Monday, February 08, 2016

Über Bindungen, Familie, Beziehungskonzepte

Manchmal bringt mich etwas zum Nachdenken und ich muss das dann irgendwie niederschreiben. Der Sinn vom Bloggen, ne? So wie heute morgen als ich von einer (erst flüchtig) Bekannten erfuhr, dass sie, ebenfalls eine Mutter zweier Kinder im ähnlichen Alter, schon seit einer Weile vom Vater der Kinder getrennt lebt. Ich weiss, das ist kein Neues Thema, Worte wie "Patchwork-Familie" oder "alleinerziehend" schon relativ "alt", aber dennoch... sie ist bei weitem nicht die einzige Mutter, die ich kenne, die nicht mehr mit dem Kindsvater zusammen lebt. Ich kenne einige. Solche, die bereits in der Schwangerschaft vom Vater verlassen wurden, einige trennten sich danach, weil er oder sie fremd ging oder einer keine Lust mehr hatte... Die Mutter, die ich heute traf, trennte sich nicht unüberlegt. Es ging keiner fremd, die Luft war wohl einfach raus. Man will nicht immer fragen, man kennt nie die ganze Situation, in welcher Familien stecken und schon ganz selten kennt man beide Seiten. Und ich kenne auch (kinderlose) Ehen, in denen nach vielen Jahren der Wurm drin steckt, man sich aber dennoch entschliesst, zu kämpfen, eine Therapie zu machen etc.
Wenn keine Kinder im Spiel sind, dann denke ich, ist es relativ unkompliziert. Natürlich tut es weh, dem einen vielleicht mehr als dem anderen, aber in der Regel ist ein Ende mit Schrecken besser für beide als ein Schrecken ohne Ende...
Ist heute die Trennungs- und Scheidungsrate hoch, so war das "Aufgeben" in früheren Generationen nicht nur relativ tabu sondern auch fast unmöglich, da man abhängig voneinander war. Die klassische Rollenteilung hielt Familien zusammen. Aber waren die Menschen dadurch glücklicher oder treuer? Wohl auch nicht, zumindest nicht alle. Es gibt ja doch immer wieder Paare, die es schaffen, jahrelang glücklich zu sein miteinander.
In der heutigen Zeit, in der Männer und Frauen immer selbstständiger sind, oft auf Achse, mit vielen Menschen in Kontakt, beruflich wie auch in der Freizeit, ist es definitiv schwieriger, bei auftretenden Unstimmigkeiten nicht gleich das Handtuch zu werfen... zumindest dann, wenn man keine gemeinsamen Kinder hat... zwar sehnen sich wohl die meisten Menschen nach Beständigkeit, nach einer festen Beziehung, jemandem, der zuhause auf einen wartet... keiner ist gerne lange alleine. Und doch ist man heute weniger "sesshaft". Berufliche Wechsel, viele Reisen, man ist mobil, hat durch die sozialen Netzwerke auch viele Kontakte, die nicht nur eine Tür weiter wohnen... wir werden heute auch verwöhnt mit einer Vielzahl an Möglichkeiten. Konsum, Sport und Freizeit, Reisen, Bildung... warum da jahrelang den selben Partner haben? Es gibt so viele, (nette) Menschen, es lockt also auch die Abwechslung oder auch einfach: der Wunsch, begehrt zu werden, etwas für's Selbstbewusstein...

Ich denke, es ist heutzutage eine grosse Herausforderung, Beziehungen aufrecht zu erhalten und zu pflegen und auch bei Krisen nicht aufzugeben.
Ich denke auch, dass es Mut braucht, einen Schlussstrich zu ziehen, wenn es nicht mehr geht, wenn es nur noch eine Belastung ist, wenn man nach erfolglosen Versuchen, zusammen zu bleiben, gemerkt hat, dass es besser ist, sich zu trennen.
Wenn Kinder im Spiel sind, wird zurecht länger gezögert, sofern nicht grosse, seelische Verletzungen im Spiel sind, ein Vertrauensmissbrauch, der nicht so schnell wieder gut zu machen ist. Für viele ist das ein Grund, noch über Nacht mit Sack und Pack zu fliehen. Andere geben eine zweite Chance... Schlussendlich wird man sich nie, bei niemandem, hundertprozentig sicher sein, weil kein Mensch berechenbar ist.
Wenn Kinder im Spiel sind, verkompliziert das alles. Man stellt zwangsläufig ihr Leben auf den Kopf. Es stehen die Bedürfnisse mehrerer Menschen im Raum und es gilt, diese irgendwie zu vereinen, wobei diejenigen der Kinder absolute Priorität haben. Ich habe auch hier bei einer Freundin miterlebt, wie lange dieser Prozess dauern kann, wie intensiv er sein kann und wie schwierig und schmerzhaft...
Wir wollen unseren Kindern so viel wie möglich ersparen. Wir wollen nicht, dass sie leiden, wollen sie nicht aus ihrer Komfortzone reissen. Nur manchmal geht es nicht anders...
Ich wünsche es keinem, so etwas durchmachen zu müssen. Ich schicke jedem viel Kraft, der es durchziehen muss. Ich wünsche mir für meine Familie, nie eine solche Entscheidung treffen zu müssen, auch wenn mir bewusst ist, dass es nicht immer einfach ist. Manchmal viel Nerven strapaziert werden, Verletzungen geschehen und man nicht den 5er und das Weggli haben kann. Ich bin mir bewusst, dass sowohl ich als auch mein Mann oft auf die Zähne beissen müssen. Kinder zu haben, ist eine Herausforderung, nicht nur eine individuelle sondern auch eine für die Beziehung. Man kann nicht erwarten, dass diese unverändert bleibt. Und sind die Kinder noch so "ring zu haben"... Keine Kinder zu haben, kann mit der Zeit aber auch eine Herausforderung werden. Auch hier kenne ich ein Paar, das nach vielen (ungewollt kinderlos gebliebenen) Ehejahren für das Zusammenbleiben kämpft. Da war man jahrelang Seite an Seite, war füreinander da, meisterte viele Herausforderungen, kennt sich in- und auswendig (vielleicht zu sehr) und irgendwann bleibt die Anziehung auf der Strecke. Man begehrt sich nicht mehr. Jahrelang die gleiche Person an der Seite... es ist klar, man steht sich emotional nah, man fühlt sich geborgen, versteht sich ohne Worte, man lebt eine intensive Freundschaft. Eigentlich will keiner ohne den anderen sein, weil man den anderen vermissen würde, die Familie, die man hat, auch nur zu zweit; undenkbar, sie aufzulösen... Hier muss jedes Paar für sich entscheiden (und gottlob nur für sich und nicht auch noch für die Kinder), was es aus der Situation macht. Will man einen Neuanfang für beide (sich und auch seinem so geliebten Partner eine neue Chance geben) oder ahnt man, dass man nach ein paar Jahren wieder am selben Punkt ankommen könnte und darum lieber beim Vertrauten bleibt, wenn auch ohne das Prickeln, das man ganz am Anfang spürt? Einfacher fiele die Entscheidung, wenn sich die Partner auseinandergelebt haben, sich die Interessen verschoben haben, man sich nichts mehr zu sagen hätte...
Wie könnten menschliche Beziehungen in 20, 50 Jahren aussehen? Verliert die Ehe immer mehr an Bedeutung? Wird sie noch existieren? Wird sie anders umrissen werden? Werden neue Beziehungsformen etabliert? Sind offene Beziehungen ein Thema? Oder nach wie vor eine marginale Erscheinung, da sich selten beide Partner gleichermassen dafür begeistern können... was verständlich ist, da immer ein Risiko besteht, dass jemand sich zu einem anderen Partner mehr hingezogen fühlen wird und die Beziehung beendet.
Ein Patentrezept gibt es wohl nicht. Solange es Menschen gibt, wird es Beziehungen geben, werden Bindungen aufgebaut und wieder gelöst... denn anders können wir nicht leben. Aber der Spruch "bis dass der Tod uns scheidet", der wird wohl mehr und mehr an Bedeutung verlieren. Zum einen, weil die Menschen immer älter werden, zum anderen, weil sich kaum mehr einer auf die Ewigkeit festlegen will...

Wie denkt Ihr darüber? 

Friday, January 29, 2016

Schon wieder Ferien.../und von Verwechslungen

...zumindest für den Grossen. Der hat jetzt eine Woche KiGa-frei. Diese Woche habe ich nicht gebloggt, was daran lag, dass es derzeit auch nicht viel zu erzählen gibt. Es war ruhig, die Kids waren viel draussen (Schneeschmelze, der Garten ein Matschparadies) und ich kämpfte wie immer mit mir selber derweil ich aufgrund von Schluckbeschwerden und allgemeinem Unwohlsein eine Trainingspause einlegte. War dafür gestern zeitig im Bett und heute immerhin wie üblich im Yoga (#bleibgeschmeidig, ne? ;) Möchte, beginnend mit heute Abend, meine Form wieder aufbauen... es ist leider so, dass man verdammt schnell merkt, wenn man mal 2 Tage ausgesetzt hat. Das ist schon verrückt... zumindest kommt es mir so vor... die Kondition, die bei mir eh besch... ist, da muss ich endlich mal was dagegen unternehmen (aber ich jogge soooo ungern), ist gleich bei 0. Und man merkt auch gleich, dass man weniger Liegestütze, Sit-ups etc. schafft. Aber damit will ich Euch mal nicht langweilen...
Ich habe ein wenig gearbeitet, wir hatten Playdates, wir spürten das Januarloch, besonders als die Rechnung für den Urlaub und die Steuerrechnung kamen, wir haben versucht, gesund zu kochen, ich hatte aber dennoch ständig Heisshunger auf Süsses (eine doofe Nebenwirkung der Periode :P) mein Mann trainiert fleissig auf dem Hometrainer (hab' ihn wohl angespornt ;), ich habe genäht (für mich) ich hatte gestern eine tolle Trageberatung mit drei(!) Mamas und hatten es im Allgemeinen ganz friedlich. Sogar das letzte Wochenende war bemerkenswert ruhig und wir waren an beiden Tagen mit den Kindern draussen unterwegs, ohne Protest. Wir entschieden uns für Spaziergänge und erlaubten ihnen, ihre heissgeliebten Roller mitzunehmen. So kamen sie gerne mit. Schön... hoffe das klappt auch an diesem WE. Die Maus schläft unterdessen ganz ordentlich und liess mich sogar einmal bis 6 Uhr schlafen!! Glaube sie mag ihr eigenes Bett :) Manchmal noch kommt sie zu uns oder ich zu ihr wenn sie ruft...
Am Dienstag gönnte ich mir eine Massage bei einer Kollegin nachdem mir nach meiner BJJ-Probelektion alles weh tat :D Aber es war hammerspassig und mal was anderes. Leider auch sehr anspruchsvoll, wie ich finde, da der Kampf am Boden, die Hebel und Griffe etc. einfach viel komplexer sind als Tritte und Schläge... aber ich fange da halt auch bei 0 an und wahrscheinlich war das Karate für mich anfangs auch noch eine grosse Herausforderung (wird es auch immer sein, man hört nie auf, dazu zu lernen), also mal sehen... mir tut das so gut, am Wochenende untertags einfach mal 1,5h Sport zu machen. Abends unter der Woche ist es meist schwierig und eigentlich wäre man körperlich und geistig fertig, Battery low, you know, und der Mann möchte auf's Rad und die Kinder streiten und und und, aber am Wochenende untertags ist die Stimmung meist noch ordentlich und ich bin meinem Mann sehr dankbar, dass er mir diese sportlichen Auszeiten gönnt... ich hoffe er merkt auch, dass ich dann ausgewogener bin und weniger zickig :P
Und sonst? Ja, während in Liechtenstein schon alle Informationsabende bzgl. Schuleintritt haben, habe ich lediglich die Anmeldung für die Maus in den Kindergarten erhalten... dann warten wir also noch ab... wird schon werden. Maus
Jetzt noch zu etwas anderem... ich hatte heute ein etwas verstörendes Telefongespräch mit meiner Namensvetterin... ich erhielt versehentlich ein Paket, das ihr gehört, und rief sie an, damit sie es holen kann. Da liess sie ihrem Ärger freien Lauf... offenbar erhielt sie immer wieder Anrufe, Mails oder Briefe, die sich auf meine Artikel bezogen. Und da ich aktuell nur wenig schreibe und dies nur Interviews sind, die sicherlich niemanden verärgern, nehme ich an, dass es sich dabei um diesen Blog handelt oder vielleicht die Kolumne, die ich mal für ein Magazin schrieb, keine Ahnung. Hier schreibe ich zwar relativ selten über polarisierende Themen aber ab und zu halt doch... Es tut mir leid für die Namensvetterin, dass sie den Frust fremder Leute abbekommen hat. Es erschreckt mich, dass Leute nicht den direkten Weg über die Redaktion suchen (falls es sich um einen Zeitungsartikel handelte) oder über meine E-Mail-Adresse, die hier auf dem Blog unter "Kontakt" steht, sondern selbständig versucht haben, meine private Telefonnummer/Adresse ausfindig zu machen.
Inhaltlich konnte die Dame mir nicht viel sagen, ausser dass sich jemand mal über den übermässigen Gebrauch von Fremdwörtern beklagt habe, die ich dann auch noch falsch verwendet hätte (Fremdwörter? Ich? Äh...). Da wundere ich mich ja schon... sie meinte, sie habe evtl. noch eine E-Mail da und würde mir die zukommen lassen. Mal sehen... dann kann ich auch antworten... ich bin ehrlich gesagt froh, habe ich bisher keine bösen Telefonate erhalten denn mit Beschimpfungen kann ich mit meinem geringen Selbstwertgefühl relativ schlecht umgehen. Ich bringe dann meist keinen Mucks mehr raus ausser "es tut mir leid" und "entschuldigung", die Argumente bringe ich nicht mehr heraus. Ich glaube mein System schaltet da einfach auf Lebenserhaltung und Selbstverteidigung oder Flucht um. Da geht nichts mehr! Autopilot. Ich kann das auch gar nicht nachvollziehen, da ich selber äusserst pazifistisch veranlagt bin. Ich mache meinem Ärger höchstens schriftlich Luft und bleibe dabei doch meist noch relativ höflich. Es gibt nur wenige Themen, die mich so fuchsteufelswild machen, dass ich aufstampfe... Selbst wenn ein Mann mal mit mir umspringte, als wäre ich ein Spielball oder mich sonstwer nach Strich und Faden ver...rscht hat, blieb ich meist total Zen. Ich weine in solchen Situationen in mich hinein, höre triste Songs, klage mein Leid mir nahe Stehenden, schreibe einen kryptischen Facebook-Status, den die betreffende Person dann eh nicht sieht/auf sich bezieht, schiebe aber ansonsten die komplette Schuld auf mich und mein Unvermögen... kein Selbstwertgefühl, ich erwähnte es bereits... tja, und drum merke ich auch meist viel zu spät, wann es an der Zeit wäre, mich von Leuten zu distanzieren, die mir nur schaden, die mich nicht schätzen und nur ausnutzen. Tja... aber eben. Redet bitte Klartext, wenn Euch was nicht passt. Ich werde es schon verkraften... und lasst meine Namensvetterin in Ruhe. Danke! Ach ja, ich meine nicht Euch liebe, treue Leser, sondern diejenigen, die irgendwann mal irgendwas lasen, das Ihnen nicht passte und, ach, ihr wisst schon... 
Habt ein schönes Wochenende!!!

Thursday, January 21, 2016

Mein chaotischer Haushalt

Vor einer Weile habe ich mal angemerkt, etwas zum Thema Haushaltsführung zu schreiben, also voilà! Bei uns herrscht tatsächlich seit Jahr und Tag "management by chaos".  Ich bin in einer Generation aufgewachsen, die keinen Hauswirtschaftsunterricht hatte und Fächer wie Kochen waren optional und interessierten mich damals nicht. Aufgewachsen bin ich als Fast-Einzelkind (mein Bruder ist einiges älter als ich) mit einer Vollzeit- und -blut-Hausfrau/-Mama. Dagegen ist nichts auszusetzen, aber ich wurde natürlich auch ein wenig verwöhnt. Ich war ein Kind, das sich bestens selber beschäftigte und so schmiss meine Mutter den Haushalt allein, ohne mich grossartig um Mithilfe zu bitten. Oder, und diese Tendenz bemerke ich selber auch: viele Dinge erledigt man eben nervenschonender und schneller, wenn die Kinder einem nicht dabei helfen. Sicherlich deckte ich mal den Tisch, durfte beim Backen assistieren oder musste ihr bei der Gartenarbeit zur Hand gehen, aber sobald ich im Gymi war, schätzte sie es wohl als wichtiger ein, dass ich die Hausaufgaben erledige und brav lerne ;) Einzig bei meiner Oma, ihrer Mutter, wurde ich jeweils stark eingespannt (und, nein, ich mochte es nicht).
De facto habe ich heute von einer erfolgreichen Haushaltsführung nur eine leise Ahnung und immer noch relativ wenig Interesse daran. Ich kann Euch hier also keinerlei Tipps geben, bin aber sicher, dass Ihr diesbezüglich im Internet oder in einschlägigen Ratgebern fündig werdet. Dazu kommt noch, dass jeder Mensch seine eigenen Ansprüche bzw. Vorstellungen eines funktionierenden Haushalts hat. Ich kenne Mütter, die haben alles im Griff, erstellen Listen von A-Z und planen die täglichen Mahlzeiten Wochen im Voraus. Ganz ehrlich: ich bewundere diese Mütter enorm. Ich. wäre. dazu. nicht. imstande. Nie. 
Und dann war ich schon in Häusern, da graute es mir, weil alles vollgestellt war, schmutzig in allen Ecken und man den Boden vor lauter Schmeisskleidung, Kinderspielzeug und dergleichen nicht mehr sah.
Ich ordne mich irgendwo dazwischen ein. Ich brauche ein Mindestmass an peniblem "Alles-an-seinem-Platz" (und kein Millimeter daneben!) um mich wohl zu fühlen, habe aber eine hohe Toleranzschwelle in Bezug auf herumliegendem Kinderkram. So fünf Tage lang im Schnitt und dann überkommt es mich und ich räume den Kram weg. Leider sind mein Mann und ich da nicht ganz einer Meinung...
Arbeitsflächen (Küche, Esstisch) müssen aber häufiger frei geräumt sein. Ich kann Geschirr nicht lange stehen lassen, meist ergreift mich der Impuls, den Tisch abzuräumen, noch bevor ich den Kaffee ausgetrunken habe. Ähnlich ist es mit der Wäsche, die ich gerne abhängen würde, bevor sie trocken ist. Solche "Pendenzen" stören mich immens, es ist so ein wenig Sisyphus, ein notwendiges Übel halt... 
Haushaltsarbeit ist bei mir auch ganz oft stimmungsabhängig. Schleife ich mich durch eine Serotonin- und Endorphin-arme Januardepression (so wie jetzt gerade), ist mir sch... egal, wie es aussieht, dann würde ich mich einfach am liebsten verkriechen oder mich quer durch eine Schoko-Sahne-Torte futtern, oder beides. Moment... Ich will Toooorte! OK. Gut. Weiter im Text.
Ihr fragt Euch jetzt vielleicht, wie das Ganze trotzdem funktioniert, weil, obviously, tut es das irgendwie, denn: meist sind abends alle satt und wir gehen nicht im Chaos unter. Es wird hier halt oft improvisiert und situativ gehandelt. Muss auch manchmal, ist ja nicht alles planbar. Mahlzeiten-technisch greife ich selten zu einem Kochbuch, koche eher aus dem effeff... an einem Mittag werden wir bei der SchwieMu verköstigt, an zwei Mittagen muss ich Maus von der Kita holen und habe ergo keine Zeit, gross den Kochlöffel zu schwingen. An den anderen Tagen sind Maus und ich auch öfter mal mit Playdates belegt und es wird halt 11.30 Uhr bis ich kochen könnte. 
Das Ziel ist trotzdem, für ausgewogene Ernährung zu sorgen und dabei nicht mehr alle Wünsche zu berücksichtigen. Habe ich Bock, mache ich etwas, das auch dem Grossen schmeckt oder koche ihm eine Extrawurst. Habe ich weder Zeit noch Lust, dann koche ich rücksichtslos und er kann sich bei Nichtgefallen ein Joghurt aus dem Kühlschrank holen. Einen Zwang gibt es hier nicht, aber auch kein Buffet. So. 
An Stresstagen gibt es eben Brot, Pasta, Pizza oder so. Manchmal auch Fast Food. Zweimal kalte Küche kommt aber selten vor, mindestens einmal am Tag soll's was Warmes geben, ausser vlt im Sommer, wobei wir dann oft was auf den Grill schmeissen. Eine Stressmahlzeit gleiche ich meist mit einer aufwändiger-liebevolleren-gesünderen Mahlzeit aus. Und Brot bzw. kalte Küche heisst bei uns nicht nur Salamistulle, sondern es gibt auch immer Rohkost dazu: Salatgurke, Tomaten, Peperoni, Rüebli und je nach dem Eier, (Hütten)käse oder so für den Eiweiss-Anteil.
Der Geschirrspüler läuft hier so gut wie täglich, Wäsche wird 2x die Woche erledigt, gebügelt wird äusserst selten (meist die Boxbandagen und mein Gi), gesaugt wird mehrmals die Woche, der Kompost regelmässig geleert; sommers der Rasen wöchentlich gemäht, gegossen täglich, der Rest erfolgt, wie erwähnt, situativ ;)
Da der Mann gut 120% arbeitet und ich nur wenig, bin ich die Hauptverantwortliche im Haushalt, delegiere aber an den Wochenenden das Kochen an ihn weil er das a) besser kann und b) eigentlich auch lieber tut als ich. Selbstverständlich räumt er auch sonst mal die Küche auf, putzt etc. Letzteres ist nicht meine Stärke. Ich bin ein Minimalist, wie ihr jetzt ja wisst, d.h. ich putze die Fenster meist monatelang nur punktuell wenn mir grad was auffällt, aber nie richtig. Ich bin der Meinung, das Leben ist zu kurz um es mit Sisyphus-Arbeiten zu vergeuden. Sollte mir eines Tages grauenhaft langweilig sein, kann ich immer noch putzen. Erwarten wir Besuch oder habe ich eine Beratung, dann nehme ich aber schon mal den Putzlappen in die Hand ;) Aber zur Beruhigung. wir sehen noch aus den Fenstern hinaus und wir haben auch keine Kakerlaken-Zucht.

Wisst ihr Bescheid, ne? 
Und ihr? Alles im Griff? Ein strikter Plan ohne Abweichungen oder dolce far niente und laisser-faire?

Tuesday, January 19, 2016

Die Kälte...

Ja, der Winter ist dann jetzt wohl definitiv hier. Viele freuen sich, denn nun können sie endlich ihren schneesportlichen Hobbies frönen. Mich gurkt es eher an. Bin kein Winter-Typ, war ich nie. Er sieht ja schön aus, aber ich friere nicht gerne und ich kann nicht wirklich Skifahren. Und zum (Schneeschuh)wandern fehlen mir wohl die Zeit, Gelegenheit und Kumpanen. Und so sind wir am Sonntag nur ein Weilchen mit den Bobs raus. Das ist für meine Kinder dann auch genug. (Das Foto ist übrigens vom letzten Jahr)
Die letzte Woche war dafür indoorsportlich eine Top-Woche. Ein Glücksfall, denn ich kam täglich zu irgendwas: Mo Boxen, Di Kickboxen, Mi Spinning, Do Karate, Fr Yoga, Sa Sparring, So Boxen. Schön ausgewogen, oder? :D So sollte es eigentlich immer sein, aber natürlich geht das nicht, denn das Angebot und meine Möglichkeiten treffen sich natürlich nicht immer. Ganz oft schläft z.B. die Maus rund 10min zu spät ein und dann käme ich nicht mehr zeitig ins Training, also lasse ich es. Letzte Woche war zudem noch mein Vater hier und hatte die Kinder bei sich, so geht das natürlich gut. Mein Mann und ich blieben dieses mal zuhause, bestellten Pizza und guckten einen Film - gemütlich! Und wir schliefen lange und aus, bis 9.30 Uhr - Rekord! Bin schon am Freitagnachmittag mangels Motivation eine Runde ins Bett. Da die Nächte hier immer noch eher durchzogen sind (Maus schläft zwar problemlos im eigenen Zimmer/Bett, erwacht aber noch gut 3x nachts und ruft mich zu sich), würde es mir eigentlich gut tun, auch tagsüber öfter mal zu powernappen... aber das ist halt schwierig mit den Kindern. Wie auch immer, ich spüre so eine winterliche Niedergeschlagenheit. Die Sonne ist grad weg und ich bin einfach nicht motiviert. Müde und ausgelaugt. Möchte mich in einer Höhle verkriechen und im Frühling wieder geweckt werden. Winterspeck hätte ich genügend ;) Aber ja, träum weiter... 
So, aber ich hätte da noch einen etwas politischeren Beitrag im Köcher... der folgt dann demnächst mal... 
Habt 'ne gute Woche und lässt Euch nicht unterkriegen! :)

Friday, January 08, 2016

Mauszimmer/Shopvorstellung: tausendkind.ch

Kennt Ihr den Onlineshop von Tausendkind schon? Falls nein, dann wird es Zeit dafür, denn es gibt fast nichts, was ihr dort nicht erhält! Von Mode und Schuhen über Spielzeug, Bücher und andere Medien sowie Bastelsachen und Schreibwaren bis zu Geschenken und allerlei Sachen für zuhause und unterwegs bietet sich bei tausendkind.ch eine riesige Auswahl durch die ihr stöbern könnt. Aufgeteilt in die genannten Kategorien werdet Ihr sicher schnell fündig. Man kann aber auch gezielt im Ausverkauf nach Schnäppchen suchen oder nach seiner Lieblingsmarke. Und selbstverständlich kann man über die Marken-Suchfunktion auch neue Labels entdecken. Schön ist, dass es bei tausendkind.ch auch kleinere Marken gibt, die gesondert aufgelistet sind. Und eine „Marke des Monats“. Ich bin sicher dass ihr da auch neue Favoriten findet :)
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Ich durfte den Shop für Euch testen und hatte die Qual der Wahl. Erst habe ich mir überlegt, einen Schneeanzug u/o Schuhe für die Kinder zu bestellen aber mangels Schnee habe ich mich dazu entschieden, mir etwas für das Zimmer der Maus auszuwählen… einen Lampenschirm hatte ich z.B. noch keinen und fand bei Tausendkind eine schöne Auswahl. Ich entschied mich dann für denjenigen mit den bunten Sternen von ANNA WAND, obwohl ein rosaroter mit weissen Punkten auch in der engeren Wahl stand ;) Schliesslich fand ich, dass sie im Zimmer schon genug rosa hat und der Sternen-Schirm etwas zeitloser ist. Und dann wählte ich noch einen Aufbewahrungskorb von LAKARO in rosarotem Vichy-Karo, den wir auf dem Nachttisch platziert haben damit sie dort ihre Sächeli verstauen kann :)
OLYMPUS DIGITAL CAMERAIch freute mich sehr, als die Sachen noch rechtzeitig vor Weihnachten ankamen. Der Lampenschirm ist schön gross und macht ein gutes Licht im Zimmer. Er war rasch montiert. Auch der Stoffkorb macht sich gut. Die Qualität ist bei beiden Sachen sehr gut, da bin ich aber auch überzeugt, dass Tausendkind nur Marken im Shop aufnimmt, die auf Herz und Nieren geprüft wurden ;) Unter den bekannten Marken sind z.B. Eat Ants, Elefanten, Finkid, Haba, Name it, Sanetta und Steiff, von denen auch wir zum Teil einiges zuhause haben. Unterschieden wir noch zwischen Premium- und Top-Preis-Marken, es ist also für jeden etwas dabei, je nach Budget und Vorlieben.
Tausendkind gibt es übrigens bereits seit 2006, das Unternehmen ist somit ein „alter Hase“ in Sachen Online-Shops für Familien. Die Gründerinnen sind selber Mütter und wissen, wie wenig Zeit man als Eltern oft hat, um gezielt nach bestimmten Dingen zu suchen. Darum haben sie Tausendkind ins Leben gerufen und für eine grosses, sorgfältig ausgesuchtes und stetig aktualisiertes Sortiment gesorgt.
Wer sich übrigens für den Newsletter anmeldet, bekommt 10 % Rabatt auf den nächsten Einkauf, also schaut doch mal rein, es lohnt sich! Viel Spass! :)
Wir bedanken uns ganz herzlich bei Tausendkind für die tolle Unterstützung!

Thursday, January 07, 2016

Wochenupdate, Achtung langweilig!

So, nun hat das Wetter also gekehrt - von frühlingshaft und trocken zu Kälte, Sturm und Regen. Die erste Alltagswoche liegt schon fast hinter uns, wobei mein Mann ja noch Urlaub hat und auch bei mir noch keine Aufträge eingetrudelt sind bzw. ein Jobangebot per Januar sich dahingehend entwickelt hat, dass sich einfach keiner mehr gemeldet hat. Nun, denn... es lief also nicht viel und das war OK... ihr müsst drum auch nicht zwingend weiterlesen, denn es war. echt. nicht. viel. los! Ehrlich, ich würde es verstehen ;)
  • MO Nachmittag: Spielbesuch für den Grossen
  • DI Nm: Ich hatte endlich meinen Friseurtermin und entschied mich gegen eine grosse Veränderung. Es gab neue Strähnchen in Blond und Kupfer und der Schnitt wurde aufgefrischt, that's it! Leider habe ich noch keine Fotos geschossen. Der Mann mühte sich derweil mit den Kindern ab, so auch am Abend, da legte es mich nämlich hin. Nach SA-SO täglichen Sports und davon sicher zwei Tage mit viel zu wenig Schlaf, musste ich mich nach dem Abendessen mit Bauchschmerzen auf's Sofa begeben, wo ich rasch einschlief. Als ich wach wurde, schickte mich der Mann direkt ins Bett und kümmerte sich dankenswerterweise um die Kinder... 
  • Am MI ging es wieder besser... Mein Mann ging morgens kurz mit der Maus einkaufen während ich ein bisschen rumräumte und sauber machte. Jegliche Playdates fanden feiertagsbedingt noch nicht statt. Wir gingen dann am Nachmittag auf meinen Wunsch hin im Wald spazieren und so waren die Kinder abends zufrieden und rasch im Bett. Zu rasch fast, die Maus nämlich schlief noch vor dem Abendessen, war dann aber ohne Übertreibung nachts etwa im 10-Minuten-Takt wach :/
  • Heute morgen, nachdem ich sie in die Kita brachte, haute ich mich drum nochmals auf's Ohr und der Mann und ich starteten dann gemütlich in den Tag. Nachmittags begann der grosse Regen und wir fuhren nur kurz mit der Maus Stirnfransen schneiden, bevor der Grosse ziemlich durchnässt vom KiGa kam. Heisse Schokolade und jetzt ein Film für die Kids derweil ich mein gestern begonnenes Nähprojekt bearbeitete. Aber Maus holte mich auf's Sofa und da schreibe ich jetzt... ein paar Sommerferienangebote haben wir noch reingeholt. Erst haben wir uns überlegt, nach Dänemark zu reisen, Ferienhaus, Mietauto und so, aber der Mann entschied sich dann doch für den etwas unkomplizierteren Rundum-sorglos-Urlaub am Meer. Schätze das wird demnächst gebucht und aus den Fehlern vom letzten Jahr haben wir wohl gelernt ;)
    Wenn Maus heute wieder zeitig einschläft und ich nicht zu müde bin, versuche ich es heute Abend noch mit Sport, aber mal sehen...
  • Morgen Nachmittag werden wir ins Malbun fahren da wir einen Hotelgutschein einlösen mussten, bevor das Hotel schliesst. Bin ja mal gespannt... zwei Nächte, zwei Tage im Schnee und das mit Kindern, die weder skifahren (wollen) noch gern laufen. Da sind die Möglichkeiten etwas begrenzt. Ein gescheites Hallenbad hat es da auch nicht, aber mal sehen, irgendwie werden wir die Zeit wohl rumbringen.
    Dummerweise wäre am Sonntag Morgen noch die Geburtstagsparty einer Freundin der Kinder, aber ich weiss nicht, ob wir es so früh aus dem Malbun ins Unterland schaffen... mal sehen.
  • Nächste Woche beginnt dann also der Alltag wieder "richtig" wenn auch der Mann wieder arbeitet und ich den Haushalt allein schmeisse...

Monday, January 04, 2016

Mission Mauszimmer: Möbel von IKEA

Am Tag vor Maus‘ Geburtstag haben der Mann und ich ein grosses Auto gemietet und sind schon recht früh am Morgen Richtung St. Gallen gefahren. Schon vor Wochen hatte ich mir über die Möblierung Gedanken gemacht. Das Zimmer hatte ich leer geräumt bis auf ein paar Boxen mit den zu klein gewordenen Kinderkleidern, einem Gitterbettchen (SUNDVIK) und dem Klassiker, einem PÖANG-Sessel. Wir brauchten also ein Bett und einen Schrank. Beim Schrank war für mich längst klar, dass es die STUVA-Serie werden sollte, da ich sie schon bei Freunden sah und es toll fand, dass man den Schrank entweder weiss oder mit bunten Türchen versehen kann. So ein bisschen rosa darf in einem Mädchenzimmer natürlich nicht fehlen ;) Für das Bett schaute ich mich auf der Website von IKEA um und habe mich rasch in das Modell MANDAL (160x200) verliebt, das praktischerweise mit vier Schubladen versehen ist und so zusätzlichen Stauraum bietet. Ausserdem gefiel mir die Kombination aus weiss und Holz, da sich diese dank unserem Eichenparkett und weissen Wänden/Einbaumöbeln im ganzen Haus wieder findet.


Über die Website haben wir uns die Masse notiert und dann im Zimmer geschaut, wie wir die Möbel platzieren könnten und wie wir die STUVA-Serie kombinieren könnten. Auf die Einkaufsliste kamen auch weitere Dinge, Kleiderbügel, natürlich Duvet, Kissen und Bettbezüge, ein Nachtkästchen mit Lampe und auch einige Sachen, die wir für die Küche etc. brauchten, z.B. einen Tritthocker für die Maus, die so gerne hilft, zwei Klappstühle für mehr Gäste, Ofenformen etc. Auch eine Lampe (PS MASKROS) für’s Wohnzimmer haben wir mitgenommen, nachdem wir über zwei Jahre lang nur die Glühbirne unbenutzt dort hängen hatten ;)
Unser Einkaufswagen war schlussendlich mehr als voll und für das Bett mussten wir nochmals zurück weil wir den Ladewagen schon mit Paketen für die anderen Möbel voll hatten. Natürlich war es eine Herausforderung, an einem Samstag vor Weihnachten hinzugehen aber da wir früh genug dran waren und genau wussten, was wir brauchten (und auch nicht zu viel sonst schauten), lag auch noch eine Hot-Dog-Pause drin und wir fuhren am Mittag schon wieder voll beladen nach Hause, wo es dann ans Zusammenbauen ging. Mein Mann war speditiv. Für den Geburtstag der Maus reichte es zwar nicht ganz, aber bis zum Heiligen Abend hatten wir das Zimmer parat und die Maus konnte ihre erste Nacht darin schlafen J Jetzt überlege ich mir noch, ob ein kleines Regal nicht noch sinnvoll wäre, zumindest dann, wenn wir die Kleiderkisten mal outgesourct haben ;) Ansonsten sind wir alle vollauf happy mit dem Zimmer…
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Maus ist zufrieden :)
Einrichtung im Detail:
Schrank und Truhe: STUVA-Serie
Bankauflage: VISSLA
Bodengleiter: FIXA
Kinderkleiderbügel: BAGIS
Box: BESTÅ
Bett: MANDAL
Matratzenschoner: KUNGSMYNTA
Duvet: BLEKVIDE
Kissen: GULDPALM
Bettwäschesets: EMMIE RUTA, VITAMINER HJÄRTA
Nachtkästchen: BRIMNES
Nachttischlampe: VIDJA



Wir bedanken uns ganz herzlich bei IKEA Schweiz für die grosszügige Unterstützung!

Wednesday, December 30, 2015

Mal wieder ein Update: zum Jahreswechsel

Silvester steht kurz bevor und irgendwie macht mich das immer seltsam emotional, melanchonisch... man lässt ein Jahr zurück, ein weiteres Jahr im Leben vorüber, ein neues steht an, man weiss nicht, was kommt, hat vielleicht Erwartungen, Hoffnungen, aber schlussendlich hat man es nicht in der Hand. Für mich Tage innerer Unruhe. So ein bisschen kommt man nicht drum herum, zu resümieren, aber eigentlich will man nach vorne schauen und zurücklassen, was war... Und wenn man dann von 10 rückwärts zählt, sich zuprostet und ein frohes neues Jahr wünscht, dann ist es passiert. Man wird noch eine Weile lang eine 5 statt einer 6 schreiben in der Jahreszahl aber schnellhaftig hat einen der Alltag wieder und man blättert die Kalenderseiten ganz selbstverständlich wieder um. Aber diese Tage davor, die sind seltsam. 
Ob das auch die Kinder merken? Maus schläft seit gestern ganz schlecht. Das zeigt sich daran, dass ich an dieser Stelle gestern zu ihr hoch musste und den Beitrag drum erst heute Morgen fertig schreiben kann. Jetzt hampelt sie munter neben mir herum. Die letzten beiden Nächte wechselte sie, nachdem sie schon in ihrem Zimmer eingeschlafen war, irgendwann in unseres. Vielleicht war es doch noch zu früh für den Wechsel? Gleichzeitig entwickelte sie nämlich auch diffuse Ängste vor "Räubern"... Hmm... nun ja, auf jeden Fall half es auch nicht, dass sie bei uns weiterschlafen durfte, sie wachte in den letzten beiden Nächten gefühlte 100x auf. Nun habe ich in der letzten Nacht auch noch meine Tage bekommen, so viel zum Thema "im alten Jahr noch mit allem aufzuräumen, auszumisten und alles zu putzen damit man sauber ins neue Jahr kommt und Platz für Neues hat". Naja, ich meine das jetzt im übertragenen Sinn. Ach, egal...
Die Ferien hier gestalten sich wie erwartet eher harzig. Wir haben zwei mal versucht, einen Spaziergang zu machen (Masescha, Malbun), es ist aber ziemlich gescheitert. Am nächsten Tag sind wir dann ins Hallenbad, das war gut. Besuch hatten wir nur wenig und als ich gestern Nachmittag hier noch eine Trageberatung gab, die letzte heuer, ging mein Mann mit den Kindern für eine Weile auf den Robinson-Spielplatz. Mal sehen, was wir heute und morgen noch schaffen. Heute Mittag kommt noch der Vorhang für's Mauszimmer, dann können wir in Bälde mal Fotos machen... heute Abend möchte ich versuchen, zu trainieren, jedoch schwant mir Böses wenn ich mir ansehe, wie die Maus die letzten Tage "beieinander" war. Am Montag durfte sie auf die Geburtstagsparty einer Freundin, da schlief sie schon um 18 Uhr ziemlich erschöpft ein, erwachte aber danach wie erwähnt noch einige Male, also auch schon bevor wir selber ins Bett gingen. Vielleicht hat das ihren Rhythmus etwas durcheinander gebracht...
Aber so ein bisschen freue ich mich auf Silvester weil wir den ja bei Freunden feiern dürfen und ich eigentlich gerne in Gesellschaft bin, sofern sie nett ist ;) Die Kids sollten sich auch prima verstehen eigentlich und so haben wir mal einen Tapetenwechsel... ich ahne mal, dass es zumindest dem Grossen nicht schwer fallen wird, bis Mitternacht aufzubleiben, mal sehen, wie es bei der Maus dann aussieht... Auf jeden Fall muss ich innerlich ein wenig grinsen denn wir waren schon bei diesen Freunden als der Grosse noch sehr klein war und da war ich noch die superkomplizierte Erstlingsmutter, die den ganzen Abend Panik schob, wie es denn wohl klappen würde mit dem (Ein-)schlafen an einem fremden Ort und dem Transport des schlafenden Kindes ins Auto und wieder nach Hause. Ihr könnt Euch vorstellen, dass ich mich umsonst verkopft hatte - es lief problemlos. Und heute verschwende ich nicht einen Gedanken daran, ob und wie die Kids echt schlafen an diesem Abend. Es ist mir piepegal... irgendwann schlafen alle irgendwie irgendwo, nicht wahr?
So, ich glaube, viel habe ich hier nicht (mehr) zu berichten. Wie erwähnt, sind die Ferien der Kinder (wir haben keine ;) harzig. Sie langweilen sich oft und wir sind mehrheitlich zuhause, d.h. auch wir langweilen uns entsprechend da man mit Kindern keine Projekte anreissen kann, die länger Zeit oder mehr Musse benötigen als der Haushalt. Ich habe zwar angefangen, zu nähen, hab' dann aber die Hälfte wieder auftrennen müssen weil ich beim Sweatstoff nicht auf den Fadenlauf geachtet hab - dummer Anfängerfehler. Seitdem liegt die Arbeit wieder. Ich habe ein paar Magazine durchgeblättert und in einem Buch weitergelesen, das kann man nämlich gut beiseite legen... ich habe Blogbeiträge vorbereitet und diesen hier verfasst und ich wollte ein paar Tragetuch-Reviews schreiben, bin aber noch nicht dazu gekommen... ich habe partiell kurz mal etwas ausgemistet in einer Ecke des Hauses. Tja, eben, herzlich wenig tut sich hier über diese Tage. Die Kinder vermissen den Kindergarten bzw. die Kita aber immerhin fragt die Maus nun nicht mehr jeden Morgen, wohin sie heute gehen dürfe... es ist halt tatsächlich keiner da für ein Treffen, ferienhalber. Aber da müssen sie durch. Und am 31. Januar haben die Kids schon wieder eine Woche Ferien. Ja, Kind sollte man sein, dabei sind ihnen die Ferien offenbar ja gar nicht so recht. Immerhin kann sich der Grosse recht gut mit seinen vielen neuen Lego-Sets verweilen, aber ab und zu hängt es auch ihm aus und er terrorisiert uns kurzzeitig aber heftig, abwechselnd mit Geschwisterstreit und Wutzwergattacken der Maus... Leben und leben lassen, wir sind schon fast in der Mitte der 2. Ferienwoche angelangt, das wird schon... :P
Und Ihr so? Seid Ihr verreist? Unternehmt Ihr viel? Was plant Ihr für Silvester? Habt Ihr da auch gewisse Rituale, die Ihr pflegt? Falls Ihr nichts mehr von mir lest, wünsche ich Euch hiermit schon jetzt einen möglichst guten Rutsch und hoffe, Euch auf 2016 wieder zu meinen Lesern zählen zu dürfen! :) Und ich hoffe, dass ich Euch an dieser Stelle dann auch gut unterhalten kann ;) Danke, dass Ihr da seid!

Sunday, December 27, 2015

Mission Mauszimmer: geglückt!

Endlich kann ich Euch über das fertige Zimmer berichten, wenn auch die professionelleren (Tageslicht-)Fotos noch ein wenig warten müssen, aber so einen kleinen Einblick bekommt ihr schon! :) Die Tür hinein haben wir für die Maus an Heilig Abend geöffnet und sie war wirklich schwer begeistert. Strahlende Augen, ein „wooow“ und „das habe ich mir schon immer gewünscht!“ (obwohl sie das natürlich nie tat ;) Offenbar haben wir ihren Geschmack getroffen und es schien ihr tatsächlich ein Bedürfnis zu sein, ein eigenes Reich zu haben. Zumindest nahm sie ihre Weihnachtsgeschenke im Laufe der Tage mit hoch (das Puppenhaus, ein Lego-Prinzessinnenschloss und so ein Pferdespielparadies), schloss die Tür hinter sich und spielte. Das tat sie immer wieder. Sie spielte zwar meist nur kurz und kam dann wieder runter aber das ist ja auch OK. 
Sie öffnete freudig die Schränke und strahlte als sie dort ihre Kleider sah, die vorhin in der Kommode und im Schrank ihres Bruders waren. Sie freute sich am Abend auch sehr darauf, in ihrem Zimmer zu schlafen, das war überhaupt kein Thema. Suchte sich ein Pyjama aus, richtete sich das Kissen zurecht und schaltete die Nachttischlampe ein. Erst meinte sie, dass sie alleine schlafen würde aber sie rief mir dann später doch und so legte ich mich wie immer neben sie bis sie schlief und machte das Babyphon an. Sowohl in der ersten als auch in der zweiten Nacht rief sie 3x nach mir, habe mich also jeweils wieder zu ihr gelegt, bin dann entweder mit eingeschlafen oder wieder ins Elternschlafzimmer. Nur am gestrigen Abend meinte sie, dass es komisch riechen würde (so wie halt neue Möbel riechen) und bevorzugte dann unser Bett. Wir haben ausgemacht, dass wir heute vor der Bettzeit mal fleissig durchlüften. Mal sehen… J
Auch wenn ich selber unser Familienbett sehr mochte, ihre Nähe auch nach 4 Jahren noch mehr genoss als ich den daraus manchmal resultierenden Schlafmangel verfluchte, so war es dem Mann doch langsam ein Bedürfnis, das Bett wieder nur mit mir zu teilen. Ich wollte die Maus aber nicht hinauswerfen. Die Idee mit dem Zimmer war für mich darum schlicht ein Angebot, das sie annehmen kann oder auch nicht. Sie wollte von sich aus gleich dort schlafen und dass sie mich dazu noch partiell braucht, macht mir nichts aus. Ich bin sicher, dass sie mit der Zeit auch durchschlafen wird. Bis es soweit ist, gehe ich nun halt hin und her. Natürlich war es einfacher, neben ihr zu schlafen und sie gleich beruhigen/stillen zu können aber die Bedürfnisse meines Mannes sollten auch nicht länger aussen vor bleiben. 4 Jahre sind meiner Meinung nach ein gutes Alter, um seinem Kind etwas Privatsphäre anzubieten, zumal wir einen Jungen und ein Mädchen haben und der Sohn seine Schwester nicht mehr uneingeschränkt in sein (Lego-Bau-)Zimmer lässt. Das Spielzimmer im unteren Stock war und ist ein Raum für alle, auch für Kinder, die zu Besuch kommen und in dem auch ich noch gewisse Dinge in einem Schrank lagere, so dass dies auch nicht wirklich ihr „Reich“ war. Ich las zwar einmal, dass Kinder bis zum Ende(?) des Primarschulalters kein eigenes Zimmer benötigen, aber ich fand den Zeitpunkt passend. Es passt also nun für alle, denke ich. Und wenn sie noch eine Weile lieber bei uns schläft, dann ist das halt so.
Aber mal ehrlich: hätte sie irgendwann von sich aus nicht mehr bei uns schlafen wollen, wo hätte sie hin sollen ohne vorhandene Alternative?
Es folgen in den nächsten Tagen noch zwei weitere Beiträge, in denen ich Euch die Einrichtung genauer vorstellen möchte… :)

Tuesday, December 22, 2015

Buchrezension: "Vater Mutter Staat" von Rainer Stadler

Das Thema ist leider ein ziemlich heisses Eisen. Kinderbetreuung. Oder, wie es Rainer Stadler formuliert: „Betreuungspropaganda“. Der Untertitel seines Buches deshalb auch: Das Märchen vom Segen der Ganztagsbetreuung – Wie Politik und Wirtschaft die Familie zerstören.
Diese Rezension ist, eher unüblich, mehr eine (Achtung!) laaaange Folge an Zitaten aus dem Buch. Ich fand vieles so wichtig und habe mir allerhand angestrichen und gebe das hier auch relativ ungefiltert wieder. Ihr habt somit einen guten Überblick darüber, was Euch beim Lesen erwartet. Urteilen müsst Ihr selber, meine Meinung werdet ihr aber spüren. Eine Bitte aber: bevor Ihr kommentiert, lest den ganzen Text. Danke!
Ich habe mich schon des Öfteren mit meiner Einstellung weit zum Fenster herausgelehnt. Weil ich der Meinung bin, dass ein Baby/Kleinkind nicht mehrheitlich fremdbetreut werden sollte, sondern in der Familie u/o bei einer Betreuungsperson, die nicht ständig wechselt. Manche Mutter, die nach der Geburt bald wieder zurück in den Beruf wollte oder musste, fühlte sich dadurch angegriffen. Darum geht es jedoch nicht, sondern um die Politik/den Staat (im Buch ist im Besonderen der deutsche Staat gemeint), der frischgebackene Eltern schon fast dazu zwingt, das Kind in die Fremdbetreuung zu geben, um möglichst rasch wieder Dienst in der Wirtschaft zu leisten. Die Bedürfnisse der Kinder sind dabei nicht relevant. Gut ausgebildete Mütter (und Väter), die ihre Zeit mit „Elternzeit“ verplempern, sind vergeudetes Humankapital. Es wird alles unternommen, um den „Störfaktor“ Kind „outzusourcen“ und die Müttererwerbsquote zu steigern. Das ist die Kernaussage des vorliegenden Buches und es sollte uns alle anregen, darüber nachzudenken. Kinder sind die Zukunft, heisst es immer. Kinder sind heute in aller Regel Wunschkinder. Es werden weniger Kinder geboren, die aber sind im höchsten Grade erwünscht. Wer heute Kinder bekommt, der bekommt sie nicht als Anlage für die Rentenzeit, sondern um mit ihnen Zeit zu verbringen, sie aufwachsen zu sehen. Aber nicht jeder unterstützt das. In der Schweiz muss eine Mutter 16 Wochen nach der Geburt wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren, wenn sie das denn beabsichtigt hat. 16 Wochen! (In der USA sogar nur 12) Das ist nicht einmal die Dauer der von der WHO empfohlenen Vollstillzeit (rund 6 Monate oder länger). Mit ein Grund, weshalb der Umsatz mit Milchpumpen weltweit bei einer halben Milliarde Euro liegt, Tendenz leicht steigend. Männer erhalten übrigens kaum mehr als 1-2 läppische Tage Urlaub nach der Geburt ihres Kindes.
Deutschland schlägt in dieselbe Kerbe. Stadler zitiert einen „Wirtschaftsweisen“ wie folgt: „Einer Entwertung von Humankapital aufgrund der Unterbrechung der Erwerbstätigkeit kann entgegengewirkt werden, wenn diese Unterbrechung möglichst kurz gehalten wird.“
In Deutschland wird für jedes Kind ein Krippenplatz garantiert, ohne zu fragen, ob die Eltern den überhaupt in Anspruch nehmen wollen. Und die Qualität sei dahingestellt, wenn es vor allem um Quantität geht…
Es ist nichts daran auszusetzen, dass Eltern, Mutter wie Vater, nach der Geburt ihre Erwerbstätigkeit fortsetzen. Im Gegenteil, es ist natürlich nötig. Die Frage ist nur, wann und wieviel? Die ersten drei Lebensjahre sind prägend für ein Kind und es ist für sein Urvertrauen und seine seelische Konstitution wichtig, dass es in diesen Jahren einen Grossteil seiner Zeit in einem familiären und konstanten Umfeld verbringt. Das heisst nicht zwingend, dass die Mutter zuhause bleiben muss! Jede Familie wird hier individuelle Lösungen finden und immer mehr sind die Arbeitgeber hier gefragt, auch Männern mehr Teilzeitstellen anzubieten, denn die Väter wollen zunehmend eine Rolle im Leben ihrer Kinder spielen und nicht nur „Feierabendpapa“ sein.
Stadler: „Längst müssten sich auch die Männer fragen, ob sich ihre Karriere noch mit der Familie vereinbaren lässt, gerade wenn ihre Frauen ins Berufsfeld drängen.“ Womöglich wäre ein Modell, das Teilzeitarbeit mütter- und väterlicherseits vorsieht, viel weiter verbreitet, wenn Frauen nicht „flächendeckend schlechter bezahlt würden als Männer.“ Wenn die Politik wirklich einen ernsthaften Beitrag zur Vereinbarkeit leisten wolle, müsse sie die Bedingungen für eine Arbeitswelt schaffen, die es beiden Elternteilen ermöglicht und sie auch ermuntert, weniger zu arbeiten und die Kindererziehung untereinander aufzuteilen. Davon allerdings sei die moderne 24h/7-Tage-Ökonomie Lichtjahre entfernt.
Statt „familienfreundliche Arbeitsplätze“ zu schaffen – und zwar nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer, damit auch sie länger bei ihren Kindern bleiben können –, übt die Wirtschaft einseitig Druck auf die Frauen aus. Frauen, die berufliche Ambitionen haben, sind damit explizit aufgefordert, das Hindernis Kind zu beseitigen und an den Arbeitsplatz zurückzukehren“, so Stadler. Dabei müsste eine „Politik, die sich als familienfreundlich bezeichnet, alles tun, um Frauen den beruflichen Wiedereinstieg zu einem Zeitpunkt zu ermöglichen, den sie nach den Bedürfnissen der Familie wählt – und nicht, wenn ihn die Wirtschaft wünscht.“
Und auch: „Die moderne Arbeitswelt fordert den möglichst uneingeschränkt mobilen und verfügbaren Menschen, (…) idealerweise ohne familiäre Bindung. Unterm Strich ziehen also Eltern immer den Kürzeren.“
Das sogenannte „kapitalistische Modell“ sehe einen Menschen vor, der sich durch grösstmöglichen Konsum und grenzenlosen Einsatz in der Arbeit selbst verwirkliche. Familie dagegen bedeute Verzicht und gegenseitige Rücksichtnahme, Treue und Verlässlichkeit und stelle damit eine Gegenwelt dar zu totaler Selbstständigkeit, gegenseitiger Unabhängigkeit und bedingungsloser Selbstverwirklichung – dem Ideal westlicher, marktliberaler Gesellschaften.
Was für mich ein No go ist, sind ein Vater und eine Mutter, die beide zu je 100% arbeiten und das Kind derweil in der Kita betreuen lassen. Da stellt sich mir dann einfach die Frage, warum man Eltern werden wollte. Im Alter von vier Jahren tritt (zumindest in der Schweiz) die Schulpflicht ein und das Kind verbringt schon einen grossen Teil seiner Zeit im Kindergarten. Ungefragt.
Und ich will die Kita keineswegs generell schlecht machen, denn auch meine Kinder haben jeweils zwei Halbtage in der Kita verbracht. Die Kleine ab 8 Monaten. Und obwohl ich mehr als zufrieden mit „unserer“ Kita und den Betreuerinnen hier bin, glaube ich nicht, dass eine Kita für ein Baby/Kleinkind eine adäquate Einrichtung für eine Vollzeitbetreuung ist, also während 5 Tagen die Woche 8 Stunden täglich. So sieht es auch Rainer Stadler: Es gibt kaum Rückzugsmöglichkeiten (Reizüberflutung), wechselnde Betreuerinnen, die den Aufbau einer verlässlichen Bindung verhindern, ein durchstrukturiertes Programm, das nur wenig Freiraum lässt (Anm. von mir: das kommt wohl auf die Art der Kita an); ein Zusammensein mit Kindern, die man sich nicht aussuchen kann (Experten sagen, dass zwischen Kindern einer Krippengruppe kaum nennenswerte Beziehungen entstehen). Die meisten Forscher halten übrigens einen Aufenthalt von maximal vier Stunden pro Tag für unbedenklich.
Eine intakte Bindung aber ist die Basis für eine funktionierende Bildung und alle sozialen Kompetenzen. Gerade in unserer Leistungsgesellschaft brauchen Kinder ein sicheres Fundament. Soziale und emotionale Defizite sind leider an der Tagesordnung, wenn Kinder zu früh und zu häufig (viele Stunden täglich) fremd betreut werden. Diese Kinder sind häufiger krank und später oft aggressiver und widerspenstiger – eine Folge der erheblichen und chronischen Stressbelastung. Es gibt Kinder, für die passt es, aber für die Mehrheit eben nicht. Ein Viertel der Kinder, die schon früh ganztags betreut wurden, zeigten laut einer Studie im Alter von vier Jahren „ein Problemverhalten, das dem klinischen Risikobereich zugeordnet werden muss“. Und in der DDR galt bei Psychotherapeuten laut Stadler Krippenerziehung schon fast als Diagnose.
Übrigens brauchen laut Stadler nicht nur die Kinder die Nähe zu den Eltern, das Bedürfnis besteht auch umgekehrt. Die Trennung der Eltern von ihren Kindern führe leider dazu, die Kompetenz zu verlieren, die eigenen Kinder zu behüten und grosszuziehen. So bestätige z.B. eine Studie, dass die Harmonie der Mutter-Kind-Interaktion in dem Mass abnimmt, wie das Kind ausserhalb der Familie betreut wird. Und von der Nähe zum Kind profitieren nicht zuletzt auch die Väter.
Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, so erinnere ich mich an eine freie Kindheit. Ich durfte zuhause sein, dort, wo es für mich am schönsten war. Meine Mutter war immer da (es hätte auch der Papa sein können). Auch als ich zur Schule kam, war ich frei. Ich streunte oft durch die Gegend, allein oder mit Freunden, im Wald, auf dem Schulhof, durch die Wiesen, im Garten. Wenn wir Hunger hatten, liefen wir nach Hause und fragten nach einem Zvieri. Hatten wir keine Lust mehr, draussen rumzurennen, zogen wir uns auf’s Zimmer zurück. Und um 18 Uhr wurden wir zum Essen gerufen. Einen Hort gab es da noch nicht, in dem die Schulkinder „verwahrt“ wurden. Unser Leben spielte sich draussen ab, ohne Aufsicht. Und ich habe nur die besten Erinnerungen daran. Woran werden sich die Kinder erinnern, die ganztägig unter Aufsicht sind? Gut betreut, aber relativ unfrei. Sollte die ideale Kindheit nicht darin bestehen, selbstbestimmt seine Freizeit zu verbringen? (und das ganze Förderprogramm und die vielen Sport- und Musikkurse sind wieder ein anderes Thema…)
Leider hat die heutige Entwicklung auch auf das Bewusstsein der Gesellschaft einen negativen Effekt: die Kinder verschwinden aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit (hinter die Zäune und Mauern der Krippen, Horte und Ganztagesschulen etc.). Folglich schrumpfe die Toleranz der Erwachsenen, insbesondere der Kinderlosen. Das Gefühl für die Bedürfnisse und Wünsche der Kinder geht verloren.
Das afrikanische Dorf, das so oft zitiert wird, es existiere hier nicht. „Die meisten Bewohner haben sich von den Kindern abgewandt, und die wenigen, die sich um den Nachwuchs kümmern, stehen in der Dorfhierarchie ziemlich weit unten.“
„Familienpolitik dient vor allem dazu, den Sozialhaushalt zu entlasten, ausreichend Nachschub für den Arbeitsmarkt zu produzieren und mehr Steuereinnahmen zu generieren. Die Interessen und Wünsche der Familien? (…) Höchstens Nebensache“, schreibt Rainer Stadler. Und zitiert die deutsche Regierung, wie sie 2005 folgendes festhielt: „Kinder dürfen nicht länger ein Hindernis für Beruf und Karriere sein.“ Hoppla! Die Zukunft des Landes, ein Hindernis? Laut Stadler geht es darum, die produktiven Kräfte der Gesellschaft von ihren sonstigen Verpflichtungen zu befreien. So wurde die Pflege und Betreuung der Alten bereits aus vielen Familien ausgelagert. Und jetzt ist der Nachwuchs an der Reihe… und nicht nur das. Der Staat masse sich auch an, der bessere Erzieher zu sein. Sollten wir Eltern uns das gefallen lassen? Ursula von der Leyen wird wie folgt zitiert: „Ein Kind braucht mehr Anregungen und Impulse, als die Mutter allein ihm geben kann.“ Das ist nicht nur anmassend, das widerspricht auch der Wissenschaft, die feststellt, dass ein Kind in den ersten vier Lebensjahren von seinen Eltern mehr lernt als in der gesamten Schulzeit(!).
Stadler dazu auch: „Eltern sind und bleiben unersetzlich für ihre Kinder. Sie sind die einzigen Menschen, die von der Natur mit der Fähigkeit ausgestattet wurden, ihr Kind ohne Wenn und Aber zu lieben. Das ist der fundamentale Unterschied zu jeder noch so qualitativ hochwertigen Betreuung oder Förderung. Diese einmalige Beziehung lässt sich nicht auslagern. Sie muss immer wieder erneuert werden und das braucht Zeit. Emotionale Nähe lässt sich nicht spontan oder unter Zeitdruck herstellen und schlicht organisieren, sondern setzt gemeinsame Erfahrungszusammenhänge voraus. Eltern sollten sich diese Aufgabe nicht leichtfertig abnehmen lassen. Und wenn sie sich dennoch dazu entschliessen, sollten sie zumindest die Risiken nennen.“ Doppelverdiener-Eltern hätten „längst verlernt, mit den Kindern spontan etwas zu unternehmen, ohne dass es gleich zu viel kosten müsste“. Am Wochenende wolle „alles kompensiert und wieder gut gemacht“ werden. Quality Time – ein „Schwachsinn“. „Familie lässt sich nicht in jene Lücken pressen, die die Erwerbsarbeit noch nicht besetzt hat“.
Übrigens seien Kinder sehr wohl fähig, auch zu Grosseltern tragbare Bindungen zu entwickeln, auch Tagesmütter oder Krippenerzieherinnen könnten vorübergehend das Bedürfnis nach emotionaler Nähe befriedigen. Das erfordere jedoch die konstante Anwesenheit einer Person, die sich höchstens noch um ein oder zwei andere Kinder kümmert. In der Praxis sieht das leider oft anders aus.
„Arbeitszwang statt Wahlfreiheit“ heisst es bei Stadler. Und er zeigt auf, warum Eltern zunehmend gezwungen sind, zu arbeiten. „Noch vor wenigen Jahrzehnten verdiente ein Fabrikarbeiter genug, um die ganze Familie zu versorgen – das ist heute selbst in den meisten Akademikerhaushalten eine Utopie. Tiefere Löhne – eine Folge der Globalisierung.“ Wahlfreiheit existiere auch bei Alleinerziehenden nicht mehr. Lange Zeit hätten diese von Sozialhilfe leben können. Seit der Einführung der Hartz-Gesetze sind Alleinerziehende verpflichtet, spätestens zum dritten Geburtstag ihres Kindes wieder zu arbeiten.
Ein Wort zum Feminismus. Laut Stadler werden neuerdings die Frauen kapitalisiert, während die Männer sich nicht ändern müssen. Eine Frau gelte nur als emanzipiert, wenn sie ihr eigenes Geld verdiene. Der Druck steigt. Denn oft bleiben Kinder, Haushalt etc. nach wie vor ebenfalls an der Frau hängen. Merkel sagte dazu einmal: „Die, die gesagt haben, dass Gleichberechtigung Erwerbstätigkeit bedeutet, haben kaum oder gar nicht darüber nachgedacht, was aus all den Tätigkeiten werden soll, denen die Frauen früher nachgegangen sind.“ Stadler schreibt, dass von den meisten Feministinnen leider kein Protest dagegen komme, dass die Arbeit der Frauen zu Hause und für ihre Familie nicht ansatzweise honoriert wird. „Statt die immensen Leistungen (…) endlich finanziell anzuerkennen, wird diesen vermittelt, dass sie ihre ökonomische Unabhängigkeit durch eine Erwerbstätigkeit ausser Haus sicherzustellen hätten“, bemängelt die Juristin Eva Schumann. Dem Staat sei die Betreuung seines Nachwuchses zwar Geld wert, aber nur, solange diese nicht durch die Eltern selbst erfolge, meint Stadler. „Die Eltern sind für den Arbeitsmarkt zu wertvoll, als dass ihre Ressourcen für die Betreuung der eigenen Kinder verschwendet werden könnten.“ Eine „spürbare, finanzielle Anerkennung der Arbeit, die insbesondere Mütter im Haushalt und bei der Erziehung ihrer Kinder leisten“, fehlt leider.
„Dass ihnen die Kindererziehung nicht allein aufgebürdet werden soll, werden sicher viele Frauen unterschreiben. Aber warum die Eltern deshalb ihre Kinder nur noch vom Kollektiv versorgen lassen sollten, ist weniger nachvollziehbar.“
Zudem suggeriere der Staat den Eltern, die Einheitslösung Krippe sei für jedes Kind das Beste. Auch der Arbeitgeber macht oft Druck, eine individuelle Eingewöhnung, die länger dauern kann, wird nicht selten verunmöglicht.
Wie gross der Einfluss der Politik ist, zeige sich auch darin, dass fast ausschliesslich die positiven Auswirkungen der Fremdbetreuung gewürdigt werden (z.B. in den Medien), während die negativen Effekte am Ende einer Meldung versteckt würden.
Auch das Thema Schule kommt bei Rainer Stadler auf den Tisch. Die Schule wird als „nicht besonders effizient“ bezeichnet. Sie überfrachte Kinder mit „abstraktem und totem Wissen“. Das Lernen mit Büchern wird als unnatürlich bezeichnet, die Institution Schule sei nicht kindgerecht. Es werden Beispiele aufgezeigt von Kindern, die nie eine Schule besucht haben und trotzdem fähig waren, einen Beruf zu erlernen. Das Thema Home- oder Unschooling/Freilerner ist aktueller denn je, kein Wunder also, dass es auch Stadler behandelt. Er führt auch auf, wie viele Adoleszente regelmässig unter psychosomatischen Beschwerden und depressiven Verstimmungen leiden. Kein Wunder bei dem Pensum, dass sie in der Schule absitzen müssen. Er kritisiert auch die Tendenz, das Abitur als Mass aller Dinge für möglichst viele Schüler einfordern zu wollen währenddessen die duale Berufsbildung, „seit jeher eine der grossen Stärken Deutschlands im internationalen Wettbewerb“ als geringer eingeschätzt werde.
Laut Stadler sind „seit geraumer Zeit Lehrer in Kindergärten unterwegs, um die Schulfähigkeit von Vier- und Fünfjährigen zu testen.“ Gleichzeitig sollen die Schüler „länger und mehr lernen“. Stadler: „Früher, länger mehr – eigentlich ein ziemlich massloser Anspruch für eine Institution mit einer so mittelmässigen Bilanz“. Dennoch will er sich von einer Pauschalkritik an der Schule distanzieren und nimmt die Lehrer in Schutz, da auch sie nur die Leidtragenden sind, die dem gewaltigen Druck von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft standhalten müssen.
Die Ganztagesschule, die von vielen gefordert wird, bezeichnet Stadler als Zumutung. Argument dagegen ist z.B., dass es für die Kinder anstrengend sein müsse, den ganzen Tag mit anderen zusammen zu sein, sogar beim Essen und beim Hausaufgaben machen. Bei ständiger Beschäftigung würden die Kinder zudem verlernen, sich selber zu beschäftigen. Die Freiheit wird eingeschränkt, die Kinder sind fremdbestimmt. Die „Ausdehnung der Zwangssituation Schule“ gehe „auf Kosten ihrer persönlichen Hobbies und Vorlieben, sowie von Tätigkeiten, die in keinem Lehrplan vorkommen, aber für das spätere Leben nicht weniger wertvoll“ seien.
Und zum Schluss noch ein kleines Fazit…
„Ob Eltern ihre Kinder zur Krippe schicken (und v.a. wie oft/lang), ist am Ende ihre Entscheidung. Aber ich will, dass sie alle nötigen Informationen zur Hand haben, um verantwortlich entscheiden zu können. (…) Die Eltern kennen ihr Kind selbst am besten. Und deshalb sollten auch sie entscheiden – nicht ihr Arbeitgeber, das Familienministerium, die Nachbarn, die Grosseltern oder eine wie auch immer geartete öffentliche Meinung.“
…und die Andeutung eines Zukunftsszenarios: „Es stellt sich die Frage, was die heutigen Kinder später einer Gesellschaft zurückgeben werden, die sie von ihren Eltern trennt, weil es wirtschaftlich opportun erscheint (…), wie viel Zeit sie noch bereit sind, für ihre Familien zu opfern, die für sie genau diese Zeit nicht opfern wollten oder konnten. Letztlich steht also der soziale Zusammenhalt auf dem Spiel.“

Monday, December 21, 2015

Ferienmodus: on

Nach einem ereignisreichen Wochenende sind wir heute in die Schulferien gestartet - passend mit Schlafen bis 8 Uhr, also fast ausschlafen :P Danach habe ich die Maus zur Nana gefahren und der Grosse wollte mich zum Frauenboxtraining begleiten... jetzt warten wir auf ein Gspänli der Maus, das heute Nachmittag spontan zu uns kommen wird um den Geburi nachzufeiern. Den haben wir gestern mehr oder weniger gut über die Bühne gebracht. Am Morgen kurz am Firmenbrunch des Mannes, danach alles vorbereitet... ich war noch geschlaucht vom frühen Aufstehen der letzten Tage da wir am Samstag sehr zeitig nach St. Gallen zum Möbelschweden wollten um die Einrichtung für's Mauszimmer zu kaufen. Darüber folgt nach Fertigstellung natürlich noch ein separater Beitrag. Oder zwei, mal sehen. Mein Mann war fleissig, das Bett steht nämlich und am Schrank fehlen nur noch Türen und Schubladen. Danach noch das Nachttischkästchen und gut... jetzt sind wir aber unsicher, ob wir alles richtig gekauft haben, ich hoffe ja schwer, sonst müssten wir nochmals was umtauschen gehen... und eigentlich wollte ich das Projekt Mauszimmer spätestens bis Weihnachten abgeschlossen haben. Es soll eine Überraschung sein und der Mann wird drum wohl oder übel mangels Zeit (arbeitet noch) erst abends im Zimmer werkeln können wenn die Maus schläft. Mal sehen, ob wir das noch hinkriegen... auf jeden Fall waren wir in der I*KEA mehr als speditiv unterwegs und waren kurz vor Mittag wieder on the road! Am Abend schauten wir uns dann die neue Star Wars-Saga an und waren beide schwer begeistert. Verdammt fies, dass wir jetzt wieder warten müssen bis Teil 8 im Kino kommt. Ich fand es genial, dass die Originalschauspieler von Luke und Leia (und natürlich Han Solo) wieder zu sehen waren. Auch sahen wir uns das Ganze auf 3D im IMAX an - super!
Da gestern die Gäste erst auf 16 Uhr bestellt waren, war es recht schwierig, die Maus bei Laune zu halten. Zudem wollte ich raus an die Sonne, Junior aber nicht, ihr kennt das Dilemma. Mein Mann hatte sich schon um Truthahn und Co. gekümmert also habe ich mich einfach hingelegt und kurz gedöst. Nützt ja alles nix... Dummerweise ist uns dann noch der Geschirrspüler ausgestiegen - super, wenn gerade eine Party ansteht, oder!? Kurzerhand habe ich wenigstens für die Torte Pappteller aufgetischt. Morgen kommt ein Servicetechniker und wird sich das ansehen und ich hoffe auch reparieren! Meine Schwiegermutter leistete vollen Einsatz und stand mehr oder weniger die ganze Feier über in der Küche beim Abwasch. Wie aufgeschmissen man doch gleich ist ohne so ein Küchengerät... da sind wir schon verwöhnt! Und ich erinnere mich noch gut daran, wie meine Mutter ihren ersten Geschirrspüler bekam, das heisst, ich weiss auch noch, wie es war, als der Abwasch und Abtrocknen noch fix zum Alltag gehörte. Nach dem Heimgang des letzten Gastes und dem letzten Abwasch bin ich dann, noch vor dem Sohn, ins Bett geflüchtet.
Noch 3x Schlafen bis Weihnachten, draussen keine Spur von Winter und einen Baum haben wir auch noch keinen. In Stimmung? Nach wie vor nicht... das wird sich auch nicht mehr ändern. Bin froh, wenn hier wieder der Alltag einkehrt. Ferien haben ja sowieso nur die Kinder. Und auch die gar nicht so gern... der Grosse vermisst den Kindergarten (obwohl er, muss er hin, eigentlich immer schimpft), die Maus wird wohl auch täglich nachhaken, wo sie hindarf. Am Mittwochvormittag bekommen wir noch Besuch, das Nachmittagsplaydate wird aber wegen Abwesenheit meiner beiden Kolleginnen pausieren bis Januar. Nun denn, Familienzeit galore in Aussicht... wenn das Christkind das richtige bringt, wird es hoffentlich halbwegs entspannt und harmonisch :P Ob ich den Sohn bei diesen Temperaturen dann auch ein paar mal den Berg hochbringe? 
Und Ihr so? Freut Ihr Euch auf die Ferien? Fährt Ihr weg? Vermisst Ihr den Schnee? Rechnet Ihr mit Harmonie pur oder eher hohem Aggressionspotential?

Sunday, December 20, 2015

4 Jahre Maus

Da sowohl der morgige Samstag als auch, natürlich, der Geburtstag am Sonntag ziemlich voll sein werden, schreibe ich schon heute den 4-Jahres-Bericht der Maus. Dazu habe ich kurz mal, das ist der Vorteil am Bloggen, in meinen schriftlichen Erinnerungen an das 4-Jährige des Grossen gekramt. Hier könnt ihr das nachlesen, wenn es Euch interessiert.
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Kurz nach der Geburt auf dem Zimmer. Die Mama sieht mitgenommen aus...
Und allzu rasch rückte nun dieser Geburtstag näher. Gleichzeitig hat sich aber auch einiges getan die letzten Wochen und Monate, so dass die "3" tatsächlich langsam nicht mehr so passend erscheint für mein kleines Mädchen. Aber resümieren wir doch auch hier nochmals kurz:
Am 20. Dezember 2011, um Mitternacht, nach einer ebenfalls komplikationslosen und angenehmen, jedoch durch den Umstand eines schon anwesenden Erstgeborenen weit weniger beachteten Schwangerschaft, wachte ich mit leichten, periodenähnlichen Bauchkrämpfen auf. Obwohl der errechnete ET schon verstrichen war, dachte ich noch nicht daran, dass die Geburt kurz bevor stehen sollte. Zwar fand ich am Abend ein wenig Blut beim Klogang und liess mir durch die diensthabende Hebamme am Tel. bestätigen, dass es losgehen könne aber auch nicht... Ich döste noch weiter bis ich um ca. 1 Uhr nicht mehr liegen mochte. Es wurde unangenehm und mir damit wohl auch bewusst, dass es sich nicht nur um Übungswehen handelte. Den genauen Ablauf kann ich nicht mehr ganz nachvollziehen aber ich schätze dass ich bald mal den Mann anwies, seine Mutter zu verständigen, da sie herkommen musste um auf den Grossen im Bett aufzupassen. Danach habe ich wohl im Spital Bescheid gesagt, dass wir uns bald auf den Weg machen. Kurz vor 2 Uhr trudelten die Schwiegermutter und ihr Mann ein, wir sprachen kurz aber zu dem Zeitpunkt krümmte ich mich schon schmerzerfüllt in der Garderobe und wir brachen auf. Die Uhr im Auto zeigte etwa 2.02 Uhr an als wir in Schaanwald losfuhren. Unterwegs verlor ich glaube ich schon Fruchtwasser und fand die Wehen im Auto schon sehr unaushaltbar. In Erinnerung an meine erste Geburt, bei der ich recht bald eine PDA verlangt habe (sie dauerte, genau gleich beginnend etwa 6h), rief ich die Hebamme nochmals an und versuchte ihr verständlich zu machen, dass sie gefälligst alles für eine PDA vorbereiten solle. Sie nahm mich nicht wirklich ernst. Ich kam sehr panisch in der Parkgarage an und immerhin stand sie da schon geistesgegenwärtig mit dem Rollstuhl parat. Von da an ging es schnell und heftig. Laut Angaben meines Mannes schrie ich im Rollstuhl nach einer PDA. Ziemlich unhöflich. Ich erinnere mich an ein Gefühl, in der Mitte auseinanderzubrechen. Wohl Übergangswehen. Ich war neben, aussen mir. Im Gebärsaal angekommen befand die Hebamme, dass der MuMu schon 9cm eröffnet sei, was mich noch panischer werden liess, zumal eine PDA jetzt nicht mehr in Frage kam. Stattdessen versuchte sie mir einen Zugang zu legen um mir etwas krampflösendes zu spritzen aber nach 3x stechen gaben wir auf: Presswehen. Das Kind wollte jetzt sofort auf die Welt kommen. Um 2.26 Uhr war die Maus da. Wenig später streckte der Frauenarzt, den die Hebamme zwischendurch noch benachrichtigt hatte, den Kopf zur Tür rein. Eine Turbogeburt. Ich fühlte mich ziemlich überrumpelt. Dass es so schnell gehen konnte, hatte ich nicht geahnt! Da ich zum Pressen halt auch nur wieder auf dem Schragen lag und keine dammfreundlichere Position mehr einzunehmen im Stande war, nahm ich einen Dammriss 3. Grades mit, der genäht werden musste. Ansonsten alles gut, Kind gesund, der Papa durfte die Maus baden und ich unter die Dusche, immer noch wie Espenlaub zitternd nach diesen extrem heftigen Wehen... Ja, das war der Start, mein 2. Kind auf der Welt. Dieses mal blieb ich keine 3 Tage im Spital, ich wollte dringend nach Hause zu meinen Lieben und beschloss, die Stillprobleme dieses mal mit einer kompetenten Nachsorgehebamme zuhause zu lösen. Wir holten eine Milchpumpe und Zubehör und machten ähnliches durch wie schon beim 1. Kind, ausser, dass es dieses mal schneller wieder gut war. Gott sei Dank...


Die Maus war ein ausgeprägtes Still- und Tragebaby, ein richtiges kleines Känguruh, dass nur an oder auf mir zufrieden war. Fein... anstrengend, v.a. weil der Grosse eine krasse Eifersucht an den Tag legte bzw. die Geburt seiner Schwester ihn regelrecht traumatisierte, aber im Nachhinein ist diese Zeit auch nichts weiter als ein Punkt in der Erinnerung. Die ersten beiden Monate waren hart für uns Eltern. Wir schliefen getrennt mit je einem Kind und der Grosse brauchte den Papa ab 20 Uhr durchgehend bei sich im Zimmer. Aber wir haben es überstanden. Die Maus entpuppte sich dann im Laufe der Zeit als angenehmeres, zufriedeneres Kind, das wenig Kummer machte. Wenn sie etwas brauchte, dann einfach nur Nähe und das war einfach zu geben. Ich stillte und trug sie, begleitete sie in den Schlaf. Die ganze Breikocherei haben wir uns bei ihr erspart und liessen sie so ab dem 5. Monat einfach vom Tisch partizipieren. Sie ass Trauben, Getreide- und Maiswaffeln und was auch immer sie sonst so verarbeiten konnte, denn sie hatte, wenn ich mich recht erinnere, über ein Jahr lang keine Zähne. Das war schon bei Grossem so und eigentlich nur angenehm für uns Eltern. Das Zahnen verlief dann bei beiden Kindern problemlos. Auch mit dem Laufen begannen beide Kinder etwa mit 12, 13 Monaten. Das Sprechen hingegen, da unterschieden sie sich, fiel der Maus weitaus schwerer. Während Grosser schon früh und gut sprach (etwa mit 15 Monaten?), merkt man der Maus heute noch an, dass sie manchmal nur mühevoll spricht. Im letzten Jahr hat sie aber starke Fortschritte gemacht und sie wird nun auch von Aussenstehenden so langsam verstanden. Dafür war sie dann, nachdem ich sie im Säuglingsalter eine Weile lang v.a. morgens abhielt (Pipi) und später auf Stoffwindeln wechselte, mit 20 Monaten tagsüber wie nachts vollständig trocken bis auf ganz wenige Unfälle (tagsüber) - natürlich ein Highlight, so früh schon auf Windeln verzichten zu können. Ich hatte einfach lange ein Töpfchen mit im Auto. Die Maus ist eh ein eher kleineres Kind für ihr Alter und auf die Toilette konnte ich sie drum lange nicht setzen, sie wollte auch nicht.


Und heute? Tja, recht spät, beginnend in den letzten Monaten, entwickelte sie ihre Autonomiephase, will alles selber machen und wird extrem zornig, wenn etwas nicht so läuft, wie es sollte. Sie ist immer noch sehr anhänglich und stillt auch nach wie vor (v.a. zum Einschlafen und nachts) noch ein wenig. Sie fühlt sich im Wasser pudelwohl und kann schon ein paar Züge unter Wasser schwimmen (dabei bewegt sie sich wie ein Frosch vorwärts). Zuhause ist es ihr meist zu langweilig obwohl sie sich, wenn wir alle daheim sind, auch ganz gut lange mit sich selber beschäftigen kann. Sie erscheint dabei gänzlich verträumt und versunken in ihre Welt, brabbelt oder singt eher unverständlich vor sich hin und scheint sich dabei irgendeinem Rollenspiel mit Stofftieren, Lego oder ähnlichem hinzugeben. Das ist ganz süss anzusehen... sie knetet gern, malt auch ab und zu und partizipiert gern am Spiel des Grossen, jedoch lässt er das nicht immer zu und so kommt es momentan öfter mal zu Streit. Sie haben aber auch begonnen, sich öfter mal körperlich zu messen indem sie miteinander keilen. So lange keiner weint, stört es mich nicht und so langsam ist sie nicht mehr so offensichtlich die Schwächere, was auch daran liegt, dass sie zwar kleiner ist, aber kräftiger und so ungefähr das Dreifache vom Grossen verdrückt am Tisch... sie ist ein guter Esser und probiert auch vieles. Dafür schläft sie noch nicht wirklich durch, das tat der Grosse aber auch erst mit 4 Jahren... es bleibt abzuwarten, wie sie das eigene Zimmer aufnehmen wird und ob sie darin (ein)schlafen möchte... ein grosser Schritt steht der Maus dann im August mit dem Kindergarteneintritt bevor aber ich bin sicher, dass sie den ganz gut meistern wird. Bis dahin ist es ja doch noch ein ganzes Weilchen... 
So. Und jetzt gibt es noch viel zu tun und ich versorge Euch dann ganz vielleicht noch mit Fotos von der Party (am ehesten auf Facebook), wobei wir da meist kaum dazu kommen, weil wir ja Gäste bewirten müssen... eine Kinderparty per se machen wir keine, der Geburtstag ist ja am Sonntag und so erwarten wir einfach die Verwandten, Götti & Gotta, die Nachbarn und evtl. noch eine befreundete Familie, damit doch noch ein paar mehr Kinder da sind. We'll see... 
Habt ein schönes Weekend!