Tuesday, December 27, 2011

Die Geburt
Meine Tochter wird einmal Rennfahrerin. Oder wählt die Grünen. Denn sie wollte ganz schnell raus in die Welt, so schnell, dass ihre schmerzempfindliche Mutter sich keine Schmerzmittel mehr wünschen konnte. Ich durfte eine ganz und gar natürliche Geburt erleben. Es war... heftig!
Es war am Abend des 19. Dezembers als ich leicht rötliche Spuren bemerkte nachdem ich auf der Toilette war. Es war mir trotzdem noch nicht richtig bewusst, dass es bald losgehen würde. Wir schauten fern, gingen zu Bett. Um Mitternacht bekam ich alle 8 Minuten periodenähnliche Schmerzen. Aushaltbar bis 1 Uhr. Dann ging es schnell. Ich verlor Fruchtwasser, mein Mann rief seine Mutter an, sie kam prompt während die Wehen, jetzt klar als solche erkennbar, heftiger wurden und in kürzeren Abständen kamen. Die Mutter war schnell da, wir fuhren los - eine Nacht bevor die Schneeverhältnisse uns wohl nicht mehr ins Spital gebracht hätten. Unterwegs rief ich die Hebamme an und bat sie, alles für eine PDA vorzubereiten. Ich konnte die Schmerzen kaum ertragen. Sie verstand mich nicht ganz, verstand nur, dass es ernst wurde, was ich aber nicht ahnte. Dennoch zum guten Glück, denn anders als bei meinem Sohn musste ich nicht selber zur Geburtenabteilung laufen, sie stand mit einem Rollstuhl bereit - wie im Film! Es war einiges nach 2 Uhr. Auf mein Hilfebetteln reagierte sie nicht, sie wollte zuerst mich und das Kind ansehen. Also Herztöne checken, Muttermund abtasten. Keine PDA, schon 9 cm, es geht gleich los. Genau dieses Szenario habe ich immer befürchtet. Ich verzweifelte, sie wollte mir ein krampflösendes Mittel spritzen. Zu spät. Presswehen. Kurz vor 2.30 Uhr lag mein Mädchen in meinen Armen und ich war erleichtert als hätte ich gerade den Mount Everest bezwungen - ohne Sauerstoff. Mein Frauenarzt schaffte es nicht mehr, er kam kurz danach und begann meine Risse zu vernähen. Das wohl intensivste Erlebnis lag hinter mir. Ich bin sicher, dass ich das ganze Krankenhaus zusammengeschrien habe. Es war mir unglaublich peinlich aber ich hatte das Gefühl, gerade durch die Hölle gegangen zu sein. Vergessen war es schnell, das Mädchen in meinen Armen war zufrieden und wach, ich war glücklich und überwältigt. Die Kleine hatte mich regelrecht überrumpelt!
Intro
Ich habe mir überlegt, diesen Blog aufzugeben. Ernsthaft. Wegen der Zeit, die jetzt fehlt und weil ich einiges durchgemacht habe seit der Geburt. Doch ich denke, ich werde ihn fortführen. Langsam. Es wird wohl kürzere Einträge in grösseren Zeitabständen geben. Aber Ihr werdet von mir hören. Es sind einige Einträge in meinem Kopf. So viele, dass ich sie gestaffelt schreiben werde, je einem Thema gewidmet. Bleibt dran!

Sunday, December 18, 2011

Das Warten hat begonnen...
T+2 und keine Anzeichen einer nahenden Geburt. Ich sitze immer noch hier und niemand hätte damit gerechnet, dass mein Mädchen sich noch Zeit lässt. Mein Mann ist unterdessen mit meinem Sohn in der Schneelandschaft untergetaucht. Das war so nicht geplant. Eigentlich sollte ich jetzt im Spital liegen. Fast mit Tränen in den Augen habe ich die beiden nun in ihre erste, gemeinsame Unternehmung ohne Mama ziehen lassen. Obwohl ich mir langsam über wehenfördernde Massnahmen Gedanken mache, weiss ich, dass ich den Spaziergang zum Spielplatz nicht hinbekommen hätte. Seit Tagen ist mir immer wieder schlecht, mein Magen spielt total verrückt. Habe ich Hunger, wird mir schlecht, esse ich, bereue ich es danach noch mehr. Ich weiss, andere würden sich dann einfach übergeben aber ich glaube meine Abneigung gegenüber diesem Vorgang ist noch grösser als die Angst vor den Wehen also sieche ich mich meist hochkonzentriert durch diese Phasen der Übelkeit.
Ausnahmezustand herrscht bei uns trotzdem weil unser Sohnemann seit Freitag kränkelt. Das zweite Mal in seinem Leben hatte er nun Fieber, er hustet (vor allem nachts) und am Freitag befürchtete ich eine Harnwegsinfektion weil er Schmerzen beim Wasserlassen und beim Saubermachen bekundete. Dies haben wir aber unterdessen wohl ausgestanden und es ist ihm eigentlich nichts mehr anzumerken. Während die Nacht auf Samstag noch relativ OK war (zwar landete er bald bei uns im Bett, schlief aber von da an gut bis 8.30 Uhr), war er in der Nacht auf heute zweimal in einem, ich nenn's mal Fieberwahn. Er war nicht richtig wach denke ich, denn er wollte nicht aufstehen, aber er war extrem unruhig, zappelte und plapperte was das Zeug hielt. Mein Mann suchte das Weite bzw. die Couch und irgendwann war der Kleine wieder ruhig bis morgens kurz vor 7 Uhr. Also machten wir Tagwacht. Dazwischen quälte mich mein Magen, wie gesagt. Ich dachte, jetzt geht's dann los und am Morgen meinte mein Mann nur, also wenn die Nacht nicht für Wehen gesorgt hat, dann kommt das Kind wohl nicht vor Weihnachten. Hilfe! So langsam wird es echt knapp mit dem Zuhausesein an Weihnachten. Dann müssen wir das Fest dann wohl verschieben... Aber noch habe ich Hoffnung. Also ich fühle mich wirklich überreif für die Geburt, aber eben nur körperlich. Ich habe nun wirklich das Gefühl, nichts mehr leisten zu können und wäre froh, meinen Körper wieder anders zu spüren. Vielleicht ist das das Problem? Dass ich psychisch irgendwie nicht bereit sind. Bei den leisesten Anzeichen von Unterleibsschmerzen bekomme ich es mit der Angst zu tun. Blockiert mich das? Vielleicht sollte ich nachher etwas meditieren/schlafen. Man sagt ja auch, dass man nur gebären kann, wenn man ausgeruht ist und das war in den letzten beiden Nächten natürlich nicht der Fall. Ich weiss sowieso nicht, was mich so ängstigt. Beim letzten Mal ging's doch auch und an die Schmerzen kann ich mich nur vage erinnern. Dass ich wahrscheinlich wieder eine PDA möchte, dürfte ja auch zu meiner Beruhigung sein. Die Option steht in der Regel offen. Und ich will auf keinen Fall, dass die Geburt nach Weihnachten eingeleitet werden muss. Dass ist sicher nicht so lustig...
Ab morgen hat mein Mann Ferien und ein Termin beim Frauenarzt steht an. Das soll meine Deadline sein. Ich denke, unserem Sohn geht's jetzt besser und wenn ich mich zusammenreissen kann und nur noch zu leicht verdaulicher Kost greife (Tipps?), kann ich vielleicht mit etwas Aktionismus welcher Art auch immer und sei's nur ein kleiner Schneespaziergang, ein bisschen was vorantreiben. Drückt mir die Daumen! Das soll mein letzter Blogeintrag vor der Geburt sein! :)

Friday, December 16, 2011

Zero days to go...
Langsam rückt die Geburt näher. Oder etwa doch nicht? Ich war eigentlich davon überzeugt, dass ich mein Mädchen noch vor dem Termin bekomme - einerseits durch die ärztlichen Befunde, andererseits weil ich glaube, viel mehr zu "spüren" als bei meinem Sohn. Aber vielleicht irre ich mich auch? Nun denke ich, könnte es sogar sein, dass der Termin verstreicht. Solange es nicht irgendwann heisst, dass eingeleitet werden muss, ist's mir Wurst aber so langsam dürfte das Kindchen kommen, denn mir ist seit Tagen immer wieder übel, das Sodbrennen quält mich und ich kann mich nicht mehr wirklich gut fortbewegen. Alleine meinen Sohn heute zum Auto zu tragen (weil wir gerade extrem starke Sturmböen haben), war mühsam. Ich verspüre eigentlich nur noch das Bedürfnis, zu Hause zu sein. Auch wenn es toll wäre, noch shoppen zu gehen, nein, ich pack's nicht mehr. Ob meine ambivalenten Gefühle die Geburt bisher unterdrückt haben? Denn noch immer bin ich sehr ängstlich vor allem was kommt... Nur hilft das leider nichts...
Unterdessen rückt Weihnachten in greifbare Nähe und ich hoffe einfach, an diesem Tag zuhause sein zu können. Falls jemand meinen Sohn noch beschenken möchte: Zurzeit sind Lego Duplo hoch im Kurs und wir könnten gut noch 'ne Megapackung voller Klötzchen in allen Farben, Formen und Grössen gebrauchen. Aber auch einzelne Themenböxchen wären OK ;)
Für unser Mädchen haben wir eigentlich alles beisammen. Kleider haben wir von unserem Sohn her noch und einiges haben wir Secondhand erhalten. Auch in Sachen Windeln sind wir eingedeckt soweit. Zumindest für die erste Zeit ;) Mal sehen, wie gross und schwer es überhaupt wird.
Schon komisch, das Baby ist seit 10 Monaten ein (oft deutlich spürbarer) Teil von mir und dennoch habe ich das Gefühl, noch überhaupt keine Bindung eingegangen zu sein, so wie bei unserem Sohn. Aber ich schätze, wenn das Kind dann da ist, wird es sich schon einrenken... Am besten, ich lasse die Herumstudiererei jetzt! ;)

Tuesday, December 13, 2011

Immer noch hier
Halloho! :) Ja, ich bin noch da, es geht mir gut und, hey, mein Termin ist erst am FR, eigentlich muss ich mich hier nicht rechtfertigen und auch mein offensichtlich riesiger Bauch nicht. Der ist nämlich gar nicht sooo gross, das ist total Ansichtssache. Ich weiss von einer Kollegin, dass es sogenannte Basketball-Mamis gibt, deren Bauch nie über die Grösse eines eben diesen Balles hinausgeht. Das sind die beneidenswert Schlanken. Ich gehöre vielleicht zu den Walfisch-Mamis, aber so schlimm ist es nun auch nicht, denn bei meinem Sohn war der Bauch, wenn ich mich recht entsinne, noch ein Stückchen grösser. So, fertig mit dem Thema. Mein Frauenarzt wird heute Nachmittag mal nach dem Rechten schauen und dann weiss ich vielleicht mehr. Er meinte aber schon vor einer Woche, dass ich an Weihnachten wieder zuhause bin also bin ich zuversichtlich, dass es noch vor dem 20. Dez. soweit ist. Wann, ist mittlerweile egal, denn ich habe keine Termine mehr und es ist alles vorbereitet. Trotzdem freue ich mich immer noch über jeden gemütlichen Abend und jede ruhige Nacht. Eine Ex-Arbeitskollegin hat heute morgen einen Jungen bekommen, wenn ich mich beeile, sehe ich sie vlt im Spital aber lustiger wäre es, sie als hochschwangerer Besucher zu sehen. Dann kann ich den Schwestern und Hebammen schon mal sagen, sie sollen das Bett fertig machen ;)
So, jetzt aber genug blabla... Mein Mann meinte am Wochenende, dass mein Sohn sich mal wieder einen Blogeintrag verdient hätte und zwar deshalb, weil er sowas wie seinen ersten Satz gesagt hat. Sprich, er hat drei Wörter aneinandergereiht - Subjekt - Objekt - Verb. Das ist ein Satz und ich denke das ist toll. Leider hat er ihn bisher nicht wiederholt aber ich zitiere ihn hier gerne für alle Neugierigen: "Henna - Bapf - stola". Die Übersetzung: Das Huhn hat meinen Schnuller gestohlen. Dazu will erklärt sein, dass mein Mann aus den Lego Duplo ein Huhn zusammengebaut hat, mit dessen Schnabel er unserem Sohn den Nuggi aus dem Mund "stibitzen" konnte. Das ist seither das Nuggihuhn bzw. die "Bapfhenna".

Monday, December 12, 2011

Die Ruhe vor dem Sturm
Da am Donnerstag Feiertag war und mein arbeitsamer Mann in solchen Fällen in den Genuss einer Brücke kommt, haben wir, so wie ich es mir gewünscht habe, vier tolle, gemütliche Familientage erlebt. Zwar haben wir nicht wahnsinnig viel unternommen, sondern vielmehr die Ruhe in den eigenen vier Wänden zelebriert. Unserem Sohn scheint's sehr gut getan zu haben, denn er schlief die ersten drei Tage davon wie ein Herrgöttchen und auch ich konnte mich so in der Nacht endlich mal etwas erholen. Die nervösen Anflüge sind in dieser Zeit bei mir praktisch verschwunden. Nur gestern hatten wir Besuch und es war etwas hektischer als zuvor weil wir uns vieles vorgenommen hatten (drei Rezepte, Hausputz und Besuch des Weihnachtsmarkts in Vaduz - viiiele Leute!). So war dann auch die Nacht für unseren Sohn unruhig und ergo auch für uns. Ansonsten aber bemerke ich, dass die Leute um mich herum - von meinem Mann bis zum Mann meiner Schwiegermutter - offenbar nervöser sind als ich selbst gerade. Mein Bauch ist nun Thema Nr. 1 bei den Kolleginnen und auch bei sonst jedem, den ich treffe, sei es gestern auf dem Weihnachtsmarkt, wo ich immer die selben Fragen beantworten musste, als auch im Fitnesshaus, wo ich morgen vlt zum letzten Mal (?) hingehe... Naja, die Kugel ist ja auch unübersehbar und ich bewege mich gerade nur noch fort wie eine Watschelente und aus dem Sofa bzw vom Bett hoch bräuchte ich eigentlich einen Kran. Aber noch geht es und ich bin um jeden Tag froh, den ich noch halbwegs in Ruhe hinter mich bringen kann. Die Sorgen, wie es wohl zu viert und dann später zu dritt sein wird, schiebe ich so weit wie möglich weg von mir. Auch der Gedanke an die Geburt(swehen) und das Stillen unterdrücke ich. Ich kann ja sowieso nichts (mehr) tun... Falls ich je erneut schwanger sein sollte, werde ich wohl den Rat beherzigen und beim Geburtstermin schwindeln damit ich nicht täglich SMS erhalte, in denen gefragt wird, ob das Baby schon da ist. Leute, Ihr erfahrt es, wenn es da ist, ganz bestimmt!

Tuesday, December 06, 2011

"Alleine in der Nacht"
Ich hab' für diesen Eintrag irgendein Nachtzitat gesucht und mir ist nur grad dieses Ärzte-Lied in den Sinn gekommen, also nehmt den Titel nicht zu ernst, es geht grad nur drum, dass wir wieder mal eine Horrornacht hatten. Noch vor einigen Wochen konnte ich an dieser Stelle verkünden, dass der Kleine zum ersten Mal durchgeschlafen hat. Das ist so nicht wieder vorgekommen. Ich habe das Gefühl jede Nacht ist total anders, keine gleicht der anderen. Es gibt kein Muster. Mal schläft er super und meldet sich erst am frühen morgen, mal weint er 3-4x, lässt sich aber schnell beruhigen (Wasser, Milch, Nuggi - in dieser Reihenfolge). Selten, so wie gestern, herrscht Ausnahmezustand und er hält einen zwei Stunden lang wach weil er immer wieder weint, rauswill, zu uns will, spielen will, hustet oder alles zusammen. In solchen Momenten wenn ich ihn dann zum dritten Mal aus dem Bett nehme und zu trösten versuche, fühle ich mich wie immer verantwortlich. Es kann ja nur an mir liegen. Irgendwas muss grundsätzlich falsch gelaufen sein an diesem Tag oder überhaupt. Spürt er den Schnee? Die nahende Geburt? Den Vollmond? War an diesem Tag zu viel Aufregung? Frust? Zu wenig Mama? Es quält mich und ich schlafe dann selber mehr schlecht als recht wieder ein. Mittlerweile habe ich dafür das Gefühl, bestens gerüstet zu sein für die Nächte mit zwei Kindern. Als mein Sohn noch klein war, machte mich der Schlafentzug fix und foxy und ich war jeweils total groggy wenn ich nachts auf musste. Jetzt ist es als könnte ich einen Schalter umlegen und die bleierne Müdigkeit ist weg, ich bin hellwach und bereit, mich um das Kind zu kümmern. Es macht mir irgendwie nichts mehr aus und auch wenn ich den Schlaf tagsüber nicht nachzuholen komme (weil ich lieber blogge, ähem...) und halbtot herumhänge: Es gibt Schlimmeres! Dabei ist es piepegal, wann ich nachts erwache, ich bin dann einfach sofort voll da. Dennoch: Eine Nacht wie diese brauche ich nicht mehr, definitiv nicht, nicht mit meinem Sohn. Deshalb habe ich mir für heute und morgen Nachmittag bis auf den obligatorischen Kontrolltermin bei Dr. Flatz (juhuuu!!! :) nichts vorgenommen. Werde spontan entscheiden, was wir tun werden. Bei diesem Regenwetter mag' ich dann wohl nicht raus, v.a. nicht mit 39.-Woche-Bauch, aber mal sehen... Ach ja, hab' heute im Fitness ein Kompliment bekommen, dass ich so strahle wie es nur eine (werdende) Mutter kann. Gerade nach dieser Nacht, nach der ich aussehen musste wie ein Zombie, findet jemand, dass ich toll aussehe. Verrückt. Aber das steht auch in meinem Lieblings-Mami-Buch, das rosarote, das wohl fast jede Schwangere besitzt. Ich kann's jetzt nicht genau zitieren aber so ungefähr: Du hast das Gefühl, besch... auszusehen obwohl dir jeder das Gegenteil bescheinigt. Jaja... Das muss der Schwangeren-Charme sein! Und warum hat mir niemand gesagt, dass mein Kopf aussieht wie ein Luftballon? Ich habe ja ein Doppelkinn bekommen, sehe aus wie eine Wassermelone! Hab' ich heute auf einem Foto gesehen. Hiiilfe!!! Nach der Geburt gibt's nur noch Diätshakes!

Monday, December 05, 2011

Ab auf's Töpfchen! 
Heute morgen hatte mein Sohn eine ganz besondere Überraschung für mich parat: Er hat zum ersten Mal ins Töpfchen "Bisi" gemacht! Ich konnte es kaum glauben! Als ich ihm am morgen das Pyjama ausziehen wollte, rief er "Kaka, kaka" ("Bisi" sagt er nicht...) und ich dachte, naja, wenn ich ihm jetzt sowieso die Windeln ausziehen muss, kann ich ihn ja gleich auf's Töpfchen setzen. Gesagt, getan. Er hatte einen "Bruder"-Prospekt (Hersteller von Spielzeug-Maschinen wie Traktoren, Lastwagen etc.) dabei, sass also auf dem Topf und blätterte. Einige Minuten. Ich bin also ein paar mal raus und machte ein paar Sachen parat, ging wieder rein und dachte, ach, der wird jetzt eh nicht ins Töpfchen machen... ging wieder raus. Dann hörte ich ihn jauchzen und ich dachte, irgendwas ist jetzt gegangen. Daneben? Nein! :) Er hat tatsächlich eine gelbliche Flüssigkeit hinterlassen, also ziemlich eindeutig Urin. Und hat sich offenbar, wie immer wenn er irgendwo hinmacht, wenn er grad nackt ist, sehr über das Resultat gefreut! Wow! Wenn er das jetzt öfter tun würde... aber es war wohl eine Ausnahme, keine Ahnung. Meist sitzt er nicht so geduldig auf dem Thron und wir haben's auch schon probiert. Er kündigt nicht immer an, wenn er muss und manchmal ruft er einfach "kaka" oder "kaki" und die Windel ist leer. Aber es kann ja sein, dass er damit eigentlich "Bisi" gemeint hat und das halt noch nicht unterscheiden kann? Meist geht er dann auch in die Knie, wenn er's sagt oder er geht manchmal auch einfach so in die Knie und gut möglich, dass das bedeutet, dass er dann seinen "Bisi" macht. Ich schätze, wenn ich jetzt voll dranbleiben würde, könnte er sich bald ans Töpfchen gewöhnen, nur muss man dafür wohl sehr konsequent sein und es gibt doch Situationen, in denen man kaum schnell genug zur nächsten Toilette kommt (Kaufhaus, draussen, im Auto...), v.a. wenn Baby Nr. 2 da ist und es an Zeit, Musse und Händen mangelt. Schade eigentlich, denn das Kind zeigt ja, wann es soweit wäre und offensichtlich ist dieser Zeitpunkt nun gekommen und wenn man da nicht einhakt, kann's länger dauern als üblich bis man das Kind windelfrei bekommt. Hab' ich zumindest gelesen...
Lustigerweise habe ich gerade gestern mit meinem Mann darüber diskutiert und meinte, ich könnte es dann ja im Sommer mal versuchen mit Töpfchentraining und Easy-Up-Pants weil er dann wenn's richtig heiss ist gut nackt herumrennen kann. Und draussen ist's dann auch Wurst, wenn mal was "verloren" geht.
Was mich wundert ist, was wirklich "richtig" ist. In (ärmeren?) Ländern und Naturvölker sind Babys ja angeblich schon sehr früh "trocken". Es heisst, Babys würden schon als Neugeborene einen kurzen "Schrei" ausstossen bevor sie was machen müssen und man hält sie dann einfach vom Körper weg (werden ja oft den ganzen Tag rumgetragen). Die Reaktion der Mutter sorgt dafür, dass dieses Bedürfnis weiterhin angemeldet wird, bei uns, wo keiner reagiert, verliere sich aber die "Ankündigung". Und in ärmeren Ländern vermag man ja keine Pampers. Aber auch in China, so habe ich letztens gelesen, seien die allermeisten Kinder mit 2 Jahren sauber weil sie da schon in den Kindergarten gehen (glaube ich mich zu erinnern). Bei uns ist das frühestens mit 4 Jahren der Fall und wahrscheinlich sind die wenigsten mit 2 Jahren schon windelfrei. Es heisst bei uns aber auch, bloss nicht zu früh mit "Training" zu beginnen, weil sich das kontraproduktiv auswirken könne. Man müsse den Zeitpunkt abwarten, zu dem das Kind bereit sei - körperlich und geistig. Und das kann dauern, bei Jungen meist länger als bei Mädchen. Da frage ich mich, ob dem wirklich so ist, wenn anderswo auf der Welt Kinder ganz selbstverständlich schon früh ohne Windel auskommen. Aber in China zB werden Kinder ja sowieso schon sehr früh ziemlich gedrillt... Also, Eure Meinung zu dem Thema würde mich interessieren. Dachte nicht, dass ich mir da jetzt schon darüber Gedanken machen darf ;)

Friday, December 02, 2011

Mal was anderes...

Zwei Wochen noch, vielleicht mehr, vielleicht weniger, aber das ist jetzt mal nicht so wichtig, denn ich habe gerade gemerkt, dass meine Schwangerschaft und das Baby in den letzten Beiträgen ziemlich im Mittelpunkt standen. Dabei spielt eigentlich jemand ganz anderes gerade die Hauptrolle in meinem Leben: Mein wunderbarer, toller, lieber Sohn, den ich grad vermisse, weil er bei Opa ist. Aber ich geh' ihn bald holen :) Und zwar möchte ich hiermit mal festhalten, dass wir jetzt endlich mittendrin sind im Spracherwerb, den ich schon von Anfang an kaum erwarten konnte weil ich wusste, dass es das Spannendste sein würde, was so ein Kind lernt. Und so ist es. Fast jeden Tag darf ich über ein neues Wort staunen und komme gar nicht mehr mit mit Zählen. Dinge, die er täglich hört und sieht und mit denen er immer wieder Kontakt hat (Alltagsgegenstände, die wichtigsten Verben wie essen, trinken, spielen und vieles mehr) benutzt er dauernd. Ich glaube fast, er kennt jetzt fast alle diese Wörter und es gibt eigentlich nichts mehr Neues, dass er noch lernen könnte. Aber man kann ihm auch sagen "sag xy" und wenn er das gut aussprechen kann, macht er es. So kann man ihm zB tatsächlich auch die Namen seiner Freunde oder deren Mütter entlocken, sofern er die regelmässig sieht/hört. Ich finde das eine grandiose Leistung für ein Wesen, dass gefühlt gestern noch ein kleines Baby war. Auch sagt er manchmal schon zwei Wörter wie "Mama mit", wenn ich mit ihm spielen soll. Auch das finde ich bewundernswert. Und es macht ja vieles sooo viel leichter wenn der kleine Mann sagen kann, dass er trinken will, etwas bestimmtes haben oder die Jacke ausgezogen werden soll. Quengeln hält sich so endlich in Grenzen. Nur einzelne Wörter bleiben uns rätselhaft, da müssen wir erst noch drauf kommen, was er damit meint. Es ist nicht immer so einfach ;) Jetzt sollten wir ihm nur noch den Nuggi etwas abgewöhnen tagsüber, denn ohne ihn spricht er natürlich häufiger und besser.