Monday, March 04, 2013

Gedanken zum Familienbett

Definition

Kinder und Eltern schlafen im selben Bett. Entweder die ganze Nacht oder die Kinder werden rübergeholt wenn die Eltern zu Bett gehen bzw die Kinder weinen oder die Kinder kommen von selber (nenn ich jetzt mal teilweises Familienbett ;) Entweder alle Kinder oder eben nicht (nenn ich jetzt mal partielles Familienbett)... Oftmals steht neben dem Elternbett ein Beistellbett (oder zwei). Als Rausfallschutz können Gitter angebracht oder eine Matratze auf den Boden gelegt werden. Manche kaufen auch einfach breitere Betten u/o stellen das Bett auf einer Seite an die Wand. Als wir im Hotel nächtigten, taten es auch Stühle, die ich an meiner Seite ans Bett gestellt habe.
Es ist heute so, dass rund 40% der Kinder im Alter bis zu vier Jahren noch mindestens 1x die Woche im Elternbett nächtigen, so ungefähr steht es in Largo's "Babyjahre". Auch ich kann mich noch daran erinnern, an gewissen Nächten (z. B. bei Gewitter) zu meiner Mama unter die Decke geschlüpft zu sein.

Ursprung

In Naturvölkern ist es noch heute üblich, dass die Familie nah beieinander schläft und das aus durchaus logischen Gründen (Platzmangel, Schutz vor wilden Tieren etc.)
Eigentlich haben erst die Neuzeit und v.a. der Wohlstand dafür gesorgt, dass Kinder in einem separaten Zimmer untergebracht werden - getrennt von den Eltern.

Vor- und Nachteile

Dafür spricht, dass man den Kindern Nähe und Geborgenheit gibt, sie schneller und besser trösten kann. Das nächtliche Stillen wird enorm erleichtert. Die Schlafrythmen von Mutter und Kind passen sich in der Regel so an, dass das Kind die Mutter nicht im Tiefschlaf weckt.
Besonders auch im Krankheitsfall, beim Zahnen oder anderen, anstrengenden Phasen, wird die elterliche Nachtruhe auf diese Weise am wenigsten gestört. Auch wird z.B. hohes Fieber oder Erbrechen in der Nacht von Eltern in jedem Fall sofort registriert. Besonders letzteres kann auch schon mal lebensrettend sein. Wer das Familienbett umfassend praktiziert, spart sich zudem ein Zimmer, zumindest so lange bis ein Kind sich ein eigenes Bett wünscht.
Natürlich gibt es auch Nachteile: Manche Kinder schlafen alleine besser (muss man ausprobieren), manche Eltern aber auch... Besonders Väter stören sich oft daran, dass sich der Nachwuchs breit macht und die Nachtruhe stört. Ein grösseres Bett mag Abhilfe schaffen aber oft suchen Kinder eben instinktiv auch im Schlaf Körperkontakt und "rücken einem auf die Pelle".
Ich erhebe hierauf keine Vollständigkeit. Ach ja, wer nun meint, dass die Kinder ewig im Elternbett schlafen wollen: Spätestens beim ersten Freund/der ersten Freundin ziehen sie aus. Und sonst baut man halt an damit auch der Freund der Tochter Platz hat :D

Unsere Situation

Beim 1. Kind

Wir haben unseren Sohn schon nach der ersten Nacht ausquartiert weil ich aufgrund seiner vielen Geräusche einfach nicht schlafen konnte. Bald haben wir ihn dann wieder zu uns geholt. Er lag allerdings in einer Wiege. Hätte ich bloss das Beistellbett damals schon gekannt! Zum Stillen zog ich anfangs immer auf die Couch und später dann auf einen Stuhl in seinem Zimmer. Natürlich wird man ziemlich wach wenn man sich zum Stillen in ein anderes Zimmer begeben und dabei sitzen muss und so war die Zeit mit unserem Sohn immer eine ziemlich schlaflose für mich. Bis heute kam und kommt es immer wieder vor, dass er nachts bis zu 3x erwacht, seinen Nuggi sucht, einen Schoppen will, auf die Toilette muss oder oder oder... Vor der Geburt unseres 2. Kindes kam er deshalb praktisch jede Nacht zu uns bzw. ich habe ihn immer rübergenommen wenn er sich nicht gleich beruhigen liess. Da das nachher nicht mehr ging weil sich die Kinder sonst gegenseitig weckten, musste mein Mann anfangs lange im Zimmer unseres Sohnes schlafen.

Beim 2. Kind...

...macht man vieles anders/besser: Ich hatte mit ein Beistellbett geliehen und als ich dieses wieder zurückgeben musste, haben wir ein grösseres IKEA-Gitterbett gekauft, eine Seite abgemacht und dieses an meine Seite gestellt. Bis heute klappt das wunderbar auch wenn meine Tochter nicht immer und sicher nie die ganze Nacht dort drin schläft. Sie schläft meist zwischen uns. Für mich ist das die allerbeste Situation, ja ich liebe es sehr, dass sie bei uns schläft, in meiner Nähe ist. Schlafmangel habe ich nur noch in schlechten Nächten wenn sie irgendwas plagt oder wenn unser Grosser schlecht schläft und oft erwacht, ansonsten ist es für mich wahrlich paradiesisch, v.a. seit ich aufgehört habe, auf die Uhr zu schauen wenn ich wach werde. Zwar muss ich meist noch 1x raus aufs Klo und ich bleibe auch mal wach, aber ansonsten schlafe ich schnell wieder ein. Ich glaube, dass auch mein Mann es eigentlich geniesst, dass seine Tochter bei uns schläft, wir freuen uns auf jeden Fall beim Zubettgehen immer sehr, sie zu sehen wenn sie friedlich mitten im Bett liegt und vor sich hin schlummert - wie ein Engel :) Natürlich ist sie noch klein und schläft ausnahmslos ruhig.
Seit einer Weile aber kommt es auch vor, dass unser Grosser nachts/frühmorgens ins Elternbett will. Dann wird das Ganze schon etwas unbequemer. Er ist ein ziemlicher Platzhirsch und ausserdem sehr unruhig, rotiert im Bett zig mal um die eigene Achse und auch hier schläft er dann oft nicht wirklich besser sondern verlangt noch nach seinem Schoppen. Wenn's dumm geht, wird die Kleine von ihm wach gehalten und es dauert ewig bis beide wieder ruhig sind und schlafen. Da ist dann Schlafmangel vorprogrammiert! Eine Lösung haben wir nicht. Mein Mann zieht meist schnell auf die Couch wenn er überhaupt noch im Bett ist um die Zeit, in der unser Sohn zu uns möchte. Auf jeden Fall möchte ich es ihm nicht verwehren, denn er kommt sonst schon eher mal zu kurz und soll dürfen, was auch seine Schwester darf.

Fazit

Ich würde ein Baby immer wieder bei uns schlafen lassen. Ich geniesse diese Nähe sehr und die Zeit wird kommen da das Kind nicht mehr bei uns schlafen will oder auch sie vlt zu unruhig wird, wobei ich denke, dass dies eine Gewohnheitssache ist und ein Kind, das von Anfang an die Anwesenheit der Eltern gewohnt ist, anders schlafen wird als ein Kind, das ansonsten alleine schläft. Aber vlt ist es auch eine Frage des Alters oder Charakters?
Also im Moment denke ich gar nicht daran, an unsere Schlafsituation irgend etwas zu ändern =)
Das Familienbett ist eine schöne Sache und es gibt mehr Eltern als man denkt, die es, zumindest partiell bzw. teilweise, praktizieren. Trotzdem mag es nicht für alle passen. Schade ist, dass man in unserer Gesellschaft automatisch davon ausgeht, dass das Kind separat schläft, wenn auch vlt zu Beginn immerhin im selben Raum wie die Eltern... In Babyfachgeschäften stehen reihenweise Betten und Wiegen, Beistellbetten gibt es oft nur vereinzelt, wenn überhaupt. Spätestens nach 6 Monaten kommt ringsum die Frage, ob das Kind schon im eigenen Zimmer schläft. Warum denn eigentlich?

2 comments:

Vorstadt Eulen said...

huhu
sehr schöner post ! ja ich bin auch so eine mama die ihr kind zu sich ins bett holt. davis schläft zwar in seinem eigenen zimmer, bei besonders unruhigen nächten habe ich aber keine lust zig mal aufzustehen und immer wieder hellwach zu sein. aufgefallen ist mir auch das er sein mittagsschlaf viel tiefer und ausgiebiger hält wenn wir zusammen in einem bett schlafen. Ja in einem- ich bin nämlich so klein- das ich ab und an zu ihm ins bett steige und dort die beine einwenig anziehe ;) ohhh man ... pssst nicht weitererzählen ....aufjedenfall finde ich es auch erbärmlich das kinder ausquartiert werden. ich liebe das wenn der wurm bei mir schläft. die werden sooo schnell groß- fraglich ob sie dann noch so kuscheln wollen, oder?

lg isabella

Andrea said...

Hallo !

Das hast du schön geschrieben. Unser Ältester hat auch bei uns im Zimmer, nicht aber in unserem Bett geschlafen. Ich wollte ihn nicht "verwöhnen", wie die Hebamme so oft zu mir gesagt hat. Bei Kind zwei wurde es schon anders, der hat oft auch bei uns geschlafen. Kind 3 hat dann von Anfang an bei uns geschlafen, bis sie dann irgendwann von alleine nicht mehr wollte.

Ich dachte immer: wenn sie abgestillt sind, kommen sie nicht mehr. Das stimmt aber so nicht, das bringt uns gerade unsere Nummer 5 bei. Der kleine Mann kommt nämlich nachts häufig noch zu uns und schläft dann den Rest der Nacht bei mir und meinem Mann und Stilljunior :-) Wir genießen die Nähe, es ist gut so.

Liebe Grüße
Andrea