Wednesday, January 26, 2011

Ich brauche einen Marderschreck!

Nein, mein Auto wurde nicht angenagt, alles bestens. Aber mit meinen Nerven stimmt etwas nicht. Ich glaube seit ich krank war, haust ein Tier in mir, dass Hunger hat. Hunger auf nerven. Uns jetzt knabbert dieser Parasit ständig dran rum und legt sie frei, sprich: sie liegen blank. Der Kleine hat mal wieder eine Phase, in der er nicht schlafen will, tags nicht und nachts auch nicht wirklich. Und ich gehe an die Decke sobald er nur ein bisschen quengelt. Es geht soweit, dass ich den Wunsch verspüre, irgendwas zusammenzuschlagen und das geht gar nicht. Ich bin irgendwie wütend, dabei kann der Kleine nichts dafür. Vielmehr sollte ich wohl auf mich wütend sein und das bin ich auch. Weil mein Kind weit und breit das Einzige zu sein scheint, dass nicht schläft und keinen Rhythmus hat und überhaupt und grad einfach schwierig ist. Dabei stimmt das nicht, aber man neigt dazu, die anderen, die auch Probleme haben auszublenden während diejenigen mit Luxusbabys gedanklich über einem herumschwirren wie ein Damoklesschwert. Ja, es ist grad nicht einfach und wir sind grad den dritten Tag in Folge bis weit über den Mittag hinaus allein zuhause und das tut uns beiden nicht gut. Es ist natürlich stressfreier als, tausend Sachen zu packen und ins Auto zu steigen um rumzufahren, aber dafür bietet es psychischen Stress. Beides ist nicht gut und ich finde, jetzt in dem Moment wäre es einfach besser wenn wir in der Nähe des Arbeitsplatzes meines Mannes wohnen würden und ich gewzungen wäre, mittags zu kochen. Wenn in der Nähe auch noch ein Laden mit Frischwaren wäre, bestens! Naja, es ist grad nicht so und umziehen wäre jetzt auch nicht toll also beissen wir noch ein bisschen durch. Das ist jetzt eine Phase, sag' ich mir. Ich fühl' mich halt allein weil der Kleine noch nicht wirklich eine gesellige Person ist. Aber sobald er sprechen kann und richtig mit vom Tisch essen und und und, dann wird's anders. Hoffe ich... Bis dann heisst es abwarten... Und falls ich ein zweites Kind bekomme, wird auch alles anders, dann bin ich nämlich nicht mehr allein. Dann ist da noch ein grösseres Kind, mit dem man sprechen kann. Soweit so gut. Aber eben: Es wird anders, nicht besser. Denn wie ich gestern bei einer Bekannten erfahren habe, können auch grosse Kinder klein sein. Sie sagte mir nämlich, dass ihr 4- und ihre 6-Jährige gestern beide bei Ihr im Bett schliefen und ihr Mann woanders. Es hört also nie auf, das sei mal gesagt!

Monday, January 24, 2011

Einmal Hölle und zurück

Mich hat's voll erwischt! Schon wieder. Aber diesmal viel schlimmer: Das Norovirus. Dieses elende Ding! Am Freitag Morgen begann's mit Übelkeit und den Tiefpunkt erreichte ich nur wenige Stunden danach als es oben und unten synchron kam. Krampfartig, schwallweise, ich will es nicht erläutern, man kann es sich vorstellen. Ich lag wortwörtlich am Boden neben dem Kübel und dachte jetzt kommt der Magen gleich mit raus. Ich fühlte mich wie im Altersheim wo man den alten Leuten, die nur noch vegetieren, wieder Windeln verpasst. Aber wie gesagt, ich wollte euch die Details ja ersparen. Eins steht fest: Ich habe mich noch nie zuvor in meinem Leben so elend gefühlt. Ich war nicht fähig, auf mein Kind zu achten, das gab's noch oben drauf. Während meine Schwiegermutter, die notfallmässig zu mir gefahren ist, auf den Kleinen aufpasste, ging ich zum Arzt, hütete das Bett und eben, sh. oben. Meinem ärgsten Feind wünsche ich das nicht. Ich siechte im Bett dahin während mein kleiner Schatz weinte und weinte. Ich war knapp fähig, zwei mal rauszukommen und ihn etwas zu halten. Das ganze Wochenende verbrachte ich also mehr oder weniger in der Waagrechten, feste Nahrung vertrage ich jetzt noch kaum. Beim Gedanken an Essen wird mir übel, dabei sollte ich eigentlich wieder genesen sein, laut Ärztin ist man in 2, 3 Tagen übern Berg. Die gute Frau schrieb mich auch krank für drei Tage und das von FR bis SO. Was hat sie sich denn dabei gedacht? War das für meinen Mann gedacht? Mütter können nicht krank sein. Aber es ging nicht anders und mein lieber Mann konnte am Nachmittag nach Hause kommen damit ich in Ruhe sterben konnte (oder zumindest so tun als ob). Ich hatte nicht mal Energie für TV schauen oder lesen als es besser ging. Als ich mich wohl zuletzt so mies fühlte, war ich ein Kind und meine Mama an meiner Seite. Daran erinnerte ich mich schmerzlichst. Sie hat mir alles ans Bett gebracht, beim Kinderarzt Sturm geläutet und mich im Stundentakt gefragt wie's mir geht. Sie hatte unendlich viel Mitleid mit mir und sorgte sich so wie es nur eine Mama kann. Auch wenn's nur die Grippe war, sie litt mit und hoffte, dass ich je wieder gesund werde. Und wenn ich nach Tagen Appetitlosigkeit plötzlich Lust auf einen Mohrenkopf (exgüsi, die hiessen damals halt so) hatte, fuhr sie am Sonntagnachmittag los um irgendwo einen zu finden. (Nein, Sonntagsverkauf gab's damals nicht.) Und sie kam nicht mit leeren Händen zurück. Ja, schmerzlich habe ich ihre liebevolle Pflege vermisst, die mir niemand ersetzen kann. Ich kann sie nur irgendwann meinem kleinen Schatz weitergeben. Aber ich bin ja erwachsen und kann ohne Streicheleinheiten auskommen. Ich brauchte nur jmd, der zu meinem Sohn schaut und das hatte ich zum Glück und dafür bin ich natürlich dankbar. Last but not least ist auch er seit Tagen nicht ganz auf der Höhe, mag kaum essen und trinken und hat Durchfall, macht also wahrscheinlich grad was ähnliches mit wie ich. Armer Knopf! Aber das ist erst der Anfang und das macht mir, entschuldigung, grad eine Sch... Angst! Ob ich ihm eine so gute Pflegerin sein kann wie meine Mama es mir war? Ich hoffe es!

Tuesday, January 18, 2011

Über das Sozialverhalten von Krabbelkindern

(Juhu, ich kann mein Kind jetzt tatsächlich auch Krabbelkind nennen! :) ähem... Also: Mein Sohn hat mal ganz sicher genügend Kontakte! In unserem Baby-Album unter "Meine Freunde" schrieb ich Namen um Namen nieder. Naja, von Freunden kann man vielleicht noch nicht sprechen weil heute krabbeln die Kleinen ja noch friedlich nebeneinander umher aber das Haareziehen, das sie jetzt schon üben, kann sich in wenigen Jahren locker zum "Du dumme Kuh" wenden. Wer weiss... Naja, wollen mal den Teufel nicht an die Wand malen. Auf jeden Fall hat mein Kleiner zahlreiche Playdates (oder heisst es eher Kaffeekränzchen für Mama? ;) und PeKiP-Lektionen genau so wie Wiegestube. (Für Nicht-Eltern: Krabbelgruppen!) Und dann ist er auch noch bei der Tagesmutter oder sonstwo zu Besuch und so hat er sogar schon Kontakte zu älteren Kindern. Super! Und es soll mir mal niemand und auch kein schlaues Buch sagen, dass die Kleinen davon nicht profitieren. Schon mit 4, 5 Monaten haben die sich in irgendeiner Form wahrgenommen und taten es immer besser. Und jetzt, da sie sich immer besser bewegen können, interagieren sie auch auf die ein oder andere Weise. Ich finde das toll! Wenn das so bleibt, dass die Kids immer schön zusammen spielen und nicht an der Playstation hängen, dann bin ich eine zufriedene Mama. Aber ob ich das wirklich verhindern kann? Und grad wollte ich sagen, dass mein kleiner Mann wenigstens nur reale Freunde sieht und nicht wie die Mama nur über Facebook und SMS kommuniziert. Wobei, wenn ich so überlege: Ich sehe ja auch täglich befreundete Menschen. Live! Es sind halt zu 90% Mütter! Aber auch Mütter sind Menschen. Vielleicht nicht morgens um 3, wenn sie aus der Traumwelt gerissen werden um einen Schoppen zu basteln... Die Nicht-Eltern unter den Freunden, mit denen ist's halt schwieriger. Naja, trotzdem frage ich mich, ob mein Sohn dereinst auch mehr vor dem PC sitzt als auf dem Schulhof zu spielen. Ich will auf jeden Fall kein schlechtes Vorbild sein und weiterhin fleissig Playdates ausmachen. Denn unter Freunden ist's in diesem Alter halt spannender als zuhause, das ist mal klar!

Friday, January 14, 2011

Es tut sich was

Ui, neues Jahr und ich habe noch keinen Blog-Eintrag gemacht. Wie nachlässig von mir! ;) Fakt ist, nach den traumhaften, zwei Wochen Urlaub kamen wir wieder voll in den Alltag als Mama-Sohn-Paar. Es war jeden Tag was los. Montag Baby-Treff im neuen Haus der Kollegin (so toll! *seufz*), Mittwoch Play-Date, Freitag arbeiten (für das Haus, was denn sonst!) ...

Übrigens: Unser kleiner Mann hat in den zwei Wochen Ferien so viele Fortschritte gemacht wie in den letzten zwei Monaten nicht! Er krabbelt, zieht sich hoch, räumt Schubladen aus und plaudert in allen Tonlagen und Lautstärken fröhlich vor sich hin. Und wenn man ihm Nudeln serviert, spachtelt er wie ein Grosser =) Nur mit dem Schlafen hat er's nicht so. Tags weigert er sich meist vehement. Auch wenn er vor Müdigkeit herumtorkelt wie ein betrunkener Seemann - sobald man ihn ins Bett verfrachtet, brüllt er Mordio. Rettung bringt hier nur der Kinderwagen. Und die Mama? Kommt so natürlich zu nix... Und nachts? Da verlangt er noch regelmässig einen Schoppen. Da er tagsüber meist keine Zeit zum essen hat, holt er sich seine Kalorien wohl einfach nachts :(
Und, ist es nicht wahnsinnig? Der Kleine wird in zwei Monaten schon ein Jahr alt! Gestern lag ich noch mit ihm im Spital. Die letzten Monate vergingen wie im Flug!

A propos Kalorien: Die Waage hat mir heute mal wieder voll ins Gesicht geschlagen. Die Spiegelwand im Yoga tat ihr übriges. Ich fühle mich überhaupt nicht mehr wohl in meiner Haut. Schokolade wird nun definitiv ein Weilchen nicht mehr auf meiner Einkaufsliste stehen. Als ich heute einen Kollegen wieder traf, der kurz nach mir ebenfalls ein Kind bekam, musste ich allerdings lachen. Er hatte sich ebenfalls ein paar Pfunde angefuttert. So bin ich wenigstens nicht mehr ganz alleine mit meinen Festtagskilos ;)

Gestern habe ich eine benachbarte Mutter besucht. Ihr Sohn ist ein paar Monate jünger, lächelt aber schon mindestens so charmant wie unser Exemplar. Ihr erging es bis anhin aber genau so wie mir, wenn nicht noch schlimmer. Der kleine Mann schläft nur im Baby-Björn beim Spazieren, verlangt nachts oft nach seiner Mama, akzeptiert keinen Schoppen und ist wohl auch tagsüber nicht der Pflegeleichteste. Déjà-vu. Als ich nach dem Besuch meinen Wonneproppen im Regen spazieren fuhr, entschloss ich mich, ihr eine SMS zu schicken um ihr zu sagen, was ich selber gerne gehört hätte in den schwierigen, ersten Monaten: Dass sie eine tolle Mama sei und ihr Sohn ein Riesenglück habe weil sie ganz für ihn da sei, dass sie alles richtig mache und dass sie gut zu sich schauen solle, denn ihre Bedürfnisse seien auch wichtig. Ich war danach ein bisschen stolz auf meine gute Tat. Naja, ich hoffe zumindest, dass sie sich so darüber gefreut hat wie ich es getan hätte. Man bekommt als Mama ja immer allerlei tolle Dinge für den Nachwuchs, an uns denken aber die wenigsten. Dass wir gerne mal wieder zum Friseur oder zur Pediküre gehen würden, in Ruhe unsere Lieblingsserie schauen oder einen faulen Lese-Nachmittag verbringen würden. Und wenn in dieser Zeit noch jemand die Wohnung auf Vordermann bringt? Aber bitte!

Hmm, eigentlich wollte ich ja noch unser Fotobuch texten. Aber ich glaube das Bett ist im Moment gerade verlockender...