Monday, January 30, 2012

Wie sich das Leben mit Kindern verändert...
...eine unvollständige Liste - in Frageform:
- Was ist Nagellack?
- Wie schmeckt ein Long Island Ice Tea?
- Und wie fühlt sich der Kater danach an? (Etwas, das man nicht vermisst ;)
- Was läuft gerade im Kino?
- Warum muss man "How I met your Mother" unbedingt sehen? (Immerhin weiss ich, dass es sich um eine TV-Serie handelt ;)
- Wann ist besagter TV das letzte Mal an gewesen?
- Was für ein Wochentag ist heute?
- Wie fühlt es sich an, auf hohen Schuhen zu gehen? Oder überhaupt in Schuhen, die nicht über das Attribut Freizeit verfügen?
- Wie sehe ich aus wenn ich geschminkt bin?
- Wie riechen meine vielen Parfums?
- Kann ich die überhaupt noch benutzen? Und wird mein Make-Up in einem Jahr noch nutzbar sein? (Plan für die Zukunft: Irgendwann mal wieder welches benutzen. Täglich)
- Das mit dem Nagellack hatte ich erwähnt? A propos: Gibt es welchen, der Haushalt und Kinder länger als 2 Stunden überlebt?
- Das letzte Mal als ich einen Rock/ein Kleid trug, war wann nochmal?
- Wie fühlt es sich an, nachts um 4 Uhr in einer Bar/auf einer Party/sonstwo, nur nicht zuhause zu sein? Und zwar tanzend/feiernd/trinkend und nicht stillend/tröstend/Nuggi steckend?
- Wann kann ich endlich wieder Chanel/Louis Vuitton/Longchamp am Arm tragen und nicht Lässig/Maxi Cosi/das Kind?
- Was ist ein Couchtisch? Man kann da Getränke raufstellen? In Gläsern? Mit Alkohol gefüllt??? Und Erdnüsse dazu?????
- Der kann Ecken und Kanten haben? Und trägt keine lustigen IKEA-Patschehändchen aus der Patrull-Serie zum Schutz vor Kopfwunden??
- Wird das Bewusstsein, alles, was lieb und teuer ist oder sonstwie kaputt gehen/gegessen werden könnte, in einer Höhe von über 1,20 m unterzubringen, irgendwann verschwinden?
- Wann müssen Schranktüren in Kinderhändegriffweite nicht mehr verriegelt werden? Pfannenstiele und Messer nach hinten gekehrt/verschoben werden??
- Wie lange ist das Auto noch eine fahrende Müllhalde? Und kann aus Essensresten von Müsliriegeln, Reiswaffeln und Laugengipfeln neues Leben entstehen??
- Wie viele Abfallmarken benötigt ein Haushalt mit zwei windelntragenden Kindern pro Jahr? Und wie viele Säcke?
- Tragen ständig unterbrochene Gedanken/Sätze/Unterhaltungen zu einer Verbesserung der Gehirnleistung bei oder eher zu einer Verschlechterung?
- Gibt es die Schwangerschafts- bzw. Stilldemenz tatsächlich oder werde ich einfach immer doofer? Liegt es daran, dass ich keiner vernünftigen Arbeit mehr nachgehe?
- Was zum Geier treibt die Leute an, sich täglich über das Weltgeschehen zu informieren? Ist es wirklich wichtig, was gerade in Aghanistan/Fukushima/Nordkorea passiert? Ist es wichtig für jemanden, der froh sein muss, wenn er sich merken kann, dass er noch Windeln/Quark/Stilltee besorgen muss?
- Sind Mütter dicker weil sie immer den Lift benützen müssen um Kinder/Maxi Cosi/Kinderwagen/Wickeltasche in diverse Stockwerke zu transportieren?
- Wird der Körper sich später wieder daran gewöhnen, mehr als fünf Stunden am Stück durchschlafen zu können?
- Wird er sich an Sport gewöhnen? Und an Diäten? Schokoladefreie Zeiten?
- Fühlen wir uns überflüssig sobald das Kind alleine aufs Klo gehen und sich selber anziehen kann? Wird es wehtun? Fest wehtun?
- Was ist Powershopping? Kann ich das bitte haben?
- Was ist ein Wellnessweekend? Ohne Kinder? Haben!
- Was ist Luxus? Ein Glas Latte Macchiato und Ruhe? Ein Klatschheftli. Und Ruhe. Stricken. In Ruhe. Eine Trainingsstunde. Und Duschen! Ein Candle Light Dinner. Zuhause. Während die Kinder schlafen. Und seien es nur Nudeln.
- Werde ich je wieder fähig sein, zu arbeiten. Mit dem Kopf und dabei Geld verdienen?? Und es in etwas investieren, dass für mich ist?
- Können wir uns eine Putzfrau leisten?
- Kann ich das gelbe Büchlein mal archivieren - und gegen Krieg und Frieden eintauschen? Oder Ulysses?
- Wann kann ich wieder damit aufhören, die Versandkataloge ungelesen in den Papierkorb zu werfen?
- Kommt ein Tag, an dem ich im H&M nicht mehr in der Kinderkleiderabteilung herumschleiche sondern in der Abteilung Damen?
- Kommt ein Tag, an dem ich wieder durch die Zürcher Bahnhofstrasse flaniere? Und zugfahrend dahin komme?
- Und im Globus einkaufe und nicht im Purzelbär?
- Und mir mittags im Mc einen Cheeseburger gönne? Alleine.
- Werde ich je wieder Mawashi Geris üben? Die Tsuki no Kata laufen? Liegestütze auf meinen Fingerknöcheln machen? 50 davon. Und 100 Bauchklappen. Und meinem Gegner kräftig einen in die Magengegend hauen, dass ihm die Luft wegbleibt?
- Zur Prüfung antreten. 1. kyu. Dann 1. Dan?
- ins Karatelager fahren? Und vielleicht meinen Sohn grad mitnehmen weil er auch trainiert *g*? Würde er das wollen? *gg*
- einen Weiberabend machen mit einigen Grey's-Episoden? Oder dem neuen SATC-Film?
- Darf ich mal wieder die Schulbank drücken? Oder mit 60 wieder an die Uni gehen und nochmals studieren? Medizin zum Beispiel! Oder einfach nochmals Japanologie und Publizistik? Weil's halt doch verdammt cool ist, einfach nur Wissen aufzusaugen, zu lernen, Studi zu sein und Bücher zu wälzen? Und auf's Trämli zu rennen!
- Werde ich das alles überhaupt wollen und auch tun, wenn ich es dann wieder kann?
to be continued

Tja, die Zeiten ändern sich. Das Leben auch. Noch vermisse ich diese Dinge. Aber irgendwie gar nicht mehr so doll. Ich habe gelernt, damit umzugehen, dass nun vieles (alles?) anders ist. Ich fühle mich insgesamt, denke ich, sehr glücklich. Vielleicht sogar glücklicher als zuvor. Weil ich nicht mehr irgendwo für irgendwen arbeite. Sondern das tue, was ich eigentlich immer wollte. Mit allen Konsequenzen. Harten Konsequenzen. Aber doch tue ich es für mich. Und Druck mache auch nur ich. Ich allein. Ich bin raus aus dem Hamsterrad. Meine Tage gestalte ich jetzt selber. Ich habe viel aufgegeben. Alles? Ich habe viel dazugewonnen. Ich habe getauscht, eigentlich auch nur auf Zeit. Zeit ist relativ. Gerade mit Kindern. Herausgefordert werde ich immer noch täglich. Anders. Aber doch. Nichts wiederholt sich, wirklich. Die Kinder wachsen, verändern sich. Es ist spannend. Es nimmt einen ganz ein. Manchmal fehlt mir der Job, Bruchteile davon. Möchte ich zurück? Nein. Zu vieles ist ärgerlich, nervenaufreibend. Und seit ich raus bin, habe ich kaum mehr Kopfschmerzen. Ich denke das ist ein gutes Zeichen! Ich vermisse das Geld, das ich selber verdient habe, die Unabhängigkeit, die Ungebundenheit. Aber irgendwann kommt alles zurück. Es kommt in kleinen Stücken zurück. Aber es kommt. Jeden Tag. Und es geht mir gut. Es geht mir sehr gut. Es geht mir jeden Tag besser. Kann kommen, was wolle. Ich bin gewachsen. Heute ist ein guter Tag. Jeder Tag wird gut. Jede Nacht. Ich denke positiv. Und: Ja, Ihr könnt mir diese Worte um den Kopf hauen, wenn ich an dieser Stelle mal wieder lamentieren sollte über schlaflose Nächte, kranke/trotzende/zahnende Kinder und alles mögliche Leid. Ja, das könnt Ihr gerne machen, ist OK, völlig OK. Jetzt nämlich lache ich noch darüber - aus vollem Hals.

PS: Nein, ich habe nichts genommen. Nur Schokolade und Eistee. Was glaubt Ihr denn!?

Friday, January 27, 2012

Das Vergessen
Es ist kaum zu glauben, welch Kräfte Mutter Natur doch hat um ihr Ziel zu erreichen. Direkt nach der Geburt dachte ich: NIE wieder, nein, NIEMALS, NIEMALS wieder würde ich eine Geburt durchmachen wollen.
Nach den ersten Wochen zuhause dachte ich: NEIN, ein drittes Kind? NIEMALS. Wie konnte ich mir nur ein zweites antun?
Kaum sechs Wochen später denke ich: Wäre es nicht schade, wenn die hübschen Kleidchen, aus denen meine Tochter grad rauswächst, jetzt in eine Kiste wandern und unseren Haushalt schon wieder verlassen würden? Und die ganzen Schwangerschaftskleider, die ich kaum tragen konnte? War's das wirklich schon? Wenn ich andere Bäuche sehe und ich sehe einige zurzeit und gerade hat wieder eine Kollegin erzählt, dass das Zweite unterwegs ist, dann denke ich, hach, ist doch schön so eine Schwangerschaft...
Ja bin ich denn des Wahnsinns? Meine Kinder haben nicht annähernd einen Schlafrhythmus, mein Mann und ich nicht annähernd Zeit, auch nur zu kuscheln und unsere Beziehung zu pflegen, schon schliesse ich ein drittes Kind nicht mehr grundsätzlich aus. Und ich gehöre, wie Ihr alle wisst, ja AUF KEINEN FALL zu den Müttern, die mit Superschläfern und superpflegeleichtem Nachwuchs ausgestattet wurden. Irgendwie ist das verrückt.
Trotzdem: Darauf ankommen lasse ich es im Moment sicher nicht. Erst mal soll meine Tochter krabbeln, essen und gehen. Und dann schauen wir dann irgendwann mal weiter... Vielleicht darf der Abstand jetzt ein paar Monate grösser sein. Vielleicht ist es beim Dritten aber auch egal? Und vielleicht fällt es ab dem Dritten tatsächlich nicht mehr ins Gewicht. Und das Eifersuchtsthema ist dann auch begraben weil das Zweite nie die alleinige Aufmerksamkeit bekam. Nur eins ist ziemlich klar: Vier wird es bestimmt nicht geben. Gut, dass in meiner Familie keine Zwillinge vorkommen ;)
Auch bei meiner Freundin Tanja, die nach zwei anstrengenden Schwangerschaften mit dem Thema durch ist, muss ich sagen: Pass mal auf, wie's in ein paar Wochen aussieht. Wer vergisst, wie sich Übergangswehen anfühlen, vergisst auch, dass eine Schwangerschaft beschwerlich war ;)

Thursday, January 26, 2012

Wochenbett
Fünf Wochen sind bereits vorbei, sechs dauert theoretisch das Wochenbett, acht angeblich die Wundheilung. Ich merke mit jedem Tag, der vergeht, dass es besser wird. Vielleicht liegt es daran, dass ich insgesamt grad zwei gute Tage/Nächte verzeichnen konnte? Auf jeden Fall waren diese Wochen dringend nötig, um halbwegs wieder einen Rhythmus zu finden, im neuen Alltag sich zurechtzufinden, das Stillen in den Griff zu bekommen und die Kinder (neu) kennen zu lernen. Erst jetzt kann ich sagen, dass ich halbwegs zurecht kommen könnte. Gebt Euch diese sechs Wochen Zeit bevor Ihr wieder ein einigermassen normales Leben führen könnt und übt Euch während dieser sechs Wochen in Geduld, Gelassenheit und lässt Eure Bedürfnisse unter den Tisch fallen. Die kommen dann später wieder dran ;)

Monday, January 23, 2012

Die kleine, verletzliche Seele
Ich mache mir Sorgen. Echt... Was die Beziehung zu meinem Sohn betrifft. Und ich habe das dringende Verlangen, jetzt mal Mama-Sohn-Time zu haben und wenn's nur 'ne Stunde ist, in der wir alleine ohne Baby gemeinsam was machen. Ich habe Angst, dass er mich abhakt als die Frau, die sowieso nie Zeit für ihn hat. Die grad' mal die Windeln wechselt, husch, husch, und Essen kocht, schnell, schnell. Will er was, kann ich nicht gleich. Vielleicht später. Aber dann ist's vorbei. Und oft verstehe ich nicht, was er mir sagen will. Und er gibt auf. Oder wird aggressiv. Heute hat er Spielzeug nach mir und dem Baby geworfen. Mir sind die Tränen gekommen. Ich habe Angst, ihn in dieser Zeit zu verlieren, da ich eigentlich permanent mit dem Baby beschäftigt bin. Ist die berechtigt? Oder übertrieben? Tja, und was machen die Kinder in Grossfamilien? Die haben ja wohl auch nicht viel mehr Mama-Time... Hmm... Wenn er wenigstens mal kuscheln kommen würde. Aber das mag er nach wie vor nicht. Nur ganz selten. Dabei würde ich doch seine Nähe jetzt auch brauchen. Sehr sogar... Wie kann ich nur dieses Defizit ausgleichen? Wird er es mir gar nicht übel nehmen? Ich hoffe...

Friday, January 20, 2012

Der wahre Held
Der wahre Held in unserer Familie ist eigentlich mein Mann, das wollte ich endlich mal sagen. Während ich den ganzen Tag dahinsieche und herumjammere und abends hundskaputt herumhänge und das Gefühl habe, alles nicht zu schaffen, kommt mein Mann nach einem langen Bürotag nach Hause, muss als erstes den Herd anwerfen und ein preisverdächtiges Mahl zaubern, dann ertragen, dass sein Sohn ihn rigoros provoziert, aushalten, dass seine Tochter bei ihm häufig nur weint (weil sie eben vor allem abends oft weint), frustriert die Küche sauber machen weil ich an das Baby gebunden bin, nochmals aushalten, dass der Sohn auf die Barrikaden geht, weil niemand mit ihm wie vor der Geburt seiner Schwester, noch eine Stunde gemütlich spielt, tja und dann muss er ihn auch noch bettfertig machen, eine Gutenachtgeschichte erzählen und spätestens um 21 Uhr das Licht löschen. Unterdessen hat er mit mir vielleicht zwei Sätze gewechselt und gerade mal Zeit gefunden, sich die Zähne zu putzen. Das Bettmümpfeli musste er auslassen. Unter der Decke kann er dann die halbe Nacht, dank Zattoo und iPhone, noch fernsehen weil schlafen eh nicht drin liegt, da mein Sohn permanent aufwacht und weint. Wohl gänzlich gerädert muss er dann frühmorgens nach 5.30 Uhr wieder aufstehen und ans Tagwerk gehen. Sein Job ist wohl gerade seine Insel, seine Auszeit vom harten Familienalltag. Und dabei verdient er dann auch noch das Geld, das wir gleich wieder in Windeln und Kerichtmarken investieren.
Wäre mein Mann nicht ein moderner Vater, der zwar zu 100 % arbeitet, aber zuhause dann auch zu 100 % für seine Familie da ist, wäre ich wohl eine ziemlich frustrierte Mutti. Wie lief denn das früher, als die Männer sich mit einem Bier vor die Glotze oder mit einer Pfeife vor den Kamin warfen und sich das Abendessen servieren liessen? Haben die einfach den Ton lauter gemacht, als das Baby schrie? Die Tür abgeschlossen, wenn der Sohn spielen wollte? Vielleicht woanders gewohnt???
Ja, ich weiss, Alleinerziehende müssen da auch durch, könnte ja sein, dass der Mann nach der Geburt des Zweiten die Kurve kratzt. Ehrlich... ich hätte es meinem wahrscheinlich nach den ersten zwei Wochen nicht mal übel nehmen können... Aber, nein, geht ja gar nicht, ohne Mann. Darum: Er ist hier der Held. Der Über-Papa. Keinen anderen hätte ich mir gewünscht für mich und unsere Kinder. Ich wünsche mir für ihn und uns, dass sich alles bald einpendelt, dass mein Sohn wieder gut schläft und meine Tochter zufriedener wird und er irgendwie belohnt wird für alles, was er leistet. Im Moment muss es reichen, dass wir ihn alle lieben, auch wenn es nur ich sagen kann... Danke, dass Du da bist, dass Du da bleibst und hoffentlich immer da sein wirst! Und bald werden es auch Deine Kinder sagen: Du bist der beste Papa der Welt! :)
Überwältigend
Jetzt wäre doch dieser Blog-Eintrag, den ich gedanklich vorgestern schrieb, fast vergessen gegangen! Übrigens: War der Nachmittag/Abend alleine mit der Maus zwar etwas komisch und mühsam, klar, sie war fast nonstop wach, dafür habe ich sie gebadet, was sie liebt, äh, dafür war der Morgen sehr entspannend weil ich nicht ab 6.30 Uhr, wenn mein Mann normalerweise das Haus verlässt, auf der Hut sein musste, wann mein Sohn erwacht. Ich konnte liegen bleiben, juhu. Aber jetzt, der Nachtrag meiner Gedanken quasi:
Der Mittagsschlaf der Kinder sieht neuerdings so aus, dass ich auf dem Sofa liege mit Baby auf dem Bauch bzw. neben mir im Arm und auf der anderen Seite liegt dann irgendwie mein Sohn. Er hat konsequent den Weg vom Teppich aufs Sofa zu mir in die Nähe gefunden. Meist liege ich schon lange mit ihr so da bis er endlich, endlich, nach mehreren Versuchen, zu uns und in den Schlaf findet. Ich lag also da, konnte natürlich nicht schlafen (auf Kommando ist das schwer) und plötzlich wurde mir bewusst, dass ich in jedem Arm ein Kind habe, zwei gesunde, hübsche, supertolle Kinder. Und dass die mir gehören bzw. nicht gehören aber dass ich sie "geschaffen", hervorgebracht habe (in Zusammenarbeit mit meinem Mann natürlich ;) Das war grad ein sehr emotionaler Moment, den ich sehr genoss und für einmal war der doofe Gedanke, warum ich nur ein zweites Kind wollte, nicht mehr da. Es war erhebend. Zum ersten Mal fehlen mir die Worte, um diesen Moment zu beschreiben... Viel habe ich im Leben nicht geschafft. Eigentlich nichts, nichts von Bedeutung. Und dann das. Ich war fähig, zwei so tolle Kinder auf die Welt zu stellen. Aber damit beginnt nun auch die Verantwortung. Nun muss ich etwas schaffen, nämlich diese zwei Kinder grossziehen, erziehen, parat machen für das Leben und seine Herausforderungen, für die Welt, für die Gesellschaft. Aber ich schätze diese Bürde kann ich tragen, denn es wird zwar hart werden, immer wieder, aber auch spannend und schliesslich ist es eine wertvolle Gabe und nicht vielleicht einer der Gründe, weshalb man Kinder bekommt.

Thursday, January 19, 2012

Gute Tage, schlechte Tage
Das Leben pendelt sich ein... der Alltag. Jeder Tag ist gleich und doch anders. Gestern lief es super. Am Morgen bin ich zum ersten Mal wieder in die Wiegestube, damit mein Sohn spielen konnte, am Nachmittag zum Playdate bei Tanja. Meine Tochter: den ganzen Tag zufrieden! Sie lag sogar morgens eine Zeit lang alleine auf einer Matratze während die Kinder herumtobten. Dasselbe nachmittags auf dem Sofa bei Tanja, wo sie sogar eine ganze Weile schlief! Und da sie auch im Auto in der Regel zufrieden ist, konnte ich auch problemlos ausschliesslich stillen, sogar mit Pausen von mehr als 2 Stunden. Das war gestern.
Heute war ich zuhause und mittags bei der Schwiegermutter, wo ich sehr ungerne meinen Sohn zurückliess. Er bleibt über Nacht, da mein Mann weg ist. Wir haben uns dazu entschlossen weil mein Sohn immer noch miserabel schläft und die Anwesenheit seines Papas während der ganzen Nacht geniesst. Wir dachten, dass es bei seiner "Nana" vielleicht gut genug geht, das Schlafen. Ich werde wohl die ganze Nacht an nichts anderes denken. Aber mit einem unruhigen Baby an der Seite wäre es für meinen Sohn wohl auch nicht lustig gewesen, da er schon von seinen Alpträumen regelmässig geplagt wird. Dementsprechend war ich also heute Nachmittag traurig und alleine mit Baby zuhause. Und alleine mit einem Baby, das nur unzufrieden ist, ist nicht lustig. Das heisst für mich Stillen, rumtragen, stillen. Immer mit dem schalen Beigeschmack, dass die Kleine halt ständig Hunger hat, den ich nicht stillen kann - im wahrsten Sinne des Wortes, weil ich ja nicht alle zehn Minuten stillen kann. Warum nur hat's gestern so gut funktioniert? Am Wochenende habe ich sogar 2-3 Tage nur Muttermilch gegeben, also nachgefüttert mit abgepumpter Milch. Findet sie vielleicht einfach nur den Schlaf nicht weil ich sie immer wieder versuche, hinzulegen? Sollte ich sie besser nonstop tragen? Oder öfter weggehen?  Das Auto ist sowieso mein Lieblingsplatz momentan. Zwei zufriedene Kinder, die nichts anstellen können. Was will man mehr? Musik. Ich allein vorne. Die einzige Freiheit, die ich zurzeit geniesse.
Mit meinem Sohn ist es viel einfacher. Und dann habe ich wieder das Gefühl, diesem Baby einfach nicht gerecht zu werden weil es viel weniger beachtet wird. Vielleicht will sie, dass man öfter mit ihr spricht? Fühle mich gerade sehr als Rabenmutter, auch weil ich schon überlege, ab wann ich so ein kleines Menschlein denn schon in Betreuung geben könnte. Mir wächst wohl jetzt schon alles über den Kopf...
Schlimm finde ich auch, dass mein Mann und ich gar nicht mehr dazu kommen, mehr als einen zusammenhängenden Satz miteinander zu wechseln. Entweder weint meine Tochter oder mein Sohn stellt irgendwas an (abends vermehrt) und zwischen 20 und 21 Uhr ist Bettzeit und Lichterlöschen und wir verlassen unser Frauen- bzw. Herrenzimmer nur noch zur Fütterung.

Monday, January 16, 2012

Bald 1 Monat!
Kaum zu glauben, aber die erste Woche alleine haben wir schon ziemlich gut überstanden. Dennoch graut mir, wenn ich daran denke, was mich noch alles erwartet. Bei meinem Sohn habe ich mir noch gewünscht, er bleibe ewig so klein und süss, nun hoffe ich, dass meine Tochter ganz schnell selbständig wird, also so alt wie unser Sohn jetzt, laufen und vom Tisch essen kann. Auch wenn ich irgendwie ahne, dass es dann nicht einfacher wird. Nur anders.
Die Zeit bisher ist auf jeden Fall wie im Flug vergangen. Ich hadere zwar immer noch damit, meine geliebte Freizeitsfreiheit verloren zu haben, hoffe aber, dass dies ein temporärer Zustand bleibt. Ferner bin ich einfach nur froh, dass die ersten zwei wirklich harten Wochen endgültig vorbei sind. Ich versuche nun tagsüber ausschliesslich zu stillen. Es kostet allerdings einiges an Kraft und Nerven, die Kleine wenigstens 2 Stunden lang hinauszuzögern, damit ich nicht im Halbstundentakt stillen muss. Mit Nuggi u/o herumtragen geht es aber ganz gut...
Grosse Sorgen bereiten mir immer noch Situationen wie die heute Mittag. Ich wusste, dass mein Sohn bald erwacht und dass meine Tochter so ziemlich gleichzeitig Hunger haben würde. Aus Angst, gerade am Stillen zu sein, wenn er aufwacht, drückte ich ihr einmal mehr pausenlos den ungeliebten Nuggi rein damit sie nicht weint. Und als er wach wurde und ich ihn eine Weile auf dem Arm tragen musste damit er nicht weint, musste ich sie "links" liegen lassen und wiederum mit dem Nuggi vertrösten. Als dann mein Sohn partout das Mittagessen, dass ich extra für ihn gekocht habe, nicht anrühren wollte sondern einfach nur zu Lukas, dem Sohn meiner Tagesmutter, zum Spielen wollte, musste ich, sehr frustriert, aufbrechen. Nun habe ich eine übrige Omelette, die keiner mehr isst und die Angst, dass meine Tochter vielleicht schon jetzt das Gefühl bekommt, sie sei hier zweitrangig. Aber was soll man tun? Im Moment "pampere" ich meinen Sohn und er bekommt etwas mehr Aufmerksamkeit weil ihm die neue Situation nach wie vor zu schaffen macht - zumindest vor, während und nach des Schlafes. Und das obwohl er schon so richtig gross ist, wie ich seit der Geburt immer wieder feststelle. Alles an ihm ist so viel grösser als bei ihr. Und er ist enorm schwer! Als ich schwanger war und eigentlich so schon schwer zu tragen hatte, hielt ich ihn für ein absolutes Fliegengewicht, das ich mit einem Finger hochheben kann, wenn es sein muss. Jetzt hat sich die Perspektive doch stark verändert...
Dafür aber überrascht er mich zusehends mit seiner Plauderei. Seit etwa einer Woche kann man davon sprechen, dass er im Alltag erlebtes richtiggehend erzählt. Immer wieder und immer wieder die selben prägenden Ereignisse wie zB das Fällen eines Baumes, das Sägen eines Brettes oder dass ihn ein Hund umgeworfen hat. Er reiht mehrere Wörter aneinander, die es dann zu erraten gilt. Ich denke, wir Eltern verstehen bis zu 98 Prozent seines Gesagten, Aussenstehende jedoch, verstehen ohne das Wissen um seine Erlebnisse und dadurch, dass er die Wörter natürlich (besonders mit Nuggi) nicht perfekt ausspricht, wohl nur sehr wenig, was sehr schade ist, denn so kann er sich eigentlich nur bei mir und bei seinem Vater richtig gut verständlich machen und kommunizieren. Dennoch: Mich erstaunt, dass Kinder in diesem Alter solche Fortschritte in Sachen sprechen machen. Es ist genial!

Monday, January 09, 2012

Es geht!
Nicht in meinen kühnsten Träumen hätte ich damit gerechnet aber Tag 1 ohne Mann lief praktisch total reibungslos. Das ist mir irgendwie unheimlich und ich weiss nicht, ob sich dieser gute Start morgen wiederholen wird. Was ist geschehen? Als mein Sohn am Morgen ohne Papa wach wurde und ich ihn zum ersten mal zu mir ins Bett holte und ihm den Schoppen gab, schlief er bis 8(!) Uhr weiter! Ohne Theater. Die Kleine habe ich unterdessen fast ununterbrochen gestreichelt damit sie nicht weint. Das Murren weckte meinen Sohn nicht. Ein Wunder! Dann wachte er auf und auch jetzt: Kein Theater! Wir konnten in Ruhe gemeinsam frühstücken, die Kleine schlief noch weiter! Danach war ich dann halt schon mit ihr beschäftigt (stillen, schöppeln, tragen, halten), doch mein Sohn spielte bis auf zwei Phasen, in denen er (und ich auch) sich langweilte. Ein paar Mal vermisste er seinen Papa aber ich konnte ihn ablenken. Dann gab's ein Express-Essen-Aufwärmen während sie tatsächlich eine Weile zufrieden im TripTrapNewbornSet lag (so eine Art Wippe auf dem Stuhl), kam vorher nie lange vor... Wir konnten also wieder in Ruhe essen. Um 12.30 Uhr (früher seine übliche Mittagsschlafzeit) schlief er alleine auf dem Sofa ein. Ich konnte es nicht fassen. Ein Wunder, wirklich!!! Danach erwachte er ohne grosses Weinen, sprich, ich war gleich zur Stelle um ihn abzulenken und ich konnte ihn auch problemlos zur Tagesmutter bringen. Und die hat noch nicht angerufen, also nehme ich an, dass er zufrieden spielt. Halleluja! Wenn jeder Tag so wäre, dann hätte ich keine Sorgen mehr! Aber ich habe schon gemerkt, dass so ein halber Tag alleine zuhause mit zwei Kindern (geschweige denn ein ganzer) nicht optimal ist. Ein Spaziergang, ein Besuch, was auch immer, wäre durchaus eine gute Ablenkung. Nur, mit zwei Kindern on the road, anstrengend! Da warte ich lieber noch ein bisschen...
Im Spital

Juhu, hier bin ich wieder. Verzeiht mir allfällige Schreibfehler, aber mir hängt ein Baby über der Schulter und ich riskiere wohl gerade einen Nackenschiefstand oder so aber egal, hauptsache ich kann bloggen ;) Also... ich versuche zu rekapitulieren, wie die ersten Tage verliefen aber vieles ist wohl schon vergessen deswegen kann ich hier keine Garantie auf Vollständigkeit erheben.

Tag 1
Noch ist alles bestens. Die Glückshormone tun ihr Werk, das Adrenalin verhindert, dass ich schlafen kann, das Stillen ohne Hütchen funktioniert. Noch. Aber es schmerzt bei jedem Ansetzen ein bisschen mehr...
Der erste Besuch meines Sohnes verläuft suuuper. Der Kleine kommt gleich zu mir ins Bett und kuschelt lange mit mir. Das erste mal überhaupt! Neugierig begutachtet er sein Geschwisterchen und streichelt es. Noch weine ich Freudentränen und bin gleichzeitig total traurig, dass ich nicht schon mit kann. Meine beiden Männer meistern die Zeit ohne mich bravourös. Es braucht mich eigentlich gar nicht ;)

Tag 2
Ich muss zufüttern! Jetzt schon! Die Kleine schläft ein wenn sie die Brust nur schon sieht und da ich sie nicht dauernd wieder ansetzen kann, wegen der empfindlichen Brustwarzen, gebe ich grünes Licht für Wasser, dann für Milchpulver. Frust! Der zweite Besuch meines Sohnes verläuft - furchtbar. Unglücklicherweise sind grad die Schwiegermutter mit Mann im Zimmer, der Kleine ist verwirrt, weint und will nicht zu mir. Ich heule Rotz und Wasser. Erst im Wartezimmer mit Spielsachen können wir uns später etwas annähern. Ich will nur noch nach Hause. Stillfrust, grosses Vermissen meiner Männer, ein Besucher, der nicht gerade Laune macht.

Zuhause

Tag 3
Endlich: Ich kann nach Hause. Jedoch: Ich nehme wieder Stillhütchen mit. Ohne geht nun leider doch nicht obwohl ich mit Lasern etc. behandelt wurde.
Zuhause kommt die Hebamme, die mir extrem gut tut. Sie bleibt 3 Std und das täglich. Sie kümmert sich um beide Kinder.
In der ersten Nacht jedoch sehe ich rot - blutrot. Nach dem Stillen ist Blut im Hütchen, meine Tochter spuckt Blut aus und das Laken ist voll. Die linke Brustwarze ist gerissen. Schmerz! Und ein Déjà-vu. Das hatte ich doch alles schon. Das mache ich nicht nochmal mit. Ich fühle mich zerrissen, Will unbedingt stillen aber nicht so!

Tag 4
Ich hole in der Apotheke die Mietpumpe, die mir bestens bekannt ist und beim Frauenarzt Tabletten zum Abstillen, deren Beipackzettel mir die Nackenhaare aufstellt. Aber ich will den "Bitte-aussteigen-Knopf" zuhause haben über die Feiertage.

Tag 5
Ich erwache mit Schüttelfrost, habe Temperatur. Mir geht's nicht gut. Schlittere grad haarscharf an einer Brustentzündung vorbei. Wir sind zu viert im Bett weil unser Sohn nicht mehr alleine einschlafen will. Logischerweise erwacht er sobald meine Tochter sich bemerkbar macht. Und so ein Baby macht einige Geräusche wenn es nicht grad tief schläft... Eine unruhige Nacht.

Tag 6 ff.
Mit Weleda Heilsalbe, wär hätte das gedacht, bringt meine Hebamme meine Warzen ruckzuck wieder in Schuss. Ich kann wieder beidseitig stillen. Das Problem mit Babys Trinkfaulheit hat sich deswegen aber nicht erledigt. Ich bin alle 4 Stunden am pumpen, dazwischen am Stillen und am Schöppeln. Und nochmals dazwischen trage ich das Baby rum weil es merkt wenn man es hinlegt. IMMER! Und dann weint. Ich bin froh wenn ich mal aus Klo kann! Für meinen Sohn bleiben weder freie Hände noch Zeit. Irgendwann sagt mein Mann, dass ich mit dem Stillen aufhören solle. Er macht ein Foto von den geschätzt hundert Fläschchen, die neben der Milchpumpe stehen. Ach ja, wenn ich Zeit habe, bin ich am Abwaschen und Auskochen. Die Belastung ist für alle enorm. Die Tränen fliessen reichlich.
Ich hoffe auf die Behandlung meiner Tochter beim Osteopathen. Sie zeigt noch keine Wirkung... Ich hoffe und stille weiter, pumpe jedoch nur noch nachts um zu schöppeln. Ist einfacher. Milch habe ich, aber sicher nicht genug, da ich tagsüber Milchpulver zufüttere. Anders geht es nicht.
Unser Sohn reagiert extremer als angenommen. Wir schlafen nun getrennt. Mann und Sohn, ich und Baby. Mein Sohn schläft kaum mehr vor 22 Uhr ein und nur mit Mühe. Statt 12 h schläft er noch ca. 9 h, tagsüber höchstens im Auto, nicht mehr im Kinderwagen. Wacht er auf, ist er untröstlich. Als hätte er gerade festgestellt, dass sein Alptraum kein Traum war! Seine Tränen sind auch meine.
Viel mehr ins Detail kann und will ich nicht gehen, aber es gäbe noch einiges zu erzählen. Wir diskutieren viel, die Nerven liegen blank, die Kinder brauchen unsere ganze Aufmerksamkeit. Es ist hart, heftig, richtig brutal. Freizeit, Zeit für uns? Fragt mich in einem Jahr wieder! Ich bin gerade... ziemlich hoffnungslos. Und nun neigen sich auch noch die Ferien meines Mannes zu Ende! Wie machen das andere bloss??? Was wenn beide gleichzeitig weinen??? Ich kann doch nicht ein Kind weinen lassen! Hilfe!