Thursday, September 29, 2011

Shiny happy mummy
Wer mich kennt, weiss, dass mich Sonnentage in der Regel depressiv stimmen, fragt mich nicht warum. Doch das Gegenteil ist der Fall. Ich habe das Gefühl, dass mir parallel zum tollen Altweibersommer selber die Sonne aus dem A... scheint und das ist super. Ich habe grad mal gar nix zu motzen. Wenn mich Leute fragen, brabble ich vielleicht was von Sodbrennen oder "es wird langsam beschwerlich mit dem Bauch". Es stört mich nicht mal mehr, dass ich zu viele Schwangerschaftskilos auf den Rippen habe. Die gehen dann schon weg. (Oder??? Kurze Angstattacke an dieser Stelle) Dazu empfehle ich übrigens aktuell die Kolumne von Güzin Kar im Tele. Gibt's leider nicht online, diese fiesen Printmedien... Ich habe Güzin Kar schon während des Weltwoche-Abos meines Vater immer zu gerne gelesen. Ein Zitat: ""Gemüsestreifen sind ein vorzüglicher Snack." Wie bitte? Dieser Zynismus grenzt an Menschenrechtsverletzung. Unter einem vorzüglichen Snack verstehe ich Chips und Salznsse, von mir aus auch mal eine Bratwurst. (...) Nie werde ich den Anblick jenes Freundes vergessen, der (...) Peperonistreifen in Joghurt dippte. Genauso gut hätte er sich mit "Ich war einmal ein Mann" anschreiben können." Super!
Warum geht's mir denn so gut? Ich schätze weil a) Schwangere tendentiell mal eben durch gewisse Hormonschübe an Zufriedenheit gewinnen und sich auf's Baby freuen, b) mein kleiner Mann ein echter Sonnenschein ist zurzeit. Kann nicht klagen. Er schläft sogar seit 2 Tagen gut. Aber meist ist nach 2 Tagen Schluss also vielleicht kommt morgen ja wieder ein miesgestimmter Beitrag, also ich freu mich jetzt lieber nicht zu früh, tut ihr's auch nicht, c) ich hab' seit Äonen gestern mal wieder einen Mädelsabend mit meiner besten Freundin verbracht und davor das Yoga geschwänzt (nicht ganz: Ich hatte Kopfschmerzen und mein Mann kam eh zu spät nach Hause), d) die Männer sind wieder gesund, so scheint es, obwohl den Jüngeren gestern 'ne Wespe stach :(((
Was gibt's sonst noch zu sagen? Also zum Thema Schwangerschaftshormone: Als mein Mann und ich vor 2(?) Wochen oder so nach Davos an einen Geschäftsanlass fuhren, musste ich im Auto heulen wie ein Schlosshund weil wir den Kleinen für sooo lange bei seiner Nana liessen. Das kannte ich bisher nicht in diesem Ausmass. Aber es fühlte sich gut an. Trotz allem, was ich mit ihm durchmachen muss(te), liebe ich dieses Kind mehr als mich selbst und ertrug es nicht, von ihm getrennt zu sein. Ich bin eine wahre 24-h-Glucken-Mutti. Ich schätze sowas passiert vielarbeitenden Müttern nicht. Es hat dann aber auch seine Schattenseiten. Mein Mann meint, der Kleine sei ein grosser Entdecker und werde wohl noch vor der Lehre einen langen Auslandaufenthalt machen. Ihr könnt Euch vorstellen, wie viel Rotz und Wasser dann fliessen würde. Ich habe es hier schon mal geschrieben aber es ist sicher das Schönste aber auch Härteste, Mama zu sein, denn es werden viele Tage kommen, an denen wir loslassen müssen, irgendwann ganz und das wird mehr schmerzen als alles andere zuvor.
Im Moment geniesse ich also noch diese absolute Nähe zu meinem Kind (die auch gerne mehr sein dürfte manchmal ;) Gerade erst war ich bei der Kosmetikerin und wer es nicht sah, wird es kaum glauben. Sie rief äusserst spontan knapp vor Mittag an. Ich hatte eigentlich kaum Zeit aber da ich schon seit Wochen um einen Termin bemüht war, packte ich Kind und Kegel und fuhr los. Sowas mache ich normalerweise nicht, da ich weiss, dass es unmöglich ist mit meinem Sohn einen solchen Termin wahrzunehmen. Deshalb danke der Spontanität! Sie bearbeitete meine Augenbrauen während mein Sohn müde und absolut brav auf meinem schwangeren Bauch lag. Für's Finish nahm er dann Platz auf dem Schoss der Kosmetikerin. Ich sage Euch: Das macht sicher nicht jede! Wir waren nach gut 30min fertig, ich happy und der Kleine musste keine Sekunde quengeln. Es war auch keine Versicherungszahlung aufgrund demolierter Gerätschaften, Fläschchen etc. nötig. Unglaublich aber einmalig. Sowas passiert nur einmal im Leben. Für die nächste Zeit bis zur Geburt habe ich die Termine nun schon ausgemacht und zwar so, dass sie während der Betreuungszeit stattfinden können ;)
So, jetzt muss ich aufräumen, ausmisten etc. Am Wochenende sollte nämlich ein Teil des neuen Kinderzimmers kommen! Sollte...

Wer hat's gemerkt? Der Titel meiner Kolumne ist eine Hommage an meine erste, erntzunehmende, musikalische Liebe: R.E.M. Die haben sich einfach mal so aufgelöst. Das ist mehr als tragisch aber ich hoffe, Michael Stipe verwirklicht sich jetzt solo und wir müssen auch in Zukunft nicht auf seine Stimme verzichten...

Thursday, September 22, 2011

Totalausfall
Nach ein paar anstrengenden Tagen mit zwei kranken Männern zuhause habe ich endlich wieder Musse zum Bloggen. Der Kleine war mit Fieber und Schnupfen gequält und evtl. mit einem Eckzahn und die Fieberzäpfchen besserten zwar seinen Zustand, sorgten aber auch dafür, dass er jeweils bis 21.30 Uhr abends noch fit war wie ein Duracell-Häschen. Wir aber nicht. Glücklicherweise beschäftigte er sich gerne selber in seiner Küche, so dass wir auf dem Sofa gegen den Schlaf ankämpfen konnten. Nun geht es wieder aufwärts und ich hoffe, dass auch der Grosse bald wieder seine alten Kräfte zurückgewinnen kann. Und das war erst der Anfang. Ich hörte schon von fünfköpfigen Familien, die gleichzeitig an Magen-Darm-Grippe litten. Üblicherweise ist die Mutter als einzige fit und kann sich als Krankenpflegerin beweisen indem sie im Minutentakt gewisse Dinge aufwischt, die eigentlich ins Klo gehören, ihre Kinder fünf mal täglich frisch anzieht, genau so die Betten, zur Apotheke rennt oder zum Arzt, im besten Falle mit allen und das während die Waschmaschine Hotelkapazitäten wahrnehmen muss. Der Dank dafür ist meist, dass, wenn alle wieder gesund und der Mann bei der Arbeit ist, die Mutter nach diesen Strapazen selber zu k...en beginnt. Mich hat es glücklicherweise verschont, denn wenn man als Schwangere oder Stillende kaum Medis schlucken darf, trifft einem das Kranksein umso schlimmer. Also Holz halten! So. Ach ja, arbeiten musste ich trotzdem und der Patient A musste auf Patient B aufpassen währenddessen weil die Tagesmutter dazu riet, den Kleinen zuhause zu behalten. War sicher auch richtig, denn er war besonders anhänglich und ich hab' das sogar genossen :)
Abgesehen davon also macht es riesig Spass, zu sehen, wie der kleine Mann immer grösser wird. Nicht unbedingt physisch, aber sein Verständnis ist schon immens und sein Wortschatz wächst von Tag zu Tag. Immer wieder kann man ihm mal ein neues Wort entlocken. Einige spricht er super nach, andere sind offenbar einfach noch zu schwer.
An einem Geschäftsanlass, zu dem mein Mann und ich am letzten Freitag nach Davos eingeladen waren, machte ich Bekanntschaft mit einem anderen Familienvater mit fünf (!) Kindern, die jüngsten davon Zwillinge. Er sah erstaunlich frisch aus und äusserte sich nicht mit Wehklagen über schlaflose Nächte oder geldfressende Kinder. Offenbar scheint das gut zu klappen. Oder aber die Frau hält ihm den Rücken extrem frei (muss fast, denn der Mann ist auch noch in Chefposition!) Auf die Frage, welches Kind die grösste Umstellung war, sagte er zu meiner Überraschung: Das Erste. Als ob es danach keine Rolle mehr spielen würde. Aber diesbezüglich sagt eh jeder etwas anderes. Ich schätze es hängt wie immer von den Kindern ab. Heute halte ich es mit der Einstellung meiner Freundin Tanja, sh. letzter Blog-Kommentar :) Ich mache mir keinen Kopf und freue mich einfach nur auf Dezember! Morgen sind es noch 12 Wochen, das ist nicht mehr viel...

Tuesday, September 13, 2011

100!
Das ist anscheinend mein 100. Blogeintrag. Wenn das nicht ein Grund zum feiern ist! Bitte, genehmigt Euch doch ein Gläschen, ich darf ja nicht ;) Und da wären wir auch schon beim Thema: Gedanken über Nummer 2 :) Ich bin jetzt in Woche 26, der Bauch ist grösser als bei anderen, das bin ich schon gewohnt, und mein Kleines wird immer aktiver. Erst im Oktober habe ich wieder einen Ultraschall, mal sehen, ob wir dann erfahren, was es wird! :) Aber hier meine Gedanken:
  • Ich habe das Gefühl, erst mit einem zweiten Kind eine "richtige" Familie zu werden. Weshalb, weiss ich auch nicht aber im Moment, mit nur einem, habe ich irgendwie das Gefühl, noch nicht so richtig dazuzugehören.
  • Ich ertappe mich auch mal beim Gedanken, dass es mit einem Einzelkind jetzt eigentlich nur noch aufwärts gehen würde. Nächstes Jahr Spielgruppe, mit 4 Kindergarten und dann wäre alles schon wieder vorbei. Klar geben die Kinder dann auch Arbeit, aber anders. Irgendwie. Ach, was weiss ich schon!
  • Ich ertappe mich zudem beim Gedanken, dass es schade wäre, wenn das schon meine letzte Schwangerschaft wäre. Aber fragt mich wieder nach der Geburt und den ersten schlaflosen Nächten ;) 
  • Ich glaube bei 3 wäre Schluss. Das reicht dann wahrscheinlich. Ich schaue zu jedem hoch, der mehr als 2 Kinder zu managen kommt. Echt! 
  • Meine grössten Ängste in Bezug auf das zweite Kind sind a) Schlafmangel, b) akute Zeitnot z.B. fürs Kochen oder andere Grundbefürnisse und c) die Reaktion von Nummer 1. 
  • Eine andere Frage, die ich demnächst mal versuche, bei erfahreneren Müttern zu erörtern: Wie steht's mit der Liebe? Man liebt doch sein erstes Kind über alles, verbringt praktisch 24 Stunden an 7 Tagen die Woche mit ihm. Kennt sein Gesicht wie kein zweites. Man liebt es einfach abgöttisch und vermisst es, ist es bloss mal um die Ecke... Wie kann man auch ein Zweites Kind so lieben? Und wie verkraften, dass man für das Erste nicht mehr diese Zeit und Energie hat? Auch wenn man sich selbst liebt und gerne mehr Zeit für sich hätte, so merkt man doch sofort, dass einem etwas fehlt, wenn das Kind nicht in der Nähe ist.Wie kann Nummer 1 sich weiterhin so frei und gut entwickeln wenn die grosse Mutterliebe plötzlich geteilt werden muss? 

Thursday, September 01, 2011

Schwarzmalerei
Es ist mal wieder an der Zeit für einen negativ angehauchten Blog-Eintrag. Denn sonst polarisiere ich ja nicht mehr, keiner kann sich mehr fremdschämen oder schadenfreuen und das wäre doch schade, denn dann wären hier plötzlich keine Gefühle mehr im Spiel, das Ganze würde langweilig und das wäre der Tod für gute Literatur (nicht, dass ich das hier als Literatur bezeichnen würde, aber mir fiel gerade nix besseres ein). Und, hey, ich bin ja noch weit, weit entfernt von Charlotte Roche, die ja mit ihrem neuen Roman gerade wieder in aller Munde und allen Medien ist. Dieser Hype hat mich bereits davon abgehalten, das erste Buch zu lesen. Mein Mann hat es gekauft, danach aber keine Luftsprünge gemacht und ich werde mir auch das zweite Buch nicht besorgen, ich hab keine Zeit mehr und mir ist Wurst, wenn ich was verpasse, ich hab' ja auch Krieg und Frieden nicht gelesen oder den Ulysses oder die Buddenbrooks, aber vielleicht hol ich das dann im Alter mal nach. Man muss Prioritäten setzen im Leben und die Gymi-Phase, in der man sich plötzlich für Literatur zu interessieren begann, war zu kurz und im Studium mussten dann Kanji gebüffelt werden, also... Aber zum Thema: Obwohl ich seit Wochen relativ gelassen über unsere Situation war, hatte ich heute mal wieder einen Ausraster und fühlte mich als total miese Mutter. Ich bin sicher die einzige Mama, deren Kind mit 1,5 Jahren immer noch nicht gescheit schläft, das immer noch mittags herumspaziert werden muss und nicht einfach im Bett schläft, das Mama nicht kochen lassen will sondern dabei ständig auf dem Arm sein muss, das überhaupt null Gehorsam zeigt und alle Nein's einfach mit einem breiten Grinsen und Lachen ignoriert. Ja, ich bin mir ziemlich sicher, dass ich die einzige bin, Auftrieb gibt mir höchstens "Die Supernanny", die gerade mit neuen Staffeln am MI Abend auf RTL vertreten ist. Allerdings sind in der Sendung mit Vorzug, so behaupte ich, Hartz-IV-Familien zu sehen, die, Zitat meines Mannes, die TV-Crews wohl "in den Suppenküchen" casten. Damit meinte er zwar eine andere Sendung aber die sind ja alle gleich, egal ob "Extrem schön" oder irgendwas mit Häusern renovieren. Trotzdem schaue ich sie mir liebend gerne an, weil ich fühle mich dann einfach ein wenig besser, gescheiter und situierter und ist das nicht auch das Ziel dieser Formate?
Auf jeden Fall waren es heute wohl schlicht und einfach die Umstände, die mich mein Kind während des Kochens anschrien liessen. Er schlief vor Mittag nicht gleich ein, worauf ich beschloss, erst mal zu kochen und er wollte lieber, dass ich mich mit ihm beschäftige, ist ja verstänlich. Nach Mittag klappte es dann aber ich war gewzungen den Kinderwagen zu nehmen weil ich um 14 Uhr in Vaduz sein muss und ich wusste genau, länger als eine Stunde wird er nicht schlafen, spätestens wenn ich ihn ins Auto hieve, wacht er auf und aus. Und gestern wollte er nicht länger schlafen und ich hatte die Mädels zu Besuch mit ihren Kids und das bedeutete, dass so ca. ab 15.30 Uhr mein Sohn total quengelig war und eigentlich hätte schlafen sollen aber das ging natürlich nicht, ich kann ja nicht einfach die Leute rauswerfen. Ich musste ihn also wachhalten bis abends, da schlief er dann immerhin auf meinem Arm ein, das macht er sonst nie. Und heute bin ich 1. unterwegs und 2. abends allein, d.h. ich habe Angst, dass er im Auto einschläft bevor wir nach Hause fahren und ich ihn dann abends erst um 21.30 Uhr ins Bett kriege - frühestens - und dann habe ich keinen Feierabend und kein Hartz-IV-Spass am TV (heute kommt "Frauentausch", noch so ein Spitzenprogramm. Nicht, dass Ihr jetzt denkt, ich wäre gaga, aber es ist nun mal so dass müde, gestresste Leute abends einfach nur noch berieselt werden wollen, auch wenn's Hirnzellen kostet, aber für Dostojewski reicht die Konzentration nun wirklich nicht mehr! Und Schokolade essen, jawohl...). So. Also, ich hab' mich mal wieder aufgeregt und mir zehn Minuten lang Gedanken über mein Versagen gemacht. Ist nicht weiter schlimm, man darf an sich zweifeln. Wer das nie tut, kommt auch nicht weiter im Leben. Die Gelassenheit ist sicher bald wieder da, vielleicht am Wochenende. Trotzdem schwebt meine Schwangerschaft ein bisschen wie ein Damoklesschwert über mir. Eigentlich komme ich ja zurecht damit, dass mein Sohn nachts öfter aufwacht und tags nicht im Bett einschläft und recht anhänglich sein kann aber was passiert, wenn das Zweite da ist? Muss er dann kuschen, wird er's dann lernen? Oder wird er plötzlich extrem zornig und rebellisch, schlägt, beisst und tobt und lächelt nicht mehr so oft (das wäre furchtbar! Gerade erst hat man mir gesagt, er wäre ja so ein Sonnenschein und würde so oft lachen, Balsam für meine Mutterseele)? Oder muss das Zweite einstecken weil lediglich dessen Grundbedürfnisse knapp gestillt werden? Beides wäre ungut. Ich denke immer, dass es schon irgendwie gehen wird, denn dann muss ich mir nicht zu viele Gedanken machen. Ich hoffe, es ist wirklich so und nur die ersten Wochen werden happig. Aber ein grosser, unterschwelliger Respekt vor der neuen Situation und Schlaflosigkeit bleibt bestehen. Denn ohne Schlaf, das weiss ich, funktioniere ich nicht so, wie ich sollte. Bloss: Mit zwei Kindern gibt es dann keine Möglichkeit mehr, den Schlaf nachzuholen. Eines wird immer wach sein. Schwarzgemalt. Vielleicht überschneidet sich der Schlaf auch mal für zehn Minuten. Aber das reicht nicht. Aber eben: Gebt mir Pinsel und Farbe, es wird hier nicht mehr schwarz gemalt! Alles wird gut! Oder wie Tanja sagt: Wir werden die Kinder schon schaukeln (oder so ;)