habe ich also noch 30min Mama-Pause bevor es Zeit fürs Bett ist - oder der Kleine wieder weint. Letzteres hoffe ich jetzt nicht. Drückt mir die Daumen!

Tuesday, November 16, 2010

Winterfreuden, Winterleiden

Jetzt ist es soweit. Heute Abend als ich nach 17 Uhr zum Schlafspaziergang aufgebrochen bin, wurde es mir bewusst. Jetzt ist er dann da, der Winter. Es war finster wie in einer Kuh, so wie's sonst erst um 22 Uhr abends ist und kalt wie im Dezember (ja, lang' geht's nicht mehr). Merkte es an den klammen, eisigen Fingern. Das ist okay, denn ich finde es ganz gut, dass wir vier Jahreszeiten haben. So bleibt's spannend. Aber mit Baby ist das irgendwie schwierig. Schon der Sommer war eher eine Qual, weil ich das Kind nicht dauernd 30 Grad aussetzen wollte ergo meist in der Wohnung blieb bis 18 Uhr abends. Und jetzt wo's auf die Null-Grad-Grenze zugeht, weiss ich nicht recht, wie das mit der Kleidung funktionieren soll. Im Sommer war das noch relativ einfach. Body und aus. Mehr brauchte das Kind nicht. Theoretisch genügte sogar die Windel. Aber jetzt? Krank ist er ja eh schon und anfällig sind sie nun sowieso immer mehr. Also lieber eine Schicht zu viel anziehen. Nun gibt es da aber ein Problem: 10 Schichten Kleidung vertragen sich nicht mit der Unwilligkeit meines Babys, die Tortur des Anziehens über sich ergehen zu lassen. Gut wäre, wenn jetzt jemand Babykleidung erfinden würde, die funktioniert wie ein Wurfzelt. Ich werfe sie dem Baby an und, schwupps, ist es angezogen. Binnen Sekunden. Die Realität sieht anders aus. Tausend Knöpfe, Reissverschlüsse und Stoff über Kopf und Glieder ziehen. Er hasst das abgrundtief! Er weint jedes mal! Und wenn er nicht weint, dann lacht er weil er es geschafft hat, sich vorher umzudrehen, wegzuwinden, so dass es nicht geht mit dem Anziehen und ich von Vorne beginnen kann. Ich rechne damit, dass ich, wenn's so richtig kalt geworden ist, eine Vorlaufzeit von 15 Minuten nur fürs Anziehen rechnen muss bevor wir Spazieren gehen können. Ich werde mir plötzlich schachspielerische Qualitäten aneignen müssen. Statt Züge vorausahnen, muss ich nun schon den Hauch eines Anfluges von Quengelei oder Müdigkeit meines Kindes registrieren um ihn schnurstracks anziehen zu können BEVOR er zu quengelig dafür wird und nachher zu übermüdet ist um im Kinderwagen schlafen zu können. Aber vorher muss ich mich ja auch noch anziehen. Und dann erst das Kind. Sonst liegt er mit seinen 10 Schichten im Kinderwagen und schwitzt. So schwitze halt ich, das tue ich sowieso den ganzen Tag, also nicht weiter schlimm. Gut braucht er noch keine Schuhe, der Kleine. Dafür aber sicher bald Handschuhe! Und ich wette, dass er die überhaupt gar nicht leiden kann. Hilfe!!! Und das alles für 60min herumspazieren! Und was mach' ich erst wenn ich bei einer Freundin zwischenstoppe? Alles wieder aus, da sein und dann alles wieder an. Und wie soll das auf Autofahrten aussehen? Autos haben es ja leider so an sich, dass sie ziemlich kalt werden, wenn sie draussen stehen. Dank modernem Komfort sind sie aber nach ein paar Metern fahren warm. Uns ist das relativ Wurst. Wir frieren halt erst ein bisschen und danach haben wir halt ein bisschen zu warm oder ziehen die Jacke unter dem Fahren aus (ja, ich weiss, das soll man nicht), das Kind soll aber weder frieren noch schwitzen. Wie mache ich das denn nur? Gibt es auch Funktionsbekleidung für Babys? Wisst Ihr was? Am besten bleiben wir zuhause bis es im Frühling wieder taut! Den Schneeflocken kann man ja auch vom Fenster aus zusehen. Ist eh romantischer ;)

Big city life

Meine Kollegin (ebenfalls Mutter eines 7 Monate alten Fratzes) und ich sind uns einig: Zum Glück wohnen wir nicht in einer Stadt! Ich habe in Zürich studiert, sie besuchte in St. Gallen eine Schule und ich war grad am Wochenende wieder in St. Gallen. Würden wir dort wohnen, so unsere geteilte Ansicht, wären wir täglich mit dem Kinderwagen in der Einkaufspassage (die wäre dann ja direkt vor der Haustüre), würden im Starbucks nach dem Stillen unseren Vanilla Latte (oder Grüntee oder so bzw. aktuell Gingerbread Latte :) schlürfen und bei Gemperli eine Bratwurst essen (oder bei BeckBeck ein Vollkorn-Laugen-Triangoli mit Ei - mmh!!! Lecker!) Naja, auf jeden Fall aber, und das ist die Quintessenz: Wir würden mehr Geld brauchen als wir hätten. Und unsere Kids würden mehr in Läden aufwachsen als im Grünen. Wow, und erst Zürich! Ich wäre ständig in der Bahnhofstrasse, im Globus, im Manor, hach! Ich müsste dann einen gut bezahlten PR-Job annehmen und mind. 50% wieder arbeiten zu können. Die anderen 50% würde ich dann eben mit Geld ausgeben verbringen. Mein armes Kind! Also nochmals: Zum Glück wohnen wir nicht in der Stadt! Die Versuchungen wären einfach zu gross! Das wären sie auch als Single, nur hat man da, weil man ja arbeitet, weniger Zeit zum shoppen. Als Mutter hat man den ganzen Tag Zeit, würde aber wohl in der Stadt auch ein ganz anderes Leben führen. Also, ich bin froh, bin ich ein Landei. Wenn ich Lust auf Stadt habe, dann fahre ich eben los. Und wenn's nur Buchs oder Feldkirch ist, was ich bequem mit dem Bus erreiche. Und manchmal darfs eben auch St. Gallen sein. Zürich habe ich mich noch nicht getraut bisher. Halbe Weltreise, v.a. mit Kind ;) Tja, also für mein Kind ist es so besser und das zählt. Da nehme ich es in Kauf, dass mir halt jede Woche mal die Decke auf den Kopf fällt... ;)

Friday, November 12, 2010

Wie bringe ich das Medikament zum Kind?

Mein Kleiner war krank und hat glaubs einen Rückfall, zumindest war der Morgen so ab 4 Uhr alles andere als schön, aber damit will ich jetzt grad niemanden mehr nerven. Auf jeden Fall haben wir ja Medis bekommen am Sonntag. Es gibt nur ein Problem: Wie bringe ich den Spray in die Nase? Wie den Hustensaft in den Magen und wie die Tropfen? Mein Kleiner wehrt sich mit Hand, Fuss und Kopf gegen fast alles, was man ihm in irgendwelche Körperöffnungen geben will (Zäpfchen gehen, Gott sei Dank!) Seit ich ihm ab und zu mal versucht habe, hartnäckige Popel aus der Nase zu kitzeln, hasst er jegliche Berührungen dort. Nicht mal in die Nähe darf man und er windet sich wie ein Wurm. Den Hustensaft nahm er mit Hilfe einer Spritze in den Mund befördert 1, 2 mal, danach war Schluss mit lustig. "Boäh, dieses Zeug mag ich nicht, geh weg! Auf keinen Fall schlucke ich diese Brühe noch einmal!" Kein Wunder geht es ihm nicht besser... Tipps?

Tuesday, November 09, 2010

Gesunder Menschenverstand

Wenn ich eines gelernt habe seit ich Mutter bin, dann, dass ich, was mein Kind betrifft, alle Entscheidungen alleine treffen und alles selber wissen muss. Denn: Je mehr sogenannte Fachleute aber auch Mütter man um ihre Meinung fragt, desto weniger weiss man nachher, was nun wirklich zu tun ist, da einem jeder einen anderen Rat gibt und in den meisten Fällen widersprechen sich die Ratschläge komplett. Das begann schon im Spital. Bei x Hebammen und Schwestern gab es mal diese Theorie, mal jene Therapie, mal diese Anweisung, mal jene Anordnung. Für eine frischgebackene Wöchnerin der Horror. Ein Kind kommt nicht mit Bedienungsanleitung und man liegt völlig hilflos und abhängig in diesem Spitalbett in der Hoffnung, man möge einen wenigstens ein bisschen anleiten. Befolgt man den Rat der einen Hebamme, schimpft später eine andere energisch, weshalb man das den um Himmels Willen jetzt so gemacht hat. Ich war frustriert und dazu kam auch noch Baby-Blues und Still-Desaster. Bei der Entlassung bekommt man dann ein ganzes Paket nützlicher Adressen und Anlaufstellen weiterer Fachleute, die einen durch die ersten Wochen und Monate begleiten wollen. Wieder schöpft man Hoffnung, es gebe Antworten auf konkrete Fragen zum Stillen, Schlafen, Pflege und vielem mehr, welche weder Bücher noch Internet (noch mehr Ratgeber!) nicht zu beantworten wussten. Doch wieder dasselbe... Befolgte man dies und fragte später noch jemand Zweites, riet der zu jenem. Was denn nun!? Beim Thema Beikost wurde das Ganze so richtig aufwendig, nachdem ich mich bei jeder erdenklichen Quelle geschätzte 100 Stunden informiert habe. Mir drehte sich der Schädel und ich beschloss, auf meinen Instinkt zu hören und mir das an Leitfäden rauszupicken, was ich als relativ sinnvoll erachtete. Mir ist Wurst, wenn andere Mütter mich mit offenem Mund anschauen, wenn ich erzähle, was mein Sohn schon alles an Nahrungsmitteln zwischen die Zähne bekam. Gross geworden sind wir noch alle irgendwie. Nur ist so ein kleines Menschlein kein Taschenrechner oder Staubsauger, bei dem man nicht viel falsch machen kann. Mehr Verantwortung als auf uns Eltern lastet nicht einmal auf dem Präsidenten der USA! Subjektiv gesehen... ;)

Monday, November 08, 2010

Die Leiden einer jungen Mutter

Mein Sohn war zum ersten mal so richtig, richtig krank. Zwei Nächte lang stand ich total neben mir. Der kleine Wurm litt wie verrückt, konnte einfach nicht schlafen, obwohl er todmüde war, wollte nicht liegen, bekam fast keine Luft, war unruhig, schwitzig und furchtbar geplagt. Was macht man da als Eltern mit! Mitleid, Schlaflosigkeit, selber am kränkeln, total übermüdet, überfordert und hilflos, weil man nicht weiss, wie man dem Kleinen helfen kann. Alle Mittelchen, die im Haus waren, nützten für einmal nicht die Bohne. In der zweiten Nacht waren wir fix und fertig, doch dem Kleinen ging's kaum besser. Und das am Wochenende, wenn kein Arzt Dienst hat! Aber zum Glück auch, denn so waren wir wenigstens zu zweit. Am Sonntag erreichte ich endlich den Kinderarzt und wir fuhren erleichtert in die Praxis. Die Medikamente halfen, die nächste Nacht auf heute war zum Glück für alle eine gute. Lieber Gott, hilf, dass mein Söhnchen nie, nie, nie mehr krank wird! Ich weiss, es wird noch seeehr viele Tage geben, in denen es ihm schlecht gehen wird. Da muss ich echt an meiner Geduld und meinem Schlafbedürfnis arbeiten! Solch durchwachte Nächte, in denen man eigentlich nicht viel mehr tun kann, als das Kind stundenlang herumtragen (was natürlich irgendwie an unsere Grenzen stösst), sind wohl herausfordernder als alles, was ich bisher mit meinem Kleinen erlebt habe! Hoffentlich kann er bald sprechen, ich erhoffe mir, dass dadurch das ein oder andere einfacher wird... und wenn er dann auch noch anfängt, mit uns zu kuscheln statt sich zu winden wie ein Wurm wenn wir ihn auf den Schoss nehmen wollen, dann wäre das auch für alle eine Hilfe... Für einmal wünscht man sich, dass die Kleinen auch mal gross werden!

Thursday, November 04, 2010

Wenn Engel reisen

Als Frau hat man ja aus Prinzip immer mindestens zehn Minuten länger bis man aus dem Haus kann. Das Make-up ging schief, das Outfit enttäuscht - also rasch umziehen, bloss was!? - die Tasche muss gewechselt werden. Schliesslich kramt man seine 7 Sachen zusammen, braucht noch 30 Sekunden um die passende Jacke zu finden und los. Ganz anders nun mit Baby. Mal abgesehen davon, dass die ganze Frauengeschichte nun wegfällt (ich kämme mir nicht mal mehr das Haar bevor ich aus dem Haus gehe!), muss ich nun für zwei hirnen. Geld, Handy, Autoschlüssel, Mütze, Schuhe, Getränk - check. Schnuller, Flasche, Imbiss, Mütze, Schuhe - check. Nuscheli - check. Spielzeug? Check! Decke??? Check! Hmm... Schnuller? Ah ja, genau. Also los! Da ich prinzipiell immer (schon vor der Geburt) mindestens fünf Minuten zu spät abrausche (immer!) wird's mit Baby auch nicht besser. Irgendwas vergesse ich IMMER! Die Einkaufstasche, das gelbe Büchlein, den Gutschein, den Schal, Windeln, irgendwas. Das ich garantiert brauche. Mit etwas Glück fällt es mir ein, bevor ich losgefahren bin, worauf ich also - alles von vorn - MaxiCosi wieder aus dem Auto wuchten, Richtung Lift schleppen, zur Wohnung fahren, Schlüssel rauskramen, Gegenstand suchen muss. Und dann wieder runter. Da MaxiCosi mit Kind nun schon geschätzte 20 kg wiegen (nur Kind ist zwar leichter, aber weniger handlich), ist das ein Kraftakt, der mich täglich mehrere Liter Schweiss produzieren lässt. (Ja, genau darum lass ich das mit dem Haare kämmen auch sein! Na, weil ich sowieso stinke, dann machen's auch gekämmte Haare nicht mehr wett, so ist das!) Ich komme mir jedes mal vor, als müsste ich für eine Weltreise packen. Der kleine Kerl braucht viel mehr an Begleitmaterial als ich. Schliesslich schleppe ich weder Chanel noch Louis Vuitton mit Zubehör (sowas wie Make up!) sondern nur noch Freitag Extragross mit dem Lebensnotwendigsten für mich (Geld und so). Ich schwöre, darin befindet sich nicht mal ein Labello geschweige denn Handcreme (ich höre entsetzte Laute von der entsprechenden Frauenfront!) Ja, was soll ich damit? Ich habe unterwegs weder Zeit noch Hände frei um sie einzucremen! Dafür macht garantiert der kleine Mann in die Windel, hat Langeweile oder will was zum kauen. Oder kalt! Meine Güte, letztens bin ich ohne Mütze für ihn aus dem Haus. Ich Rabemutter! Ich sage Euch, unterwegs mit Baby, das ist DIE logistische Herausforderung! Von Ferien will ich gar nicht erst reden! Das Auto wäre voll bevor wir auch nur einen von unseren Koffern reingepackt hätten! Wie machen das nur Leute mit 3 oder 4 Kids!? Da rechnet man mind. 1h bevor man das Haus verlässt... Unvorstellbar!