Friday, November 30, 2012

Nein, geh noch nicht!

Mir wird gerade schmerzlich bewusst, dass es jetzt dann ernst wird. Unser geliebter Teutonia Spirit S3 in dunkel und blau, er hat einen Käufer gefunden und wird am Wochenende übergeben. Für einen Bruchteil des horrenden Kaufbetrages, den wir damals bezahlt haben. Es war soweit ich mich erinnere so ziemlich das erste, das wir, mit wachsendem Babybauch meinerseits, erstanden haben. Wir kannten uns nicht aus und liessen uns im Babyfachgeschäft beraten. Man bot uns für unsere Bedürfnisse gerade mal zwei Wagen an und so entschieden wir schnell. Wie der andere aussah oder was es war weiss ich nimmer. Der Wagen kam nach Hause, sah toll aus, so nigelnagelneu. Ich konnte es kaum erwarten, ihn zu benutzen. An den ersten Spaziergang mit Baby kann ich mich noch haargenau erinnern. Wir haben auch Fotos gemacht davon. Sind nur rund 20min "um den Block". Von da an war der Wagen, da unser Sohn ihn gerne mochte eigentlich, täglich im Einsatz. Oft 2-3 mal. Dauernd sind wir raus mit ihm denn er schlief ja sonst nicht. Er hatte auch eine Phase, in der er im Wagen kaum den Schlaf fand. Was haben wir Kilometer zurückgelegt, Millionen von Worte gewechselt, den Wagen schiebend (mein Mann und ich oder ich und Kolleginnen), was haben wir tausendmal die Wege in unserer Region damit befahren. Wir hängen an dem Ding, viel mehr als an jedem anderen Gegenstand, den wir je für unsere Kinder angeschafft haben. Nachdem wir zuletzt vor der Geburt unserer Tochter mit unserem Sohn nicht mehr soo häufig spazieren fuhren, schlief er dennoch täglich mittags auf dem Balkon darin ein. Auch unsere Tochter lag in diesem Kinderwagen, der so gemütlich ist mit dem weichen Schaffell und beklagte sich kaum. Nur wird er nur mehr selten benutzt und auch wenn wir nicht wissen, was die Zukunft bringt, so denke ich doch, dass wir auch ohne ihn zurecht kommen. Schliesslich gehört zu unserem oft zitierten Fuhrpark jetzt ein Geschwisterwagen (fast täglich im Einsatz), ein Fahrradanhänger mit Platz für zwei und ein Buggy. Und Tragetücher bzw. -hilfen gibt's im Haushalt auch genug.Wir können also dem Wagen getrost adieu sagen, das wenige Geld, das wir dafür noch bekommen in die Hand nehmen und hoffen, dass er noch lange, wenn auch nicht von uns, in Gebrauch sein wird. Ein "Ding" weniger, das wir zügeln müssen nächstes Jahr. Dennoch: Ich hätte ihn liebend gerne gezügelt, hätte liebend gerne meine Tochter noch ein Weilchen damit herumchauffiert denn als "Sportwagen" haben wir ihn eigentlich viel zu selten gebraucht. Der Wagen hat Qualität, hat ein dickes, sonnenfestes Dach, hat ein Netz gegen Insekten, hat einen Regenschutz und was man sich auch immer vorstellen mag. Er ist wendig, macht auch vor holprigen Wegen keinen Halt und lässt sich problemlos im Kofferraum des Autos verstauen. Und in der Tragetasche kann noch so manches Baby sanft einschlummern. Hach! Seufz! Bleib, doch noch ein bisschen bei uns, geliebter Kinderwagen! Allzu schmerzlich macht sein Auszug mir bewusst, dass die Babyzeit meiner Kinder aus und vorbei ist, nie mehr wieder kehrt. Bald wird meine Tochter 1 Jahr alt, bald wird sie laufen... Das Jahr ging um wie nichts. Es macht mich grad' sehr traurig... Ging es Euch auch so beim Verkauf Eures Kinderwagens oder bin nur ich so furchtbar sentimental? Man möge mich bitte daran hindern, bei der Übergabe Rotz und Wasser zu heulen. Die Leiden einer Mutter...

1 comment:

scharly Anders ist anders said...

Bin gerade über Deinen Namen bei Dir gelandet
> ist eine meiner Lieblingsserien *lach
ganz liebe Grüße
scharly