Thursday, November 07, 2013

Frauensache: Der Mooncup - ein Testbericht

Fast 4,5 Jahre (also seit meiner ersten Schwangerschaft) bin ich von ihr verschont geblieben. Praktisch durchgehend. Nach der Geburt stillte ich fast 10 Monate, 3 Monate später suchte sie mich zum ersten mal wieder auf und danach war ich wieder schwanger :D Ich stille noch aber nach 20 Monaten und 10 Tagen Stillzeit kam sie zurück, leider. Ich habe sie überhaupt nicht vermisst, nicht die Bohne! Und ich schätze auch jede andere Frau könnte gut ohne leben aber sie muss eben sein. Schliesslich ist sie indirekt dafür verantwortlich, dass wir Babys bekommen :) Also sollten wir sie auch ein bisschen schätzen... Die Menstruation.
Nachdem ich also die Tage wieder bekommen hatte, erinnerte ich mich an etwas, das ich in einem Online-Shop sah und das sieht so aus:
Darf ich vorstellen: Der Mooncup. Seines Zeichens Menstruationsbecher.
Ich war mir nicht ganz sicher, was ich mit diesem Monstrum anfangen sollte, las die Beschreibung und fand das dann doch ziemlich innovativ. Ich erinnere mich noch zu gut daran, immer bei Aktionen Multipacks meiner favorisierten Tampons zu horten da während eines Menstruationszyklusses gut und gerne eine Packung drauf geht und man unterwegs sowieso immer zu wenig dabei hat. Mal abgesehen davon, dass man die Dinger mitschleppen und die gebrauchten sowie die Hülle (ich benutze Tampax) und die Verpackung unauffällig entsorgen muss. Die Aussicht darauf, dies nicht mehr tun zu müssen (und Geld zu sparen denn ich werde wohl oder übel bis zur Menopause (die hoffentlich noch auf sich warten lässt!) an jedem verdammten Monat menstruieren), liess mich das Ding bestellen...
Der Mooncup kommt in einer ansprechenden Verpackung
und einem hübschen Säckchen.
Und heute habe ich ihn zum ersten Mal benutzt, da die Kinder ausser Haus waren (und ich dafür Zeit und Musse brauchte und mich schon den ganzen Tag über die doch recht starke Blutung nervte... ;): Den Moon Cup.
Ich sterilisierte ihn erst (im Steamer, Kochtopf tut's auch...) und guckte mir die Anleitung genau an. Es ist eigentlich simpel. Erst konnte ich mir nicht vorstellen, wie ich dieses Ding, das zwar nicht länger aber dicker als ein Tampon ist, in mich hineinbringen soll (ähm...) aber es funktionierte ;) Wenn der Cup nass ist, geht es wirklich problemlos. Man muss ihn nur vorher falten und dafür gibt's zwei Varianten. In einem Video des Herstellers (engl.) wird erklärt, wie man den Cup handhabt. Einmal richtig drin (und zwar nicht so hoch wie ein Tampon sondern so tief wie möglich und bequem), merkt man ihn nicht. Ich spürte nur ein wenig das "Röhrchen", das man individuell etwas stutzen muss (werde ich noch machen). Der Cup bildet im Innern des Körpers ein Vakuum, so dass nichts "daneben" läuft. Ich liess ihn den ganzen Nachmittag drin und wollte ihn dann, nur aus Neugier, nicht etwa weil ich "überlief" entfernen. Das Rausnehmen stellte sich als etwas trickier heraus als das Einführen. Das lag wohl daran, dass er doch etwas zu hoch drin sass und ich meine Fingernägel nicht geschnitten hatte (das wäre ein guter Tipp weil sonst piekst man sich dauernd selber - autsch)! Weil zuerst sollte man das Vakuum lösen. Mit etwas Zug am Röhrchen u/o dem Einsatz der ja hoffentlich noch vorhandenen Beckenbodenmuskulatur und der richtigen Position (Hocke z.B.) bringt man den Moon Cup raus. Es fühlt sich fast an wie eine kleine Geburt! :D Nein, so arg ist es nicht, tut auch nicht weh und der Becher ist aus weichem, medizinischem Silikon. Einmal draussen, begutachtete ich das Ding und hatte einen kleinen Aha-Effekt: Zum ersten mal seit ich etwa 11 oder 12 war, sah ich, was da an Flüssigkeit aus meinem Körper kommt. Man sieht das Blut ja sonst nur auf Binden, Slipeinlagen und Tampons... Spannend... viel war es gar nicht, ich hätte den Cup noch länger drin behalten können, ich glaub' er war nicht einmal halb voll. Das ist einer der vielen Vorteile: Man kann ihn viel länger drin behalten als ein Tampon. Gut 4 Stunden, problemlos, natürlich individuell je nach Menstruationsstärke etc.
Der Cup ist in zwei Grössen erhältlich: Eine für Frauen unter 30 und eine für Frauen über 30 bzw. für Frauen, die vaginal entbunden haben.

Vorteile des Menstruationsbechers

  • Hält länger insgesamt (Jahre) und bietet auch während des Zyklus länger Schutz (muss weniger oft gewechselt werden)
  • Wiederverwendbar: einfach herausnehmen, ausleeren, abwaschen und wieder einsetzen
  • bequem und praktisch, sehr auslaufsicher
  • Kein Abfall
  • Man spart bares Geld
  • Keine Trockenheit, sehr hygienisch
  • Das Blut wird gesammelt, nicht gestaut
  • Nie mehr jmd um einen Tampon bitten müssen
  • Für unterwegs muss man höchstens eine Wasserflasche mitnehmen um ihn auf der Toilette ausspülen zu können
  • umweltschonend
  • super für empfindliche Frauen, die zu Allergien/Pilzinfektionen neigen
Nachteile gibt es meiner Meinung nach nicht, ich finde es toll, den Moon Cup für mich entdeckt zu haben. Diese Bloggerin hier fand sogar, der Cup habe ihr Leben verändert :D Aber schaut selber oder probiert es aus: Ihr könnt den Moon Cup auch über mich bestellen ;)


3 comments:

Susanne Hahn said...

Ich verwende die lunette, ebenfalls eine mondtasse, seit nunmehr 8 jahren..
In dieser zeit habe ich niemals tampons vermisst und es ist ein wirklich sehr empfehlenswertes produkt. Dennoch sollte man sich die verschiedenen modelle einmal life zu gemuete fuehren da sich das teil gut in der hand anfuehlen muss und es doch kleine und feine unterschiede gibt.
Fein ist es auch den stiel unten zu kuerzen oder ganz zu entfernen...
Gute sache !!!

Deborah Shkodra said...

hallo erst mal :) dass du deine tage so lange nicht hattest! krass :D Ich stille auch vollzeit und hatte sie bereits einen Monat nach der Geburt wieder :D wie unterschiedlich wir doch sind. so eine mooncuplösung hab ich mir auch schon überlegt. das gefühl des fremdkörpers, attet ihr das gar nie? :)

Lorelai said...

Nein, Deborah, es ist wie beim Tampon, den spürst Du auch nicht. Wichtig ist es, wie Susanne sagt, den Stiel etwas zu kürzen, das ist das einzuge das Du sonst merkst und das kann unangenehm sein...