Tuesday, February 22, 2011

Wie wird das später noch?

Puh, schon wieder ist ein Arbeitsnachmittag zu Ende. Vergeht immer so irre schnell die Zeit. Hätte ja nie gedacht, dass ich das mal sagen würde, aber es tut gut zu arbeiten, ja es entspannt mich sogar!! Mein Sohn war heute ziemlich komisch drauf. Ich konnte am morgen kaum mein Müesli essen, so anhänglich war er. Und als wir vormittags nach dem Spaziergang unterwegs nach Hause waren, fing er an zu weinen und schreien und beruhigte sich fast nicht mehr. Selbst zu Hause nicht... Was er wohl hatte??? Und so ganz allgemein, wie wird das in 3 Monaten, in 1 Jahr, in 2, in 3, in 10 Jahren? Es gibt ja so wahnsinnig brave, liebe Babys und dann gibt es mein Baby. Bleibt das so? So anstrengend? Wenn er mir jetzt schon den Brei um die Ohren haut und mordio schreit wenn ihm etwas nicht passt, wird er dann mit 4 auf den Boden stampfen und schreien: "Ich will nicht in den Kindergarten" oder "Ich will jetzt das Schokoladeneis haben!" und mit 14 "Und ich geh' auf diese verdammte Party/das Openair/irgendwas" und "Ich denk nicht daran, die Sch...-Mathe-Hausaufgaben zu machen" und "Mama, Du bist ja sowas von doofe Kuh". Das war jetzt harmlos, wer weiss, was er mir noch nachruft??? Ich fürchte mich jetzt grad ein bisschen davor, dass er gross wird. Und er wird gross. Gerade heute sah ich ihn an und dachte, wie gross er schon geworden ist. Nicht im Sinne von cm, aber er sieht schon aus wie ein richtiges Kind. Wie die Zeit vergeht...

Sunday, February 20, 2011


Zurück...

So, wir sind wieder retour von unserem Kurztrip nach Bozen (I). Haben meinen Mann auf, nicht Geschäftsreise, aber Reise im Zuge seiner Aktivitäten in einer, naja, Landes-Organisation, begleitet :) Hatten ein gutes Hotel und die Stadt war auch schön. Zum guten Glück sind noch andere Begleitpersonen mit von der Partie gewesen, so dass ich mich nicht ganz allein durch den Tag schlagen musste. Ferien waren's in dem Sinne natürlich trotzdem keine. Es war einfach mal wieder ein Tapetenwechsel und ich genoss den Luxus, während dieser Tage weder zu haushalten noch zu kochen, dafür täglich zu duschen und mich sogar zu schminken (wow, fast wie früher ;)! Und ich kam sogar dazu, etwas zu "lädala" für's Seelenwohl. Die Abende und Nächte waren aber ziemlich mühsam, gelinde gesagt. Im Gegensatz zur anderen Familie mit Kleinkind hatte ich kein Babyphon dabei (besitze ja auch keines) und es hätte auch nix gebracht, denn mein Sohn war in der ersten Nacht etwa stündlich wach, die nächsten Nächte dann etwas seltener aber dennoch sehr oft. Ihm war wohl einfach die Umgebung fremd und ich muss ehrlich sagen, ich habe genauso schlecht geschlafen und lag noch länger wach, warum auch immer (zu viele Latte Macchiato oder Veneziani?) Das nächste mal sorge ich dafür, dass wir ein Zimmer mit getrenntem Zimmer haben, denn nachdem ich meinen Sohn zu Bett brachte um 20 Uhr, war ich alleine an das dunkle Zimmer gebunden. Es gab kein Wifi und dass ich das Licht nach 10min wieder anmachen kann um zu lesen habe ich erst am 2. Abend gemerkt. Aber irgendwie war ich zu müde dafür und auch zu müde um zu sinnieren, nur Schlafen ging irgendwie gar nicht :( Fernsehen ging auch nicht, ist ja klar... Und Internet eben auch nicht (Roaming!) Ich fühlte mich ein bisschen wie Scarlett Johanssons Figur in Lost in Translation. Ich war neidisch auf die andere Mutter, deren 1,5 jährige Tochter um die selbe Zeit ins Bett ging und dann mehr oder weniger durchschlief bis morgens um 10(!) Luxus... Aber ich sollte den Mund halten, ich kenne auch Mütter, deren Babys um 6 Uhr hellwach sind! So, jetzt habe ich dann das Internetmanko wieder aufgefüllt und werde wohl heute genau wie mein Sohn etwas früher ins Bett kriechen, in der Hoffnung, besser zu schlafen als die letzten Tage. Aber ich denke das wird sich machen lassen. Zuhause schläft's sich bekanntlich am besten ;) Sorry, heute zu müde für mehr als einen Statusbericht! ;)

P.S. Dafür gab's zum ersten Mal im Leben Zimmerservice. Für 15€ Aufpreis mehr als dekadent, aber ich fand, dass ich mir das verdient hatte und war zu müde um nochmals mit dem Buggy raus und zu McDonalds zu laufen ;) Das hat Stil! Siehe Foto...!

Tuesday, February 15, 2011

Von Zufriedenheit und Ewigkeit

Mal wieder ein positiver Beitrag zur Abwechslung, langsam bessere ich mich ;) Es ist viel los dieser Tage, ich bin oft unterwegs und als ich heute morgen mal wieder auf dem Weg zu einer lieben Kollegin war, hing ich ein bisschen meinen Gedanken nach, was ich meistens tue wenn ich Auto fahre und mich vom Radio berieseln lasse. Eigentlich ist Autofahren für mich sowas wie eine Oase. Es ist die einzige Gelegenheit, einfach mal nichts zu tun (dazu ist man ja quasi gezwungen ;) und etwas vor sich hin zu träumen (ja, das ist auch der Grund, weshalb ich dauernd irgendwo reinfahre und Fast-Unfälle baue, ähem...). Ich fühlte mich heute sehr zufrieden. Mein Kinderarzt sagt ja immer, mein Sohn sei ein "in sich zufriedenes Kind". Ich denke dann immer, er sagt das einfach so und will der Mama etwas Honig ums Maul schmieren und überhaupt sagt er das sicher jeder Mama, keine Ahnung. Naja, mein Kind kam mir früher auf jeden Fall nicht sehr zufrieden vor und auch wenn es heute viel besser ist, gibt es sicher zufriedenere Exemplare. Naja, dafür fühlte ich mich heute in mir zufrieden. Komischer Ausdruck. Sagt man das so? Ich bin in mir zufrieden? Oder in mich? Naja, egal... Die Tage, in denen viel läuft sind auf jeden Fall gut, auch wenn man so nicht mehr alles unter einen Hut bringt. Und es ist immer schön, etwas vor sich zu haben, auf das man sich freut. Eine Reise (wir fahren demnächst kurz nach Bozen), ein Besuch von lieben Freunden, ein Geburtstagsfest, eine Hochzeitsfeier, ein Friseurbesuch, eine Sportlektion, ein Abendessen im Restaurant, ein Fasnachtsball, irgendwas... Unterwegs dachte ich dann auch an Tattoos, fragt mich nicht, wieso. Jede tattoobegeisterten Eltern überlegen sich irgendwann mal, ob sie ihr Kind auf der Haut verewigen sollen und so geht's natürlich auch mir, obwohl ich den Gedanken an weitere Tattoos beerdigt habe nachdem ich meinen Mann kennen gelernt habe. Nicht viele Männer stehen auf Tattoos ;) Naja, aber eine Stelle, die ich eigentlich gerne bestechen lassen würde, würde sich wunderbar für ein kleines Andenken an das wohl schönste Ereignis im Leben eignen: Die Innenseite meines Handgelenks. Es würde nur etwas Kleines, Feines hergeben. Nur über das Motiv bin ich mir nicht sicher. Obwohl ich den Namen meines Sohnes liebe und er sich wunderbar, etwas verschnörkelt, machen würde, käme es mir nicht in den Sinn, ihn stechen zu lassen. Auf jeden Fall nicht in unserer Schrift. Auch wenn's versteckt ist, fände mein Sohn dass irgendwann sicher peinlich. Ich hätte auch gerne meine Mama irgendwie verewigt, aber auch da scheiterte es am Motiv. Vielleicht fällt mir irgendwann mal was ein, dann bräuchte ich allerdings immer noch die Erlaubnis meines Mannes... :)

Thursday, February 10, 2011

PS: Danke, Tanja! :)

Wer meinen Blog regelmässig frequentiert, weiss, dass ich mit meinen Nerven relativ schnell an die Grenzen stosse und mich hier eingehend darüber beschwere, wie anstrengend so ein Mama-Tag sein kann. Nun, ich bin der Meinung, dass man das auch sieht, wenn man mich, eben, sieht. Ich glaube, dass ich nach durchwachten Nächten dunkelblaue Augenringe habe, dass mein Gesicht ohne Make-up aussieht wie unsere Küchenabdeckung, nämlich gesprenkelt mit vergrösserten und verstopften Poren und abgestorbenen Hautfetzchen, dass meine Haare fettig und ungebürstet sind und meine Klamotten vollgekleistert mit Spuren von Babybrei, Babykotze und Babykacke. Das ist jetzt aber grad nicht das Thema, das sind ja nur läppische Äusserlichkeiten. Nein, ich glaube, dass man mir auch auf 5 km ansieht, dass ich total genervt bin, meine Stirn in Falten gelegt ist, ich schweissgebadet bin, abgehetzt, müde, angespannt, am Limit. Ihr wisst schon. Und gestern war ja wieder ein Tag der übleren Sorte weil mein Kleiner so quengelig drauf war und nichts essen wollte ausser Krapfen mit Aprikosenkonfitüre. Auf jeden Fall war ich nach unserem Playdate bei Filip und Seiner Mama gerade dabei, mein Kind dazu zu bringen, sich sein Jäckchen anzuziehen weil's höchste Eisenbahn war. Ich weiss nicht wer müder war, er oder ich? Naja und dann sagt Tanja so in dem Sinne: "Ich kann ja bei Deinen Blog-Einträgen immer mitfühlen und verstehe wie's Dir geht aber Du wirkst auf mich überhaupt nicht genervt..." Wow! Das war so ziemlich das schönste Kompliment, das mir seit Langem jemand (ausser meinem Mann natürlich ;) gemacht hatte. Ich war baff. Normalerweise schäme ich mich in Grund und Boden weil ich mich davor fürchte, was die anderen über mich denken (Mensch, die hat doch ein liebes Baby und auch nur ein einziges, noch Kleines, warum tut sie als wäre sie so super-hyper-gestresst? Die hat ja keine Ahnung!) Tanja, ich danke Dir! Du hast gestern meinen Tag gerettet! Und übrigens: Ich weiss ja, dass Du auch sehr stressige Phasen hast. Trotzdem kann ich das Kompliment nur zurückgeben: Du wirkst auf mich total ruhig, wie ein Fels in der Brandung. Und wenn ich so überlege, dann kenne ich eigentlich kaum eine Mutter, die nicht zu mindestens 80% der Zeit, in der ich sie sehe relativ ruhig wirkt. Ich hab' vielleicht zwei mal erlebt wie eine andere Mutter genervt war und dann auch nur kurz. Ja, und meine Nachbarin wirkt immer ein bisschen so, als müsste sie einen Zug erwischen, aber sonst. Ist das ein Mama-Gen? Ein Hormon? Eine optische Täuschung? Auf jeden Fall ist es gut :)


Wednesday, February 09, 2011

Kabel, Kämpfe, Krapfen

Ui, schon länger nicht mehr gebloggt. Ist mal wieder an der Zeit... Fakt ist, die letzten Tage waren streng und heute war wohl sowas wie der Zenith erreicht. Mein Sohnemann übt sich derzeit in folgenden Disziplinen:

  • Sich möglichst schnell auf den Bauch drehen sobald Mama Windeln wechseln will und das nach jedem Handgriff!
  • Möglichst intensiv quengeln wenn er etwas nicht sofort in die Hände bekommt (Telefon, Mamas Trinkflasche, Kabel, Pflanzen...)
  • Brei-Weit-Schleudern und Brei-Essen verweigern und überhaupt Alles-Essbare-Weit-Wurf
  • Gegenstände zu zerstören (Erstes Opfer: Die Bratkelle aus Plastik. Ich wusste nicht, dass die kaputtbar ist!)
  • Wie am Spiess schreien und in alle Himmelsrichtungen davonkrabbeln wenn Mama Kleider anziehen will
  • Tagsüber nicht auf dem Balkon schlafen damit Mama auch ja nicht irgendwas ohne Kind tun kann
  • Im Kinderwagen aufhocken oder aufstehen
  • Nachts möglichst viele Schoppen einfordern
  • Generell quengeln und weinerlich sein ohne ersichtlichen Grund

Muss ich mehr sagen?

Dafür gab's heute noch eine Premiere: Die ersten beiden Stummelzähnchen unten wurden mit der Zahnbürste bearbeitet. Super! Wird jetzt jeden Tag gemacht. Dafür wurde es heute aber auch Zeit nachdem der kleine Mann Mama den Krapfen aus den Händen gerissen und voll fett reingebissen hat. Das Apfelmus landete vorhin überall nur nicht im Mund. Den Krapfen liess er sich schmecken und Mama fürchtet sich vor einem übergewichtigen Kind. Es reicht, dass ich mit meiner Figur kämpfen muss, ich kann nicht auch noch ein Kind brauchen, dass nur Süsses und Fettiges isst. Aaaah!!!!!

Thursday, February 03, 2011

Werdet kinderfreundlich!

Tanja und ich sind heute morgen eine geschätzte Ewigkeit mit unseren Kinderwägen durch die Feldkircher Altstadt gekurvt um ein Frühstücks-Café zu finden, das Kinderstühle besitzt (die frei sind). Von einer Spielecke brauchen wir gar nicht erst zu reden. Es war ein Ding der Unmöglichkeit. Nachdem wir zig Lokalitäten abklapperten und Tanja so nett war, zu fragen bevor wir mit unseren Kinderwägen den Eingangsbereich blockierten, entschlossen wir uns für ein Hotelrestaurant am Illpark. Eigentlich hätten wir es merken müssen: Da sassen zwei Leute drin. Das Frühstück (Buffet, Selbstbedienung) kostete uns satte 15(!) Euro (was wir erst beim Bezahlen erfuhren). Aber: Sie hatten Kinderstühle. Gottlob! Trotzdem: Nie wieder! Feldkirch scheint definitiv kein Ort für Babys zu sein. Da habe ich bisher in Buchs bessere Erfahrungen gemacht. Wenigstens hat's im Migrosrestaurant genügend TripTraps (ja, TripTraps und keine Billigplastikstühle) und im Café Wanger wird einem das Frühstück s-e-r-v-i-e-r-t und das zum halben FK-Preis. So! Und wisst Ihr was? Die hatten auch keine Wickelmöglichkeit in der Toilette. Nachdem ich etwa 10 Minuten mit meinem Sohn auf den 20cm Marmor zwischen den Lavabos kämpfte, die Windel halbwegs montiert war, das Zuknöpfen des Bodys sparte ich mir, war ich ziemlich sauer. Investiert doch bitte in einen Wickeltisch! Ist ja nicht teuer! Und kauft wenigstens 5 oder 6 Kinderstühle (ja es dürfen auch billige aus Plastik von IKEA sein), es sei denn Euer Zielpublikum ist 50+ oder 20-. Ihr vergrault hier potentielle Kundinnen. Wie viele Mamas gibt's wohl, die sich mal einen Kaffee mit einer anderen Mama gönnen wollen um rauszukommen? Sicherlich genügend. Macht's Ihnen nicht schwer. Freut Euch über das Leben, die sie in Euer Lokal bringen! Und zieht nicht die Brauen irritiert hoch wenn wir heisses Wasser zur Zubereitung des Breis verlangen.

Ich erinnere mich grad an einen Besuch des McDonalds vor einigen Wochen. Es war an einem Wochenende und es hatte sicher 5 Babys/Kleinkinder drin! Ich war total überrascht aber absolut entzückt! Und es hatte freie Babystühle! Man mag über McDo sagen, was man will (z.B. dass es den Namen Restaurant nicht verdient), aber das war mal familienfreundlich! Und was ich auch besonders schätze, ist eine Spielecke für Kids wie ich sie z.B. im Kunstmuseum in Vaduz vorfand. OK, es hatte nur Holztäfelchen, die alle die selbe Form hatten, aber trotzdem, ich kam so immerhin mit einer anderen Mama ins Gespräch während mein Sohn relativ zufrieden war mit sich und dem Holz. Die Spielecke muss auch nicht riesig sein, so 2x2m reichen schon. Und gebrauchtes Spielzeug findet sich wohl schnell... Also, los! Wie wär's z.B. mit einem Sticker, der kinderfreundliche Lokalitäten auszeichnet? So finden wir Mamas auf einen Blick "unser" Lokal. Und wenn es uns gefällt, dann kommen wir wieder! Versprochen!

PS: Ambitionierte setzen noch eins drauf und führen auf der Menukarte einen Baby-Brei (Früchte und Gemüse, saisonal variierend) oder Babyknabberzeugs. Aber das wäre wohl definitv zu viel verlangt ;) Ich würd's auf jeden Fall machen wenn's mein Restaurant wäre. Kleiner Aufwand, grosser Kundenservice!

(ü)be(r)standen!

Wow, ich habe eine ganze Nacht und einen ganzen Tag ohne meinen Sohn zugebracht. Mama und Sohn sind wohlauf! Der Kleine war bei seiner Nana sehr brav und hatte eine gute Nacht (die er zwar mehr oder weniger im Bett der Nana verbrachte, aber das macht ja nix). Sogar ich schlief durch, da wir aber um 5.40 schon Tagwacht haben war die Nacht nicht erholsamer als wenn mein Sohn 2-3x seinen Schoppen verlangt. Aber nach diesem Probelauf haben mein Mann und ich (bzw. wohl eher ich ;) beschlossen, jetzt regelmässig einen Tag für uns einzulegen. Für die Beziehung ist es in meinen Augen einfach enorm wichtig, einfach mal wieder nur Mann und Frau zu sein statt Mama und Papa. Und dem Kleinen schadet es nicht, mal einen Tag bei Nana zu verbringen, schliesslich ist er sowieso regelmässig da wenn ich arbeite. Und auch die Nana freut sich. Eine klassische Win-Win-Situation. Dennoch muss ich zugeben, dass ich heute Nachmittag nach einem eher stressigen Morgen meinen Kleinen sehr, sehr ungern schon wieder alleine bei der Nana zurückliess, aber da heute mein Arbeitstag ist, den ich mir fix eingeplant habe, ging's nicht anders. Umso mehr freue ich mich riesig darauf, den morgigen Tag ganz mit meinem Sohn zu verbringen. Und diese Freude verdanke ich der kleinen Mama-Pause von gestern. Wie für jede gute Beziehung ist es einfach wertvoll, nicht 24h aneinander zu kleben obwohl das natürlich für die meisten Mamas zwangsläufig so bestimmt ist...

Tuesday, February 01, 2011

Ein Jammertal?

Eine befreundete Mutter hat mir den Kopf gewaschen. Ich hab's wohl verdient. Ich jammere zu oft und zu ausgiebig. Weil das Kind nie nirgends gscheit schläft, weil's mich beansprucht, weil ich müde bin, weil weil weil... Sie hat recht. Ich jammere wirklich viel. Dabei geht's mir ja gut. Ich habe keine Cholera und bin kein Sozialfall, mein Kind ist gesund, ich auch und überhaupt, wie viele Menschen wünschen sich ein Kind und bekommen keins...? Klar. Aber es ist eben meine Perspektive, meine ganz subjektive Ansicht. Mir gings im Leben nicht so viel schlimmer und wenn dann nur ganz kurz. Und ich will auch gar nicht wissen wie's schlimmer wäre. Ich weiss nur wie's besser wäre und deshalb suhle ich mich eben gut und gerne etwas in Selbstmitleid. Wenn ich auch sonst nicht viel kann, das liegt mir. Ihr dürft auch mit faulen Eiern auf mich werfen ab und zu. Ich werde dann darüber und über mich lachen. Das kann ich nämlich auch, das ist nicht jedem gegeben. Eins will ich jetzt auf jeden Fall klarstellen: Egal wie sehr ich hier moniere, meckere, miesepetre, den Teufel an die Wand male und so weiter... Ich bin glücklich. Ich gehe abends glücklich zu Bett und wache morgens zwar hundskaputt aber glücklich auf. Das schliesst sich ja alles nicht aus. Ich bin nicht mehr die halbe Nacht nervös, weil im Job irgendeine Herausforderung wartet, der ich mich nicht gewachsen fühle. Ich muss mich nur noch vor mir selber verantworten. Es ist also vieles besser... und vieles schwieriger. Aber anders. Und das Wichtigste: Ich bin glücklich. Ich wollte eine Familie. Ich habe sie. Einen tollen Mann, ein tolles Kind, ein Dach über dem Kopf, wenn auch kein Haus, aber für den Moment passt es so. Und ich will mindestens noch ein Kind wenn es uns vergönnt ist. Ich muss mich einfach mit dem neuen Leben anfreunden. Es ist nicht einfach aber es wäre dann wahrscheinlich auch nicht so spannend. Nur etwas bedaure ich trotzdem: Dass mein Mann und ich uns die Erwerbsarbeit, v.a. aber die Kinderbetreuung nicht mehr teilen können. Ich habe immer gesagt, dass ich das klassische Rollenmodell bevorzuge weil ich keine Karrierefrau bin. Ich wäre vielleicht gerne eine geworden, wusste aber immer, dass ich dafür zu wenig Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein habe. Zu wenig Mumm. Zu wenig Kreativität. Aber ich habe nicht ungerne gearbeitet. Am besten gefiel es mir am Schalter in der Bank, wo ich einfach nur Leute bedient habe. Die geistige Nahrung habe ich mir dann einfach per Zeitschriftenkonsum und Sudokolösen zugeführt wenn grad keine Leute bedient werden wollten. Ich will auch gar nicht mehr 100% arbeiten. Dafür war ich immer schon zu faul. Aber so ein bisschen mehr als jetzt wäre OK. Weil man halt nur vom Mutter- und Hausfrauendasein nicht so wahnsinnig viel "mitnimmt". Mein Mann geht aus dem Haus und kommt Abends mit einem Sack voller Erlebnisse nach Hause. Er wurde gefordert. Ich auch, aber anders. Und drum bin ich abends nicht die perfekte Ehefrau, die ihren Mann mit einem leckeren Dreigänger und einem strahlenden Lächeln begrüsst. Meist bin ich total genervt, komplett derangiert und das Essen muss er selber kochen. Deshalb wäre es schön, wenn Mann und Frau gleich viel Zeit mit Kinderbetreuung und Erwerbstätigkeit verbringen würden. Ich denke, dass davon alle profitieren würden. Leider ist es Wunschdenken... Und ich werde weiterhin ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich meinen Sohn abgebe, nur um zu arbeiten. Ein noch schlechteres Gewissen hätte ich allerdings, wenn ich ihn abgeben würde, nur um Zeit für mich zu haben. Mein Mann hat die ja auch nicht. Aber ich merke, dass ich nach einem Nachmittag ohne mein Kind erholter bin. Und meinen Mann wenigstens mit einem Lächeln begrüssen kann. Das klingt doof. Man wollte ja das Kind und braucht dennoch mal eine Pause davon? Irgendwie widerspricht sich das und ich weiss nicht genau, was ich mit diesem Gefühl anfangen soll. Bin ich deswegen eine schlechte Mutter? Weil ich Pausen brauche vom Muttersein? Und warum können Männer so gut damit umgehen, eigentlich Dauerpause zu haben. Den ganzen Tag vom Kind getrennt zu sein, das könnte ich dann doch nicht! Morgen muss ich. Ich werde berichten... Jetzt mach' ich Schluss, ich könnte noch stundenlang sinnieren. Leider schläft der Kleine dafür nicht lange genug ;)